Hochwasserkonzept Großalbershof im Bauausschuss
Kampf gegen Flut geht weiter

So sah es 2011 aus beim jüngsten Jahrhundert-Hochwasser in Großalbershof: Land unter und vollgelaufene Keller in mehreren Anwesen. Das soll sich nicht mehr wiederholen, fordern die Anwohner. Bild: hfz

Es kommt nicht jedes Jahr, aber wenn es kommt, dann gewaltig: Das Hochwasser hat Großalbershof schon oft übel zugerichtet. Jetzt hat der Bauausschuss beschlossen, die Planung für den Hochwasserschutz wieder voranzutreiben. Wie genau, wird der planende Ingenieur bald erörtern.

Die Problematik ist seit langem immer wieder Thema im Stadtrat, jetzt brachte 2. Bürgermeister Günter Koller sie im Umwelt-, Bau- und Planungsausschuss abermals zur Sprache. Mitglieder der Dorfgemeinschaft hatten sich im Vorfeld an alle Stadtratsparteien gewandt und um Hilfe gebeten. Es kamen auch überall Kontakte zustande.

Standorte für die Becken


Bei einem Ortstermin der CSU-Fraktion im Juni berichtete etwa Sabine Falk von der letzten Überflutung 2011, bei der die Keller mehrerer Anwesen vollliefen, ein Heizöltank umkippte, der leckschlug und einen größeren, kostenintensiven Einsatz der Feuerwehren nötig gemacht hatte. Das Büro UTA-Ingenieure Amberg hat bereits seit September 2008 einen Planungsauftrag für Hochwasserschutzmaßnahmen in Großalbershof erhalten. In Form einer Studie wurden der Rohrleitungsbestand der Ortschaft Großalbershof sowie mögliche Standorte für ein Hochwasserrückhaltebecken dargestellt. Dabei, so die Erkenntnis, würden sich zwei Standorte eignen, beide nordwestlich der Ortschaft gelegen.

Zwei Schienen möglich


Der Hochwasserschutz für Großalbershof könne durch zwei Komponenten erreicht werden, erklärte das Stadtbauamt in der Ausschusssitzung: zum einen durch Hochwasserrückhaltung vor der Ortschaft, zum anderen durch eine Abflussverbesserung der Engstellen innerhalb des Dorfs - oder eine Kombination beider Maßnahmen.

Eine entsprechende Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt im Jahr 2014 habe folgendes Ergebnis gebracht: Für alle Maßnahmen sei grundsätzlich eine Kosten-Nutzen-Analyse vorzunehmen. Diese sollte zumindest alle vom Hochwasser betroffenen Gebäude darstellen und die Ereignisse in Häufigkeit und Schadensausmaß beschreiben.

Wäre nur ein Anwesen betroffen, so seien Objektschutzmaßnahmen vorzusehen - die seien allerdings nicht förderfähig. Nur wenn mehrere Gebäude mit entsprechender Intensität und Häufigkeit betroffen sind, könnten die Maßnahmen bezuschusst werden, so die Richtlinien.

Bei einer Begehung der Hochwasserschutzmaßnahme mit dem Stadtbauamt, dem Ingenieur-Büro UTA und dem Wasserwirtschaftsamt Weiden, die ebenfalls 2014 stattfand, sei erklärt worden, dass "in Großalbershof unter Berücksichtigung der sparsamen und wirtschaftlichen Verwendung der Haushaltsmittel allenfalls ein Hochwasserrückhaltebecken mit 10 000 Kubikmetern Größe förderfähig wäre", erinnerte das Bauamt.

Auf Jahrhundert ausrichten


Dafür läge der förderfähige Kostenrahmen bis 200 000 Euro. Das entspreche etwa 20 Euro pro Kubikmeter Stauraum. Fördervoraussetzung sei aber die Vergrößerung der Verrohrung im Ort auf ein "HQ 100", also die Wassermenge, die bei einem sogenannten Jahrhundert-Hochwasser zu erwarten sei. Dies könne aber nur per Ausbau oder Umleitung erreicht werden. Hierfür waren vor einigen Jahren Kosten von ebenfalls rund 200 000 Euro veranschlagt worden. Dieser Ortsausbau sei allerdings nicht förderfähig.

Planer stellt alles vor


Die Verwaltung schlug dem Bauausschuss also vor, dass Rainer Rubenbauer vom Büro UTA in einer der nächsten Stadtratssitzungen den Planungsstand noch einmal vorstellt, damit dann über die weitere Vorgehensweise entschieden werden kann. Das Gremium zeigte sich mit dieser Vorgehensweise einverstanden. Kosten, so die Stadtbaumeisterin auf eine Anfrage, kämen übrigens keine auf die Anlieger zu.

FörderchancenDer Praxisratgeber "Hochwasserschutz für Kommunen" des Bayerischen Städtetages hält einige Möglichkeiten zur Förderung bereit, teilten die Großalbershofer Initiatoren den Stadträten mit. Darin seien Förderwege über die Wasserwirtschaftsverwaltung beschrieben, aber auch über die Verwaltung für Ländliche Entwicklung. Auch das soll im Rahmen der Planung ausgelotet werden. (ge)
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