Im Landkreis Amberg-Sulzbach beginnen Amphibienwanderungen
Huckepack oft in den Tod

Die Erdkrötenmännchen lassen sich oft Huckepack von den Weibchen zu den Laichgewässern tragen. Beim Überqueren der Straßen werden sie oft von Fahrzeugen erfasst. Eine Dezimierung des Bestandes ist meist die negative Folge.
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
13.03.2016
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Steigende Temperaturen werden in den kommenden Tagen für weiteren Anlauf der Krötenwanderungen sorgen. An über 400 Amphibienrouten in Bayern und zehn Bereichen im Landkreis retten ehrenamtliche Helfer des Bundes Naturschutz über 500 000 Molche, Frösche und Kröten vor dem Verkehrstod. Dafür müssen Zäune gepflegt und aufgestellt werden.

Die Zahl der Mitstreiter ist zwar nicht gerade üppig, aber am Samstag konnten zusammen mit einigen Kindern wieder die Amphibienschutzzäune in unserer Region fit gemacht werden. Wie Horst Schwemmer, Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe, erklärte, wäre es auch wichtig, aus der Bevölkerung Informationen über Stellen zu bekommen, an denen noch keine Absperrungen aufgestellt sind.

Der Bund Naturschutz appelliert an die Autofahrer, bei nächtlichen Fahrten auf die aktiven Tiere zu achten. Insbesondere während der Dämmerung und in den ersten zwei Dunkelheitsstunden ist mit Tieren zu rechnen. Schwerpunkte der Wanderung sind Talräume, in denen der Wald an Tümpel oder Weiher grenzt. "Ohne Rücksicht und Hilfe haben Amphibien kaum eine Chance, zahlreiche Populationen sind bereits ausgerottet worden", weiß der Umweltschützer. Die Verkehrsteilnehmer sollten vor allem entlang von Wäldern und in der Nähe von Gewässern auf Warnschilder achten und die aktuellen Geschwindigkeitsbegrenzungen (Tempo 30) an den Wanderzonen befolgen - auch im eigenen Interesse, denn zerquetschte Amphibien wirken auf Asphalt wie Schmierseife. "An den Stellen, an denen ehrenamtliche Mitarbeiter Krötenzäune errichtet haben, sollten Kraftfahrer auch auf Helfer achten, die oft morgens am Straßenrand die Tiere einsammeln", appelliert Horst Schwemmer.

Zaun-StandorteZäune befinden sich bei Adlholz, Illschwang bei der Hainsburg in Richtung Schöpfendorf, Fürnried nach Wurmrausch, an der Bereitschaftspolizei in Sulzbach-Rosenberg (Bundesstraße 85, Autobahnzubringer), Leinhof, im Lauterachtal in der Nähe von Kastl an der Abzweigung in Richtung Reusch, am Langangerweg im Ortsteil Ammersricht in Richtung Immenstetten. "Es gibt weitere Wanderstrecken, wo keine Zäune stehen. Langsam fahren ist nach wie vor wichtig, da die Tiere auch vom Sog der Autos zerrissen werden", betont Schwemmer. (oy)
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