In spätestens zehn Jahren drohen „erhebliche Lücken“ in der Stromversorgung
Globalisierung der Energiewende

Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
08.08.2016
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Ohne Photovoltaik und Windenergie wäre der Strom nicht nur wesentlich teurer, es käme auch zu "massiven Versorgungsengpässen". Mit diesen Thesen überraschte Dr. Jürgen Karl beim Sommer-Symposion von Fraunhofer Umsicht. Der an der Uni Erlangen-Nürnberg lehrende Professor (Energie-Verfahrenstechnik) berechnete jedoch eine Versorgungslücke von 500 Terra-Watt-Stunden in spätestens 10 Jahren, weil die Lebensdauer vieler alter Kraftwerke abläuft und nur wenige neue gebaut werden. Karl forderte deshalb die "Globalisierung der Energiewende, um Versorgungslücken zu schließen". Außerdem hält er die Speicherung der erneuerbaren Energien für unabdingbar.

Gerade für windstille, trübe Wintertage brauche es strategische Speicher. Allein um die Spitzenlast von 20 Giga-Watt zu decken, seien 1,5 Millionen Batterien notwendig. Strategische Speicher mit einer Kapazität von 20 Terra-Watt könnten nur mit chemischen Speichern realisiert werden. "Chemische Speicher machen erneuerbare Energien auch transportierbar." "Das EEG übertraf alle Erwartungen", sagte der Wissenschaftler. Zwischen 2004 und 2014 setzte weltweit eine stürmische Entwicklung bei Wind, Photovoltaik und Biomasse ein. Inzwischen haben Länder wie die USA oder China bei den "grünen" Kernkraftwerks-Äquivalenten Deutschland längst überholt.

Professor Karl: "Ohne das deutsche EEG wäre es global nicht zu diesem Ausbau erneuerbarer Energien gekommen." Das Symposion stand unter dem Motto "Im Auftrag der Zukunft: Nachhaltige Strategien für die Energie- und Ressourcen-Wende".
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Dr. Peter Steinbock aus Eschenbach in der Oberpfalz | 09.08.2016 | 21:07  
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