Investionen im Biomasse-Heizkraftwerk am Eichelberg
Nach Durchschuss wird’s warm

In diesem Jahr steht für Danpower als Betreibergesellschaft des Biomasse-Heizkraftwerks die Optimierung der Anlagen im Vordergrund. Bilder: Royer (3)
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
30.08.2016
192
0
 
Eine neue Betonplatte samt massiven Stützwänden sorgt für eine optimale Lagerung der vorgehaltenen Hackschnitzel, von denen täglich rund 200 Tonnen zum Eichelberg rollen.
 
Als Brennstoff im Bio-Heizkraftwerk dienen Hackschnitzel aus der Landschaftspflege. Bild: Royer

Ein elementarer Baustein der Energiewende steht mit dem Biomasse-Heizkraftwerk am Eichelberg. Nach turbulenten Jahren ist beim Strom- und Wärmeerzeuger Stabilität die Devise. Die Betreibergesellschaft Danpower hat jetzt ein klares Bekenntnis zum Standort ausgesprochen. Für die Herzogstadt bieten sich neue Möglichkeiten.

Was andernorts mühevoll aus der Taufe gehoben werden muss, wirkt in der Herzogstadt schon seit rund zehn Jahren dem Klimawandel entgegen. Das Heizkraftwerk in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Maxhütte liefert als Kraft-Wärme-Kopplungsanlage rund 20 000 MWh Wärme und 33 000 MWh Strom. Ein weiteres kleines Heizwerk bildet die Reserve, als Notnagel gibt es zusätzlich noch einen Ölkessel.

Die Wärme wird überwiegend in das Fernwärmenetz der Stadt eingespeist. Es gehört seit knapp einem Jahr auch dem Betreiber Danpower. Auf neun Kilometern Länge versorgt es private, öffentliche und gewerbliche Gebäude, Haushalte, aber auch das Waldbad, die BePo, fast alle Schulen und einige größere Nutzer. Ebenso wird Strom ins öffentliche Netz eingespeist. Abnehmer für die elektrische Energie ist die Main-Donau-Netzgesellschaft der N-Ergie.

Anlage optimiert


Auf Nachfrage der SRZ erläuterte Dr. Michael Jakuttis, der seit einem Jahr die Geschicke des Kraftwerks lenkt, dass Danpower aktuell mit dem Einsatz von Finanzmitteln in Höhe eines mittleren sechsstelligen Betrages investiert. Der Chemie-Ingenieur nennt dabei unter anderem die Erneuerung des Brennstoffplatzes, wo eine neue Betonplatte für beste Lagerbedingungen sorgen wird. Eingefasst mit massiven Stützwänden sowie modernisiertem Entwässerungssystem, werden Voraussetzungen für eine optimale Brennstoffqualität und damit Verbrennung geschaffen.

Zum Investitionspaket und damit zur Umsetzung der Ziele "Erhöhung der Brennstoffqualität" sowie "Steigerung der Stromerlöse" gehörte auch die Anlagenoptimierung im Bereich Turbine und Luftkondensator. Am Ende stehen hier eine höhere Verfügbarkeit und Effizienz sowie weniger Rückstände beim Verbrennungsprozess. "Danpower setzt hier mit den Investitionen ein deutliches Zeichen für die Zukunft am Standort Sulzbach-Rosenberg", freut sich Jakuttis, der zudem Verantwortung für ein Danpower-Heizkraftwerk in Pfaffenhofen an der Ilm trägt.

LCC und Bauhof folgen


Der gebürtige Sulzbach-Rosenberger bricht als erklärter Befürworter einer zügig umgesetzten Energiewende naturgemäß eine Lanze für die Fernwärmeversorgung in der Herzogstadt. Knapp 100 Abnehmer kämen bereits in den Vorzug, mit diesem umweltfreundlich erzeugten Heißwasser im Danpower-Netz versorgt zu werden. Möglich sei der Anschluss natürlich hauptsächlich entlang oder in der Nähe der Netz-Trassen. 2017 schließen das LCC und der Bauhof an. Hierzu wird dann die Leitung vom Liliencenter unter der Rosenberger Straße durchgeschossen.

Zahlen, Daten und FaktenDas Biomasseheizkraftwerk in Sulzbach-Rosenberg findet sich an der Europastraße. Die Anlage arbeitet als Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage auf Basis von ausschließlich naturbelassenem Holz aus der Region. Eingesetzt werden Hölzer aus der Landschaftspflege aus einem Umkreis von maximal 100 Kilometern.

Der jährliche Holzbedarf liegt bei etwa 80 000 Tonnen. Mit einer Feuerungswärmeleistung von 22 MW und einer installierten elektrischen Leistung von ca. 4,5 MW erzeugt das Heizkraftwerk Wärme sowie Strom. Es werden jährlich etwa 21 Millionen Liter Heizöl ersetzt.

Die produzierte Wärme wird in das Fernwärmenetz der Stadt Sulzbach-Rosenberg eingeleitet und für die Versorgung von Privathaushalten, öffentlichen Einrichtungen und Gewerbe genutzt.

Brennstoff: 210 000 Kubikmeter Holzhackschnitzel aus der Landschaftspflege

Jahreswärmemenge: 20 000 MWh

Jahresstrommenge: 33 000 MWh (Versorgung: 10 000 Haushalte theoretisch möglich).

Einsparung an CO2: 30 000 Tonnen im Jahr.

Staubemissionen: 1000-fach weniger als Kamin oder Kachelöfen (5mg/Nm3 Staub vorgeschrieben; tatsächlich aber 0,1 bis 0,05 mg/Nm3.

Inbetriebnahme: 2006.

Das Fernwärmenetz in Sulzbach-Rosenberg ist 9 Kilometer lang. Das Medium darin ist Heißwasser bei ca. 80 bis 95 ° C im Vorlauf. Gewährleistet wird damit umweltfreundliches Heizen ohne Verbrennung in der Wohnumgebung. Die Wärme ist ganzjährig verfügbar und gebrauchsfähig, Heizkessel und Brennstofflager werden nicht benötigt. (oy)


DanpowerDie Danpower GmbH ist die Führungsgesellschaft der Danpower Unternehmensgruppe, einem in Deutschland und im Baltikum tätiges Wärmeversorgungs- und Contracting-Unternehmen mit Sitz in Potsdam. Laut eigenen Angaben im Internet-Auftritt gehört die Gruppe mit 84,9 Prozent mehrheitlich zur Stadtwerke Hannover AG.

Danpower entwickelt und realisiert Energieversorgungslösungen zur hocheffizienten Wärme-, Strom- und Kälteerzeugung. Ein besonderer Schwerpunkt ist neben der Energieversorgung aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen der Einsatz erneuerbarer Energien, wie Biogas/Sondergas und Biomasse (Holz) als Ergänzung zu konventionellen fossilen Energieträgern. Projekte zur energetischen Verwertung von Restabfällen gehören ebenfalls zum Unternehmen. (oy)


Danpower setzt hier mit den Investitionen ein deutliches Zeichen für die Zukunft am Standort Sulzbach-Rosenberg.Dr. Michael Jakuttis

Fernwärme strömt nach Nordwesten


Die Erweiterung des Fernwärmenetzes bietet nach Angaben von Kraftwerksleiter Dr. Michael Jakuttis weitere Anschlussmöglichkeiten unter anderem im nordwestlichen Innenstadtbereich. Die neue Trasse wird vom Liliencenter aus erschlossen. Unter der Rosenberger Straße hindurch geht es zum LCC in der Oberen Gartenstraße und weiter zum Bauhof. Im Zuge dieser Netzausdehnung werden auch weitere Bürogebäude und Mehrfamilienhäuser versorgt.

"Die Kunden erhalten so eine bequeme und sichere Art der Wärmeversorgung, die sich preisstabil darstellt sowie ganzjährig verfügbar und gebrauchsfähig ist", führt Jakuttis aus. Als weitere Vorteile nennt er den sehr geringen Platz für den Wärmetauscher (kein Öltank), minimalen Betriebs- und Wartungsaufwand (Verzicht auf Kaminkehrer oder Brennerwartung) sowie die Unabhängigkeit von Öl und Gas.

"2016 und 2017 wird eine Anschlussleistung von rund einem Megawatt hinzukommen, was eine Steigerung von 10 Prozent bedeutet - und alles mit 0 Prozent fossilem Energieeinsatz. Dies macht sich auch bei der Förderung bezahlt", ergänzt der Chemie-Ingenieur. Sinn würden aber Anschlüsse meistens nur machen, wenn die Gebäude an oder in Nähe der Trassen liegen. Auskunft zu Fragen rund um die Fernwärme gibt es im unter 09661/10 46-0.

Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.