Israelischer Generalkonsul besucht Sulzbach-Rosenberg
Freundschaft gleich gespürt

Vollkommen beeindruckt zeigte sich der israelische Generalkonsul Dr. Dan Shaham (rechts) von der renovierten und rückgebauten Synagoge. Geschichte und Bedeutung erläuterten (von links) Dr. Markus Lommer, Stadtarchivar Johannes Hartmann und Bürgermeister Michael Göth. Bild: Royer

"Ich glaube, dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft." Dieses berühmte Zitat aus dem Film "Casablanca" setzte für den israelischen Generalkonsul Dr. Dan Shaham den ernstgemeinten Schlussakkord bei seinem Besuch in der Herzogstadt. Doch das war nur ein Erlebnis unter vielen beim Treffen am Mittwoch.

Der 50-jährige Spitzendiplomat, der aus Ashdod in Israel stammt, ist seit 1. August 2013 Generalkonsul des Israelischen Staates mit Zuständigkeit für ganz Süddeutschland. Beim ersten Aufeinandertreffen vor der Rathaustür wird schnell klar, dass der hohe Besuch Offenheit als Tugend schätzt.

Klares Zeichen


Dementsprechend ungezwungen ist die gesamte Atmosphäre während des mehrstündigen Aufenthalts im Rathaus, in Synagoge und Seidel-Saal oder beim Arbeitsessen im Brauereigasthof Sperber. Auch die Themen sind schnell gefunden. Die Ansiedlung der jüdischen Gemeinde, die Toleranzpolitik von Herzog Christian August oder die darauf fußenden Möglichkeiten der Integration von Einwanderern und Flüchtlingen prägen das Gespräch. Es wird über den deutsch-israelischen Austausch genauso gesprochen wie über den Neubau des Generalkonsulats, der im November in der Landeshauptstadt im ehemaligen Nazi-Viertel eröffnet wurde. Es ist von einem klaren Zeichen die Rede, das bewusst der Münchener NS-Vergangenheit trotzt.

Dan Shaham macht bereits im Rathaus im Beisein von Bürgermeister Michael Göth, Stadtheimatpfleger Dr. Markus Lommer und Archivar Johannes Hartmann schnell deutlich, dass dies für ihn nicht der letzte Besuch in der Herzogstadt sein wird. Zu den Feierlichkeiten "350 Jahre Juden in Sulzbach" im April hat er sich auch gleich angesagt und die Bedeutung des Termins für ihn klar unterstrichen. Der Generalkonsul zeigt ein offenes Ohr für die Montangeschichte, bringt Beispiele aus Israel, verweist auf Toleranz und Akzeptanz als hohe Güter des gesellschaftlichen Zusammenlebens und sieht darin gar die Basis für ein Modell einer gemeinsamen Zukunft.

Wahre Fundgrube


In der Synagoge zeigt sich eine weitere Facette des Diplomaten, in dem er sich als Freund des Hebräischen und von Büchern generell outet. Deshalb hätte der Ort mit dem ehemaligen jüdischen Gebetshaus nicht besser gewählt werden können, ist doch dort eine wahre Fundgrube von Talmud-Ausgaben und anderen hebräischen und jiddischen Druckwerken vorhanden.

Überaus beeindruckt gab sich der Gast auch vom museumspädagogischen Konzept in der Synagoge. Vor allem die jüdischen Einzelschicksale erregten die Aufmerksamkeit des Diplomaten. Dies setzte sich auch beim Besuch der Historischen Druckerei Seidel-Saal fort. Und letztlich war erstaunlich, wie schnell ein Besuch das Angebot echter Freundschaft vermitteln kann. (Angemerkt)
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