Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Rosenberg
Handy-Gaffer als Landplage

Nach der Jahreshauptversammlung bei der Feuerwehr Rosenberg (von links): Bürgermeister Michael Göth, Hans Hermann Bublitz, Vorsitzender Hans König, Martin Reichenberger, Helga Trettenbach und Walter Schlenk. Bild: hfz
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
09.02.2016
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Eine wahre Leistungsschau war die Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Rosenberg. Beeindruckende Berichte machten deutlich, wieviel 2015 geleistet wurde. Dabei wurde eines klar: Die Einsätze löst man heute nur mit Teamarbeit, Zusammenhalt und starken Partnern.

Auf eine Vielzahl von Aktivitäten blickte Vorsitzender Hans König zurück: Ausflüge in den bayerischen Wald und den Tiergarten, Zeltlager oder die Teilnahme an der Feuerwehrmesse in Hannover. Für die Männer und Frauen der Wehr gab es auch viel abseits von Einsätzen und Übungen zu erleben. Daneben ist es den Rosenbergern stets eine Selbstverständlichkeit, sich bei gesellschaftlichen Ereignissen in der Stadt sowie bei Feuerwehrfesten im Landkreis sehen zu lassen.

2100 Kilometer gefahren


Eindrucksvoll der Bericht von Kommandant Jürgen Schloß: Die Einsatzzahlen haben sich demnach mit 185 gegenüber 2014 fast verdoppelt: 132 technische Hilfeleistungen, 23 Brände, 13 Fehlalarme, 16 sonstige Hilfeleistungen und eine Sicherheitswache forderten die Aktiven. Würde bei zwei Unwetterlagen jeder einzelne Einsatz gezählt, läge die Zahl bei 300. Insgesamt leistete die Mannschaft über 2000 Stunden. Dabei legte sie 2100 Kilometer zurück. Am häufigsten wurde freitags, mittwochs und samstags zwischen 6 und 12 Uhr alarmiert.

Neben intensiven Einsätzen brauche es eine stete Aus- und Weiterbildung. Die Rosenberger Wehr leistete hier 9800 Stunden bei 172 Veranstaltungen. Getestet wurden Wissen und Können in Leistungsprüfungen. Alle Wiederholungsübungen für die Stadtfeuerwehren Sulzbach und Rosenberg würden in der Übungsanlage in Rosenberg absolviert. Auch aus dem Landkreis kämen Wehren. 70 Geräteträger wurden 2015 aus- und weitergebildet. Daneben prüft und reinigt man die komplette Ausrüstung. Bei der Rückschau auf Einsatzbeispiele zeigte sich Schloß erschüttert, dass immer mehr Schaulustige mit Handys das Geschehen an Unfallorten filmen und ins Netz stellen. Bei einem Verkehrsunfall mit Todesopfern habe es gar die Polizei gebraucht, um Helfer bei ihrer Arbeit vor Gaffern zu schützen. Schloß dankte neben den politisch Verantwortlichen in Kommune und Kreis sowie der Stadtverwaltung für vertrauensvolle Zusammenarbeit. Dies gelte auch für alle Rettungskräfte, voran "jenen Kameraden der Feuerwehr Sulzbach, die fair unser gemeinsames Ziel verfolgen, besonders Gerätewart Wolfgang Wismet".

Auch Schwimmen


Stolz kann die Rosenberger Truppe auf ihre Jugend sein, die aus 23 Heranwachsenden zwischen 12 und 17 und aus einem Jugendlichen mit elf Jahren besteht. Jugendwart Achim Stemp verkündete, dass drei Nachwuchskräfte in den Aktivekreis übertreten konnten. Damit der Übergang leichter wird, erhalten Mitglieder ab 16 Jahren zusätzliche Ausbildungsstunden durch Gruppenführer. Die Jugend absolvierte zahlreiche Leistungs-, aber auch Schwimmabzeichen. Höhepunkt war der Tag der Berufsfeuerwehr, an dem in 24 Stunden 14 Einsätze zu bewältigen waren.

Bertram Ambros, Hans Hermann Bublitz, Dr. Konrad Gradl, Rainer Gurdan, Werner Himmelhuber, Ulrich Langer, Martin Reichenberger, Walter Schlenk, Georg Schufla, Frank Sielaff und Helga Trettenbach wurden für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt. Vorsitzender König blickte auf ihr Eintrittsjahr 1990 zurück. Damals hatte der Verein mit 626 Mitgliedern den höchsten Stand. In der Stadt siedelte sich die Bereitschaftspolizei an und unter Kommandant Karl Schloß wurde mit dem Neubau des Rosenberger Gerätehauses begonnen. (Hintergrund)

HintergrundIm Bedarfsfall 2500 sofort

Sulzbach-Rosenberg. "Höchstmögliche Unterstützung durch die Stadt" sicherte Bürgermeister Michael Göth der Rosenberger Feuerwehr in deren Jahreshauptversammlung zu. Es stehe eine Ersatzbeschaffung für ein Fahrzeug an. Er stellte auch die wirtschaftliche Bedeutung des ehrenamtlichen Feuerwehrdienstes heraus: Gebe es die Freiwilligen im Landkreis nicht, bräuchte man sechs bis sieben Berufsfeuerwehrstandorte. "Das würde 36 Millionen kosten."

Die Rechnung führte Kreisbrandrat Fredi Weiß weiter: "Es gibt keine Alternative zu freiwilligen Wehren." 5000 Männer und Frauen würden im Landkreis Dienst tun, im Bedarfsfall könnten schätzungsweise 2500 sofort alarmiert werden. "Hätten wir Berufsfeuerwehren wären das nur 150." Eine funktionierende Wehr brauche "Führungskräfte, die Verantwortung übernehmen". Das funktioniere in Rosenberg vorbildlich.

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