KAB-Senioren hören Geschichten von früher
Rosenberg auf den sieben Hügeln

Ludwig Hoffmann stellte die wechselvolle Geschichte von Stifterslohe dar. Bilder: hfz (3)
 
Den geschichtlichen Unterschwaiger Teil bestritt Agnes Lössl.

Das "Dorf" Rosenberg in den 50er-Jahren und die umliegenden Ortschaften - ein Thema, das die KAB-Senioren Rosenberg stark interessiert. Zeitzeugen berichteten, und viele staunten, wie reich Rosenberg einst mit Gewerbe gesegnet war.

Heiner Stubenvoll machte zog den Vergleich zwischen Rom und Rosenberg. Beide seien auf sieben Hügeln erbaut. Er erzählte von den vielen Mühlen, die der Rosenbach und der Spitzerbach angetrieben hatten. Weiter ging es über die Geschäfte in Rosenberg: den Konsum in der Frommstraße mit seinen vier Nebenstellen im Dorf, die einzelnen Bäckereien, Metzgereien, Schneidereien, Friseure und Milchgeschäfte, auch Taxi, Ärzte, Hebammen. 20 Gaststätten waren in Rosenberg angesiedelt.

Auch die vielen Kleinbauern wurden aufgezählt, es gab ein reges Tierleben in Rosenberg. Er erwähnte auch das Corso-Kino und die erste Tankstelle vom Lohrer-Sepp neben dem Mühlhansl. Agnes Lößl berichtete vom Ortsteil Unterschwaig. Dort gab es vier Anwesen, alle mit Hausnamen. Zwischen Unter- und Oberschwaig gab es ein großes Feld, Stummäcker genannt. Dort mussten gefangene Frauen auf den Feldern arbeiten und durften kein Wort sprechen. In Rosenberg gab es nämlich in früherer Zeit ein Frauengefängnis.

Anschließend berichtete Ludwig Hofmann von der Ortschaft Stifterslohe, einer sehr alten Siedlung, die vom Bischof von Bamberg im zehnten Jahrhundert gegründet wurde. Eine Stiftung, wie der Name sagt, deutet auf eine Brandrodung hin. Bereits im Salbuch von 1118 des Klosters Reichenbach sowie im Salbuch 1334-1339 des Klosters Kastl ist es als Ober-/Niederstifterslohe erwähnt. Zwei Anwesen mussten nach Kastl, zwei nach Sulzbach Abgaben abführen. Auch im Salbuch 1366 von Kaiser Karl VI. wird von vier Anwesen berichtet, zwei mussten Abgaben nach Sulzbach leisten.

Mitten durch die Ortschaft ging die Grenze zwischen Kurpfalz und neuer Pfalz. Die Straße war sieben Meter breit. Dann begann eine schwere Zeit, Hussitenkriege, 30-jähriger Krieg, Pest usw. Alle Unterlagen und Kirchenbücher wurden vernichtet. Erst ab 1650 sind wieder Aufzeichnungen da. Dass Stifterslohe eine lange Verbindung zu Rosenberg hat, beweist ein Schreiben von 1755, als die Bauern zum Schulhausbau Abgaben leisten mussten, die ihnen zu hoch waren.

Oft umgemeindet


Die Stiftersloher Kinder gingen schon immer nach Rosenberg zur Schule, etwa vier Kilometer, eine Stunde. Bei der Gemeindeeinteilung Bayerns 1818 wurde Stifterslohe mit den Orten Grund, Prohof, Kropfersricht und Siebeneichen der Gemeinde Poppenricht zugeteilt. 1946 von den Amerikanern nach Angfeld umgemeindet. Bei der letzten Gebietsreform 1978 entschieden sich die Bewohner nach Sulzbach-Rosenberg. Die Schulen, die Gräber und die Verbindung zur Stadt waren schon immer gegeben. Der Wunsch, in Stifterslohe, eine Kapelle zu errichten, geht schon weit zurück. Der 13. August 1989 war ein historischer Tag für Stifterslohe.

Obersdorf, Siebeneichen


Zum Abschluss waren noch ein paar Sätze vom Dorf Obersdorf zu hören. Gertraud Reichenberger berichtete, dass der Ort Obersdorf bis 1972 zur Gemeinde Kötzersricht gehörte, doch die Einwohner zur Pfarrei Rosenberg. In Obersdorf gab es neben vier Höfen auch noch ein Wirtshaus, einen Kramerladen sowie eine Schreinerei. Gerlinde Hering berichtete kurz über Siebeneichen, dort gab es ja im Mittelalter eine Kirche sowie eine Poststation, in der die Pferde gewechselt werden konnten. Von der Kirche ist nur mehr der Türeingang an einer Hauswand zu sehen.
Weitere Beiträge zu den Themen: KAB Rosenberg (3)Dorfgeschichten (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.