Kanal und Wasserleitung für Niederricht
Besserer Schutz fürs Wasser

Die Unterschreitung der veranschlagten Bauzeit um zwei Monate freute die Politiker, Verantwortlichen und Bewohner von Niederricht gleichermaßen.
 
Der Regenwasserkanal mündet in den neuen Regenklär- und Retentionsteich. Daraus wird das Wasser über eine Versickerungsmulde, die entlang des Kirchenweges angelegt wurde, in das Grundwasser. Bilder: Royer (3)

Am Ende stand die Vorfreude auf ein Dankessen in Kauerhof, aber auch das gute Gefühl, für den Trinkwasserschutz Enormes geleistet zu haben. Die Einwohner des Stadtteils Niederricht feierten am Mittwoch mit den Verantwortlichen das Ende der Arbeiten zum Anschluss an das Abwassernetz und zur neuen Wasserleitung.

Die Freude war groß bei allen Beteiligten über den gelungenen Abschluss der Doppel-Baumaßnahme in Niederricht. Die Firma Anton Steininger aus Neunburg vorm Wald stellte in den vergangenen zehn Monaten die Verbindung des Dorfes mit der Ortskanalisation in Kummerthal und somit mit der Kläranlage in Unterschwaig her. Bürgermeister Michael Göth freute sich über die professionelle Ausführung und einen Anschlussgrad von fast 100 Prozent im Stadtgebiet. Diese Tatsache war auch Dr. Hans Weiß, Vize-Chef des Wasserwirtschaftsamtes Weiden, ein Lob wert, denn im Umkehrschluss bedeute das einen gewaltigen Beitrag zum Trinkwasserschutz.

Im der Nähe befinde sich zudem ein Wasserschutzgebiet, das den Einzugsbereich der Brunnen im Haselgraben sichere, wo rund 1,5 Mio. Kubikmeter kostbares Nass für Sulzbach-Rosenberg gewonnen würden.

Rund 800 000 Euro


Die Planungen der mit rund 800 000 Euro veranschlagten Maßnahme lag in den Händen des Ingenieursbüros Renner + Hartmann aus Amberg. Geschäftsführer Werner Renner sprach dann auch vom aktuell installierten Trennsystem als "Mercedes" unter den verfügbaren Varianten.

Insgesamt redete der Fachmann von einer "Bilderbuch-Maßnahme", erklärte die Trennung von Regen- und Schutzwasser, mahnte aber, in den Häusern nicht alles ins Abwasser zu kippen. Matthias Aures, Wasserwart der Röckenricht-Gruppe, die unter anderem auch Niederricht mit Trinkwasser versorgt, ergänzte die Angaben zur Ausführung.

So seien gleichzeitig mit dem Kanalbau im Stadtteil große Teile der 60 Jahre alten Wasserleitung und der Hausanschlüsse im öffentlichen Bereich erneuert worden. Auftraggeber hierfür war die Gemeinde Neukirchen. Deren Bürgermeister Winfried Franz lobte die vorbildliche interkommunale Zusammenarbeit. Besonders freute ihn dabei, dass der Kostenrahmen eingehalten werden konnte. Auch sei die rege Beteiligung der Bewohner an der Maßnahme erfreulich und zielführend gewesen.

Neue TechnikDie Schmutzwässer aus den einzelnen Anwesen werden dem neuen Kanal zugeleitet. Die im westlichen Ortsbereich vorhandene Tiefenzone wurde über ein Pumpwerk an den neuen Hauptkanal angeschlossen.

Der Hauptkanal verläuft vom westlichen Ortsrand in östliche Richtung zum Schmutzwasserhauptpumpwerk (Standort im Bereich des Regenklär- und Retentionsteiches).

Von der Pumpstation wird das gesamte Schmutzwasser dann über eine rund 762 Meter lange Druckrohrleitung zum Anschlussschacht in Kummerthal gepumpt.

Parallel zum neuen Kanal verläuft der vorhandene Regenwasserkanal aus Beton für die Sammlung und Ableitung der Niederschlagswässer aus den öffentlichen und privaten Flächen, sowie aus dem südlichen Hang-Einzugsgebiet. Der Regenwasserkanal mündet in den neuen Regenklär- und Retentionsteich.

Im Zuge der Kanalbauarbeiten wurde von Niederricht nach Kummerthal auch ein Leerrohr für Kommunikationsleitungen verlegt.

Die Kosten für Erneuerung der Wasserleitung sowie für die Unter- und Oberflurhydranten für den Brandschutz übernimmt die Stadt Sulzbach-Rosenberg. (oy).
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