Knappschaft informiert bei 60plus zur Pflege
Wissen, was einem zusteht

Mit vielen Fragen wurden Pflegeberater Stefan Güthlein und Sachberaterin Bettina Moser konfrontiert. Bild: hfz

In jungen Jahren dürften sich wohl nur wenige damit beschäftigen, was es bedeutet, ein Pflegefall zu sein. Doch ist es sinnvoll, sich vorzubereiten. Diesem Ziel diente der Treff von 60plus im Altstadtcafé. Pflegeberater Stefan Güthlein und Bettina Moser von der Knappschaft in Amberg informierten über die Pflegeversicherung.

Seit einigen Jahren ist jede Krankenkasse gesetzlich verpflichtet, einen Pflegeberater zu beschäftigen. Davon sollte jeder Pflegebedürftige Gebrauch machen und sich über Leistungen der Pflegekasse beraten lassen. Vorsitzende Helene Schwarz wies auf die Bedeutung des Beraters hin.

Finanzielle Möglichkeiten


Anhand eines Beispiels erläuterte Stefan Güthlein von der Knappschaft die finanziellen Möglichkeiten der verschiedenen Stufen der Pflegeversicherung. Anspruch bestehe für solche Personen, die auf Dauer (mindestens sechs Monate) pflegebedürftig oder in der Alltagskompetenz erheblich eingeschränkt sind. Ob dies der Fall sei, stelle der Sozialmedizinische Dienst fest. Die Untersuchung erfolge entweder im häuslichen Bereich oder in der Pflegeeinrichtung, in der der Patient untergebracht sei.

Bei einer häuslichen Pflege könne der Betroffene zwischen Pflegegeld und Pflegesachleistung wählen, wobei auch eine Kombination möglich sei. So zahle die Pflegeversicherung ein anteiliges Pflegegeld, wenn die Pflegesachleistung nicht im vollen Umfang benötigt werde. Wenn die Pflegeperson vorübergehend verhindert sei, bestehe Anspruch auf Verhinderungspflege oder Kurzzeitpflege von bis zu sechs Wochen pro Jahr.

Nichts verfallen lassen


Bei zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen sei bedeutsam, dass die in einem Kalenderjahr nicht in Anspruch genommenen Leistungen auf das nächste Kalenderjahr ohne gesonderte Antragstellung übertragen würden, machte der Pflegeberater aufmerksam. Diese müssten aber im folgenden Halbjahr ausgeschöpft werden, da sie ansonsten verfallen. Die Knappschaft leiste auch finanzielle Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes. Dazu gehören beispielsweise ein Türverbreiterung, ein Treppenlift oder der barrierefreie Umbau des Bades.

Antrag bald stellen


Diese finanziellen Zuwendungen, die auf maximal 4000 Euro je Pflegebedürftigen begrenzt sind, seien für die Wohnung des Pflegebedürftigen oder für den Haushalt, in dem er aufgenommen wurde, möglich. "In einem Seniorenheim ist dies aber nicht der Fall!" Der Antrag auf einen solchen Zuschuss sollte vor Beginn der geplanten Maßnahme gestellt und die Entscheidung der Pflegekasse abgewartet werden.

Wenn nötig, komme der Pflegeberater der Krankenkasse auch in die Wohnung des Pflegebedürftigen, um diesen über seine Ansprüche aus der Pflegeversicherung zu informieren. Mit praktischen Beispielen ergänzte die Sachbearbeiterin Bettina Moser die Ausführungen des Pflegeberaters. Zum Abschluss gab der Pflegeberater noch einen Ausblick über künftige Veränderungen, die das Pflegestärkungsgesetz II ab 1. Januar 2017 mit sich bringt. Dazu soll noch eine weitere Veranstaltung stattfinden.
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