Konzert des Herzog-Christian-August-Gymnasiums
Perfekt abgestimmtes Erlebnis

Mit der Suite aus "Star Wars" brachten Stefanie Rösch und das HCA-Orchester den Saal zum Brodeln.
 
Das von Jan Roidl gelenkte Vokalensemble begeisterte mit Chart-Hits und Beatboxer Michael Hoang Minh (Fünfter von rechts).

Offiziell mag das Herzog-Christian-August-Gymnasium eine sprachliche, naturwissenschaftliche und technologische Oberschule sein - nach dem furiosen Sommerkonzert wäre jedoch der Zusatz "musisches Gymnasium ehrenhalber" absolut verdient. Rund 800 Konzertbesucher an zwei Abenden können nicht irren.

Sulzbach-Rosenberg. Weil der Ansturm auf die in jeder Hinsicht außergewöhnliche Veranstaltung alle HCA-Grenzen sprengte, freute man sich auch diesmal wieder über die große und tatkräftige Gastfreundschaft der benachbarten Staatlichen Berufsschule.

Professionelle Arbeit


Aber selbst die weitläufige Kombination aus Konzertsaal und Aula dort rückt näher an die Grenzen des Möglichen. Die einleuchtende Begründung für die überbordende Begeisterung entspann sich gute zwei Stunden lang zwischen dem zünftigen Intro und Abgang der Bläsergruppe "Im Blech nichts Neues", deren Programm-Auftakt "By my side" die Latte nahe an die Skalierung "professionell" legte. Der Unterstufen-Chor übernahm auf dieser Höhe und ersang mit dem kraftvollen "Fight Song", dem frisch entschmalzten Bette-Midler-Hit "The Rose" und der Fußball-WM-Reminiszenz "Auf uns" von Andreas Bourani die nächste Perle auf der Programm-Schnur voller Höhepunkte.

Flexibel kombinierbar


Dass das HCA bei Ensembles und Solisten aus praller Fülle schöpfen kann, bewiesen hier wie auch im Folgenden die flexibel kombinierbaren Besetzungen - mal puristisch, mal mit Klavierbegleitung, mal mit Streichern, aber immer perfekt von den Musiklehrern Stefanie Rösch und Jan Roidl ein- und abgestimmt.

Das galt auch für den HCA-Chor, der nach den Ohrwürmern "Don't stop me now", "Tears in Heaven" und "Viva la vida" ebenso Beifallstürme erntete wie das Vokalensemble, das sich an Bruno Mars, Imagine Dragons und David Guetta hielt.

Fingerfertige Kunst


Auf leisen Abschieds-Sohlen bewegte sich das Abi-Quintett Julia Strobel (Sopran), Magdalena Ertel (Alt), Sebastian Brandl (Bariton) und Konstantin Lindner (Bass) mit "You are the new day" und "Lullaby". Den Tenorpart im A-cappella-Beitrag ergänzte versiert zurückhaltend Chorleiter Jan Roidl. Ganz auf sich und sein Instrument zentriert, schaffte es auch der frisch gebackene "Jugend musiziert"-Bundeswettbewerb- Preisträger Ben Hartmann, durch fingerfertige Kunst am Marimbaphon zu faszinieren.

Selbst arrangiert


Den klassischen Akzent des Abends setzte das Trio Saskia Kiesel, Lukas Wagner (Querflöten) und Madeleine Siegert (Klavier) mit dem selbst arrangierten "Concerto für 2 Flöten" von Domenico Cimarosa. Klassisch besetzt, aber charmant modern präsentierte dagegen das Streicherensemble "Pretty woman". Mit Fortschreiten des Abends schlug auch die Stunde der bestens aufgestellten Big Band, die sich lässig und cool durch die Nummern "Get smart", "Brown Eyed Girl" und "The Jazz Police" jazzte und mit dem Rocky-Klassiker "Gonna fly now" gleich den roten Teppich für einen weiteren Blockbuster-Hit ausrollte.

Star Wars als Höhepunkt


John Williams Soundtrack zu "Star Wars" zählt seit langem und auch wieder aktuell zu den größten Kompositionen dieser beliebten Musik-Sparte. Aber was Stefanie Rösch und das HCA-Orchester live hinlegten, riss endgültig alle Barrieren zwischen Musikern und Zuhörern nieder. Der Saal kochte, das Publikum tobte, der Sternenkrieg ging in eine zusätzliche, frenetisch eingeforderte Runde.
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