Kräuterabend mit Markusine Guthjahr
Schätze der Natur gekostet

Ein fröhliches Schaffen zusammen mit Markusine Guthjahr (Mitte). Beim Schnittchen belegen wird sie unterstützt von den SRZ-Mitarbeiterinnen Elfriede Winter (rechts) und Ulrike Maul (Zweite von links) sowie Gertraud Lindner, Königstein (links) und Ursula Gradl, Hahnbach (Zweite von rechts). Bild: hka

Die Frühlingssonne und der warme Regen lassen sie prächtig gedeihen: Brennesseln, Giersch, Löwenzahn, meist ungeliebte Kräuter im Hausgarten. Doch diese Wildkräuter sind wahre Schätze für die Gesundheit. Markusine Guthjahr kennt sie, weiß um ihre Wirkung und verarbeitet sie in Speisen und Getränken. Rund fünfzig Leser unserer Zeitung durften ihre Köstlichkeiten auch probieren.

"Guthjahr und SRZ bitten zum Kräuterabend", dieser Einladung sind Interessenten aus Stadt und Land gefolgt, erstaunlicherweise nicht nur Frauen, sondern auch zahlreiche Männer, die sich im Gasthof Zum Bartl für den "Frischekick mit Frühlingskräutern" interessierten. Die Expertin und Buchautorin aus Königstein gab in Wort und Bild ihr enormes Wissen über Wildkräuter, ihre Heilwirkung und ihre Verwendung bereitwillig an ihre Zuhörer weiter, und rühmte den Vorteil dieser Schätze der Natur.

"Wenn man Kräuter sammelt, nimmt man die Umwelt besser wahr", beschrieb sie den zusätzlichen Nutzen ihrer Tätigkeit in der Erwachsenenbildung, bei Vorträgen und Publikationen in Fachzeitschriften und als Autorin zahlreicher Bücher. Mit der "Sulzbach-Rosenberger Zeitung" arbeitet sie seit vielen Jahren zusammen, organisiert Kochabende und Kräuterwanderungen, wofür die Redaktionsmitarbeiterinnen Elfriede Winter und Ulrike Maul ihr ausdrücklich dankten.

Gekocht wurde nicht an diesem Abend, gegessen schon, denn die Referentin hatte verschiedene Brotaufstriche, Marmeladen, eingelegte Eier und andere Köstlichkeiten mitgebracht, die im zweiten Teil des Abends von fleißigen Helferinnen zusammen mit Vollkornbrot- und Baguette-Schnittchen angeboten wurden.

Vorausgegangen aber war der umfangreiche Teil der Information. Welche Wildkräuter gibt es im Frühjahr? Welche Wirkung wird ihnen zugeschrieben? Wie können sie in der Küche verwendet werden? Von Bärlauch über Gänseblümchen, Kresse und Schafgarbe bis hin zu Spitzwegerich und Vogelmiere: Guthjahr beschrieb sie alle, hatte eine Liste zusammengestellt, sogar einige davon mitgebracht und bot die von ihr erprobten Rezepte an.

Bärlauch wie Gold


Schon Pfarrer Kneipp, so die Rednerin, wollte den Bärlauch "verehren wie Gold". Und die Vorfahren wussten wegen der Schwefelstoffe im Schnittlauch auch um seine hautpflegende Wirkung. Dass die Brennessel weit mehr Vitamin C enthält als die Zitrone, dass der Giersch nicht nur als Teufelszeug, sondern auch als Gichtkraut bezeichnet wird und die Bitterstoffe des Löwenzahns Leber und Galle gut tun, all das ist ein Wissen, das altbekannt, aber vielfach von heutigen Pharmaprodukten verdrängt worden ist.

Markusine Guthjahr aber macht Werbung für diese Schätze der Natur, "die, richtig angewendet, nützen, nicht schaden und außerdem nichts kosten".

Das Sortiment an Marmeladen, Kräuterlikören, Essig, Sirup, Tinkturen und anderen schmackhaften und heilsamen Erzeugnissen aus ihrer eigenen Küche wurde vom interessierten Publikum studiert, ihre schon zu Hause vorbereiteten Köstlichkeiten mit großem Appetit verzehrt.

Dass die Schüsseln und Töpfe mit der Wildkräuterbutter, dem Erdäfpfel-Kas mit Bärlauch, den marinierten Würzeiern und dem Linsenbrotaufstrich am Ende des Abends leer waren, hat bewiesen, dass nicht immer Fleisch, Wurst und Käse auf dem Tisch sein müssen, sondern dass es Alternativen gibt, die nicht nur gut tun, sondern auch schmecken.
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