Kreis-Imkertag in Sulzbach-Rosenberg
Unverzichtbar und trickreich

Die Honigbiene gilt als wichtige Bestäuberin, die in großen Scharen ausfliegen kann. Manchmal arbeitet sie aber auch mit einigen Tricks. Bild: hfz
 
Bürgermeister Michael Göth, Fachwart Alexander Titz, Kreisvorsitzender Andreas Royer, Referentin Dr. Pia Aumeier und 2. Kreisvorsitzender Helmut Heuberger (von links) verwiesen auf die Bedeutung der Imkerei. Bild: gf

Um Naturschutz dreht sich fast alles bei den Imkern. Honigbienen gelten durch ihre Bestäubungsleistung in unseren Breiten als Garanten der Artenvielfalt. Beim Kreis-Imkertag kam dies verstärkt zur Sprache. Im Hauptvortrag gab es dann einige Überraschungen.

Im ehemaligen Kino Capitol versammelten sich rund 100 Gäste beim Imkertag des Kreisverbandes Sulzbach-Rosenberg. Vorsitzender Andreas Royer freute sich zunächst über die Vertreter von vielen befreundeten Organisationen, die sich gemeinsam mit den Imkern für eine lebenswerte Umwelt einsetzen. Detaillierte Hinweise auf die Gefährdungen, denen alle bestäubenden Insekten ausgesetzt sind, rundeten das Impulsreferat ab.

Bürgermeister Michael Göth sprach den Imkern, auch im Namen von Landrat Richard Reisinger, Lob für ihren Einsatz aus. Besonders würdigte er dabei die Schulbienenprojekte, die Nachwuchsausbildung, die enge Zusammenarbeit mit der Stadtgärtnerei und den neu angelegten Bienenwald mit bayernweiter Leuchtturmfunktion.

Im Mittelpunkt stand der Hauptvortrag von Dr. Pia Aumeier. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der AG Verhaltensbiologie an der Ruhr-Universität Bochum und lässt ihre Bienen - mehr als 600 Völker betreut sie - im botanischen Garten fliegen.

"Wer Bienen hält, wirft einen Blick über den Tellerrand und sieht die Welt mit anderen Augen", so Aumeier. Plötzlich spritzten die Leute kein Gift mehr im Garten, ließen Unkraut wachsen und blühen und verlören die Angst vor Insekten, so die Erfahrung der Biologin. Ihr persönliches Fazit: "Bienen sind grandios. Sie anzufassen, ihre Wärme zu spüren und ihr Summen zu hören, ist ein erhebendes Gefühl." In ihrem Vortrag "Einsam oder gemeinsam, Blütenökologie und Bestäubertätigkeit von Honigbiene und Co." schilderte sie emotional die Bestäubertätigkeit der Bienen aus eigener Sichtweise.

Ängste unbegründet


Insekten erweckten nicht gleich bei allen Menschen Sympathien. Gerade wenn es um Wespen und Hornissen geht, reagierten manche Menschen schon beim Verdacht, es könne sich um diese Insekten handeln, hektisch oder sogar panisch. Hornissen und Wespen werden unberechtigterweise pauschal als gefährlich und schädlich angesehen. Sie würden häufig als lästig empfunden, erschlagen, bekämpft und es werden ihre Nester zerstört. Die Ängste, die solch ein Verhalten gegenüber diesen Nützlingen erklären könnten, seien weitgehend unbegründet und ließen sich überwinden. Diese Insekten, wie alle anderen wildlebenden Tierarten, sind nach den Vorschriften des allgemeinen Artenschutzes geschützt.

"Honigbienen retten nicht die Welt", so eine persönliche These von Pia Aumeier. Weltweit betreffe die Bestäuberleistung von Honigbienen nur acht Prozent. Mit über 80 Prozent seien die Käfer die häufigsten Bestäuber. "Eigentlich ist die Beziehung zwischen Bienen und Blumen recht gleichberechtigt auf Geben und Nehmen ausgerichtet. Klappt aber nicht immer. Bei manchen Blumen wie der Indianernessel bestäubt die Biene nicht, sondern klaut Nektar, indem sie ein Loch in den Blütenansatz bohrt, um Nektar zu schlecken. So kommt man auch mit kurzer Zunge an den Nektar langer Blüten. Leider geraten sie nicht in die Nähe von Narben und Staubblätter, die Blüte wird nicht bestäubt - Nektarraub nennt man das. Oder: das gewaltsame Aneignen von Nektar durch Zerstören von Pflanzenteilen. Nun soll man nicht mit dem Finger auf andere zeigen, aber die pummeligen Hummeln sind auf ähnliche Weise noch größere Räuber!", bekannte die Rednerin.

Varroa im Gespräch


Am Ende gab es noch ausführliche Information der Biologin zur Varroabehandlung, bei der sich die Imker rege beteiligten. "Wir können eine modulare Betriebsweise empfehlen, mit der bei akkurater Durchführung Völkerverluste Schnee von gestern sind", resümierte die Referentin.
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