Landfrauen-Frühstück mit swe "heilsamen Kraft des Humors"
Lächelnd die Zähne zeigen

Ein volles Haus und ein opulentes Frühstück gab es im Landgasthof Heldrich in Forsthof bei den Landfrauen. Bild: hka

Das erste Lachen galt dem köstlichen Frühstücksbuffet aus der Küche der Familie Heldrich. Heiterkeit und Lachen folgten auch in den nächsten Stunden. 170 Frauen vom Land erfuhren von der "heilsamen Kraft des Humors" und zwar nicht nur theoretisch, sondern in praktischen Beispielen.

Von Helga Kamm

Das Bildungswerk des Bauernverbandes steht für interessante Veranstaltungen ebenso wie für ausgezeichnete Referenten. Aus diesem Grund ist auch das Landfrauenfrühstück ein begehrter Termin für die Damen aus Stadt und Land. 170 Besucherinnen aus dem Umland von Auerbach bis Amberg glaubten der Referentin Ursula Lux aus Schonungen bei Schweinfurt aufs Wort, als sie erklärte: "Ich tue fast alles was ich tue mit Freude."

Über sich lachen


Kreisbäuerin Brigitte Trummer begrüßte Lux als Multitalent, das neben Mutter von vier Kindern in unterschiedlichen Berufen tätig ist, unter anderem als freie Journalistin, Krankenhausseelsorgerin, Logopädin und Trauerrednerin. Ihr Thema im Saal des Landgasthofes Heldrich war ein ganz anderes. In "Das Leben ist viel zu kurz für ein langes Gesicht" erzählte sie von der "heilsamen Kraft des Humors". Und sie trug nicht nur vor, sie experimentierte auch mit ihren Zuhörerinnen, ließ sie eine Minute lang lächelnd die Zähne zeigen, um schlechte Laune zu vertreiben und 80 Muskeln auf einmal in Bewegung zu setzten.

Uns Deutschen geht es so gut wie noch nie, trotzdem sind wir als "Jammerer" verschrien.Ursula Lux

"Warum haben wir verlernt unser Leben zu genießen?", fragte die Referentin. Den Deutschen ginge es so gut wie noch nie, trotzdem seien sie als "Jammerer" verschrien. Sie unterschied Humor - "der Schwimmgürtel unseres Lebens" - und Lachen, ein wichtiges menschliches Kontaktsymbol. Humor beschrieb sie als Fähigkeit, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen, über sich lachen zu können. Lachen sei - was Babylachen beweise - dem Menschen angeboren, mache ihn sympathisch. Erziehung aber und der sogenannte "Ernst des Lebens" habe dazu beigetragen, das Lachen zu verlernen. Die Wissenschaft habe herausgefunden, so Lux, dass ein Kleinkind am Tag im Schnitt 400mal lache, ein Erwachsener gerade sechsmal. Und worüber lachen die Deutschen am meisten? Auch darauf hatte die Referentin eine fundierte Antwort: Frauen über Männer und Männer über Sex.

Witze und Anekdoten


Nicht nur diese Feststellung trug zu Heiterkeit im Saale bei sondern auch zahlreiche Geschichten, Anekdoten und Witze, mit denen Lux ihren Vortrag würzte, so dass sie ihre Theorie gekonnt in die Praxis umsetzte.

Dass Lachen nicht überall das selbe ist, zeigt sich laut der Rednerin darin, dass es einen britischen Humor gibt, einen schwarzen, den versteckt kritischen Witz in Diktaturen und den regional unterschiedlichen: "Oberbayern haben einen anderen Humor als Ostfriesen.". In jedem Fall aber sei Lachen gesund. Das Zwerchfell bewege sich beim Atmen, das rege die inneren Organe zu vermehrter Durchblutung an. Nachgewiesen sei eine Regulierung des Blutdrucks und die Stärkung des Immunsystems: "Durch 20 Minuten herzhaft lachen jeden Tag können Sie sich die Grippe-Schutzimpfung sparen." Ursula Lux sprach von Glückshormonen und Endorphinen, die beim Lachen ausgeschüttet werden, von Gelotologie, der Wissenschaft vom Lachen, von Lach-Yoga und vom Einsatz des Humors in der Psychotherapie. Sie zählte eine Reihe von Möglichkeiten auf, ihn zu lernen und zu trainieren.

"Es lohnt sich zu üben", versicherte sie, "denn mit Humor lässt es sich einfacher leben." Und noch eine Aussage traf sie, die in unserer unruhigen Zeit nachdenklich machen sollte: "Lachen ist völkerverbindend. Mögen Worte und Gesten verschieden sein, Lachen ist weltweit gleich.

Der lächelnde JesusEine Rarität hatte die Referentin mitgebracht: das Bild eines lächelnden Jesus. "Die Kirche tut sich schwer mit dem Lachen", stellte Ursula Lux fest. Sie verkünde zwar die Frohbotschaft, Bilder eines lachenden Jesus gebe es kaum. Das gelte für beide Konfessionen. Martin Luther habe noch einen sehr deftigen Humor gehabt, seine Nachfolger aber nicht mehr. Sie verwies auf eine Szene im Buch und Film "Der Name der Rose", wo es sinngemäß heißt, Lachen vertreibe die Furcht, und ein Leben ohne Furcht sei eine Gefahr für den Glauben. (hka)
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