Landtagsabgeordnete unterstützen Schrebergärtner
„Heimat nicht erneut verlieren“

Der Einsatz für den Eigenerwerb der Schrebergärten geht weiter: Vor den Abgeordneten schilderte Walter Weisenberger (links) das über die Jahre vorbildliche Verhältnis in der Gartenanlage zwischen alteingesessenen Herzogstädtern und den deutschstämmigen Spätaussiedlern. Bilder: Royer (2)
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
02.08.2016
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Bürgermeister Michael Göth (rechts) hatte die Landtagsabgeordneten Dr. Harald Schwartz (links/CSU) und Reinhold Strobl (Zweiter von rechts/SPD) zur Gartenanlage eingeladen. Vom Stadtrat war Hermann Völlger dabei.

"Verkauf verhindern, Vorkaufsrecht einräumen!" Das ist die einhellige Forderung der Pächtergemeinschaft, die ihre Lebensmittelpunkte in der Schrebergartenanlage am Annaberg in extremer Gefahr sieht. Vom Treffen mit den regionalen Landtagsabgeordneten Dr. Harald Schwartz (CSU) und Reinhold Strobl (SPD) erhoffen sie sich jetzt wertvolle Unterstützung.

Der direkte Kontakt der Gartenfreunde mit den Landespolitikern kann gut und gerne auch als klassischer Fall von Interessensvertretung für den kleinen Mann verstanden werden - gelebte Demokratie also. Ob der Einsatz von Strobl und Schwartz nun in diesem konkreten Fall zum Erfolg führt, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sicher, aber der Hebel wurde richtig angesetzt.

Sorgen und Nöte


Auf Initiative von Bürgermeister Michael Göth, den die Pächter von Anbeginn als Verfechter ihrer Anliegen mit ins Boot nahmen, trafen sich die Mandatsträger am Montag auf dem Grundstück der Familie Hausner mit Pächtern und Nachbarn, um sich deren Sorgen und Nöte im Zusammenhang mit dem drohenden Verkauf durch die Immobilien Bayern fernab von Wahlkampfgeplänkel anzuhören.

Zunächst ertönte Volkes Stimme in Form verschiedener Erfahrungen in der Anlage aus den Anfangsjahren, aber auch aus der jüngeren Vergangenheit. Deutlich wurde einmal mehr, dass die Parzellen den Pächtern dort enorm viel bedeuten. Das kam auch bei den Besuchern aus dem Maximilianeum glasklar an, wie sie versicherten. Die Erwirkung eines Vorkaufsrechts zu ortsüblichen Preisen für Gartenland stand deshalb als Grundforderung im Raum.

Stadtoberhaupt Göth skizzierte ergänzend die Sachlage vor Ort, verwies auf die gewachsene Struktur der gelebten Integration zwischen Alt- und Neu-Sulzbach-Rosenbergern und erinnerte daran, dass bereits in der jüngsten Stadtratssitzung als Alternative ein Antrag auf Ankauf der betroffenen Schrebergärten in der Anlage "Fuchsengarten" durch die Stadt gestellt worden sei. Alle Fraktionen würden dieses Vorgehen mittragen, resümierte der Rathauschef. Zwischen den Wortbeiträgen beim "Termin im Grünen" kamen wiederholt Anmerkungen von Pächtern und Nachbarn, die den Besuchern das tägliche Miteinander verdeutlichen sollten: "Wir leben hier die Integration. Es gibt hier keine Russen und keine Deutschen, hier gibt es nur gute Nachbarn", unterstrich Walter Weisenberger. Und eine andere Stimme meinte gar: "Wir wollen nicht erneut unsere Heimat verlieren!"

Über Finanzministerium


Stadtrat Hermann Völlger (SPD) machte deshalb noch einmal gegenüber den Parlamentariern deutlich, dass hier eine Versteigerung nicht stattfinden dürfe. Schwartz sah das berechtigte Anliegen der Pächter und versicherte, das Ziel zunächst in einem Gespräch mit der Immo Bayern erreichen zu wollen. Ein Versprechen, dass es klappt, konnte er aber nicht geben. Der Weg führe aber sicher über das Finanzministerium und die dortige Beamtenebene, um entweder ein Vorkaufsrecht zu erhalten oder den Weg für einen Ankauf durch die Kommune frei zu machen.

Strobl wollte niemand nach dem Mund reden, sicherte aber zu, das Anliegen im Haushaltsausschuss vorzubringen. Bei verschiedenen Verkäufen durch die Immo Bayern habe es durchaus schon Ausnahmen gegeben, weshalb man auch hier eine grundsätzliche Klärung verlangen könne, schloss der Politiker. (Angemerkt)

Wir leben hier die Integration. Es gibt hier keine Russen und keine Deutschen, hier gibt es nur gute Nachbarn.Walter Weisenberger
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