Location-Scout auf der Suche nach Drehorten im Landkreis Amberg-Sulzbach
Blockbuster in der Maxhütte

Location-Scout Bap Koller hat den Fotoapparat gezückt. Von den leerstehenden Werkshallen der ehemaligen Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg konnte er gar nicht genug bekommen. Bilder: Hartl (4)
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Sulzbach-Rosenberg
16.02.2016
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Ebenfalls als Drehort ins Spiel gebracht wurden die Kaolingruben in Hirschau und Schnaittenbach.
Sulzbach-Rosenberg: Maxhütte |

James Bond seilt sich vom ehemaligen Hochofen der Maxhütte ab - eine traumhafte Vorstellung. Am Dienstag begab sich ein Location-Scout auf die Suche nach möglichen Filmkulissen in der Region und wurde fündig.

-Sulzbach. Im ehemaligen Stahlwerk in Sulzbach-Rosenberg standen nicht nur die Türen offen, sondern auch einige Münder. "Das sind schon brachiale Motive", schwärmte Bap Koller, als er in der, dunklen, verlassenen Konverterhalle stand und sich umblickte. Koller arbeitet für die Tourismusagentur des Freistaates Bayern und vermittelt Drehorte an Filmemacher.

"Set-Jetter" im Blick


Die Oberpfalz kam in seinem Portfolio bisher nur spärlich vor. Das ist seit Dienstag anders. "Wir haben eine Menge interessante Plätze gefunden", zog der Eventmanager nach seiner Tour durch Amberg und den Landkreis Bilanz. Landtagsabgeordneter Harald Schwartz (CSU) hatte den Besuch eingefädelt, um die Region stärker ins Blickfeld von Regisseuren und Produzenten zu rücken. Denn so ein Blockbuster könnte dem Tourismus in der Region einen kräftigen Schub verleihen, ist sich Schwartz sicher.

"Mit Originalschauplätzen von erfolgreichen Kino- und Fernsehproduktionen lässt sich hervorragend werben", erklärte der mitgereiste Geschäftsführer der Bayern Tourismus Marketing GmbH, Jens Huwald. "Es gibt ein touristisches Klientel für solche Gäste. Wir nennen sie Set-Jetter", sagte er und verwies auf das Glottertal in Baden-Württemberg, das wegen der Schwarzwaldklinik einen Fremdenverkehrsboom erlebt hat.

Die staatliche Tourismusagentur unterhält deswegen zwei Datenbanken - eine, in der Filmproduzenten wie in einem Immobilienportal nach Drehorten suchen können. Die andere für Cineasten, die ihren Urlaub an Originalschauplätzen verbringen wollen. "Der Landkreis Amberg-Sulzbach kommt mit einigen Leuchttürmen in unseren Schaukasten", versprach Koller. Besonders gut haben ihm neben der ehemaligen Maxhütte die Kaolingruben in Hirschau und Schnaittenbach sowie die leerstehende Klosterburg in Kastl gefallen.

Die Kastler Burg sei gerade deswegen interessant, weil sie ungenutzt sei. "Das wäre für eine Filmcrew natürlich ideal", meinte Koller. Für den Kinofilm "Fack ju Göhte" zum Beispiel hätte sich die im Eigentum des Freistaats befindliche Immobilie angeboten. Aufgefallen ist dem Location-Scout auch die Landschaft. "Das Lauterachtal ist wirklich außergewöhnlich. Da muss ich unbedingt nochmal hin."

Bis hin zur Moorleiche


Genauer anschauen will sich Koller auch die Maxhütte. Mit dem für die Liegenschaften zuständigen Objektmanager, Bernhard Dobler, vereinbarte er eine geführte Tour durch die Anlagen für Produzenten. "Wir stehen der Sache aufgeschlossen gegenüber", betonte Dobler. Ähnlich äußerte sich zuvor Martin Preuß, Bürgermeister der Stadt Amberg auf dem Mariahilfberg. "Wir sind zu allen Schandtaten bereit", sagte er. "Der Oberbürgermeister würde sogar die Moorleiche spielen."
Der Landkreis Amberg-Sulzbach kommt mit einigen Leuchttürmen in unseren Schaukasten.Bap Koller, Location-Scout der bayerischen Tourismusagentur
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