Mediziner spricht bei SPD-Arbeitsgemeinschaft über psychische Erkrankungen
Zusatzdiagnose Burnout

Auf großes Interesse stieß der Vortrag von Dr. Armin Rüger (stehend) bei der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen. Bild: hfz
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
06.10.2016
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1,8 Millionen Fehltage gehen einer Schätzung der AOK zufolge auf psychische Erkrankungen zurück. Die Angst, den Anforderungen im Beruf nicht gerecht zu werden, treibt manche zur Flucht in den Alkohol oder Medikamentenmissbrauch.

Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen im SPD-Unterbezirk Amberg-Sulzbach-Neumarkt beschäftigte sich bei einer Veranstaltung in der Gaststätte Rosengarten mit dem Thema Burnout. Vorsitzender Karl-Heinz König gab das Wort nach einer Einführung an den Referenten Dr. Armin Rüger.

Burnout stelle keine eigenständige Krankheit dar, sondern eine Zusatzdiagnose bei Problemen in der Lebensbewältigung und dem sogenannten Ausgebrannt-Sein. Deshalb existiere auch nirgends eine verbindliche Definition des Burnouts. Die Medizin kenne dagegen rund 150 verschiedene Symptome, die als Grundlage der Diagnose dienen. In der Öffentlichkeit werde oft lieber der Begriff Burnout verwendet als von einer psychischen Erkrankung zu sprechen.

Ursachen für die Probleme von Beschäftigten lägen oft in einer schlechten betrieblichen Arbeitsorganisation und stetig steigenden Leistungsansprüchen. All diese Faktoren hätten zu einem drastischen Anstieg der Fälle und der Krankheitszeiten geführt. Die AOK beziffere sie auf 1,8 Millionen Fehltage bei 100 000 Beschäftigten.

Um den Anforderungen im Beruf gerecht zu werden, griffen manche zu Tabletten. Das führt nach Rügers Worten ebenso zu gesundheitlichen Schädigungen wie die ebenfalls zu beobachtende Flucht in den Alkohol.
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1 Kommentar
Angela Buchfelder aus Grafenwöhr | 06.10.2016 | 13:09  
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