Motorschaden legt Regionalexpress lahm
Öl im Gleisbett

Die Feuerwehrmänner untersuchten die Unterseite des Zuges und lokalisierten bald die Stellen mit austretender Flüssigkeit. Bild: gf
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
26.02.2016
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Viele Blaulichter zucken, Feuerwehrmänner hantieren mit schwerem Gerät, auf den Schienen steht ein liegengebliebener Regionalexpress: Öl-Alarm am Rosenberger Bahnhof, eine Stunde geht nichts mehr Richtung Nürnberg. Dann fährt der Zug weiter. Zurück bleibt ein verunreinigtes Schotterbett.

Es muss wohl zwischen Luitpoldhütte und Rosenberg gewesen sein, als das Signal im Führerstand des Zuges aufleuchtete. Flüssigkeit trat aus, es war ein Schlauch geplatzt. Der Lokführer stoppte um kurz nach 8 Uhr am Bahnhof Sulzbach-Rosenberg-Hütte, wie er offiziell heißt, und besah sich den Schaden. Er entschied, dass der Zug, der offensichtlich einen Motorschaden aufwies, stehenblieb und verständigte die Verantwortlichen.

1000 Liter abgepumpt


Bald trafen die Feuerwehren Sulzbach und Rosenberg ein, ebenso die Bundespolizei, der Notfallmanager der DB, Vertreter des Landratsamtes und des Wasserwirtschaftsamtes. Die Feuerwehr öffnete, um ein eventuelles Auslaufen zu verhindern, vorsorglich den vorderen Tank des Triebwagens und fing den Diesel-Treibstoff in einer Wanne auf.

Insgesamt pumpten die Männer auf diese Weise rund 1000 Liter in fünf bereitstehende Fässer ab. Eine Faltwanne fing die etwas weiter hinten auslaufende Flüssigkeit unter dem Zug auf, massiver Ölbinder-Einsatz umgab vorsorglich diese Tropfstelle. Zunächst ging also nichts mehr auf dem Gleis Richtung Nürnberg. Die etwa 20 Passagiere des liegengebliebenen Zuges wären zwar mit einem Bus befördert worden, doch das dauerte ihnen wohl zu lange, sie reisten per Taxi weiter nach Neukirchen. Etwa gegen 9 Uhr lief der Zugverkehr nach Westen dann wieder ungehindert, dank einer Umleitung im Bahnhof Rosenberg: Gleis 1 und 2 blieben gesperrt, Gleis 3 und 4 übernahmen.

Ein Regionalexpress dieser Bauart verfügt über zwei Motoren mit jeweils 560 kW Leistung. Nachdem der Treibstoff entfernt war, wechselte der Lokführer in den hinteren Führerstand und setzte den Zug zunächst hundert Meter zurück. Nun offenbarte sich die deutliche Verunreinigung des Schotterbettes: Hydrauliköl war aus einer geplatzten Leitung ausgetreten. Ein Soforttest durch die Wasserrechtsstelle des Landratsamtes bestätigte dies. Hinweise auf massiv ausgelaufenen Diesel fanden sich nicht, es dürfte also eine Auswechslung der Schotter-Oberfläche im Gleisbett genügen, um Umweltschäden zu vermeiden. Der Zug setzte seine Fahrt in die Werkstatt schließlich mit dem zweiten Motor fort.
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Markus Ritter aus Amberg in der Oberpfalz | 26.02.2016 | 22:18  
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