Müller-Vernissage bei Gruppe 81
Bleistift, Ton und Computer

Bernhard (rechts) und Gottfried Müller begrüßten die Besucher der Vernissage im neuen Raum in der Frühlingstraße. Bilder: cog (2)

Die bitterbösen Cartoons mögen gekritzelt sein, aber die Fähigkeit, die Aussage der Zeichnung mit wenigen sicheren Strichen auf den Punkt zu bringen, ist Kunst: Gottfried Müller und sein Bruder Bernd überzeugten die Vernissagen-Besucher.

"Ich bin kein Künstler, sondern ein Kritzler", sagte Gottfried Müller, als er mit seinem Bruder Bernhard die gemeinsame Ausstellung im neuen Ausstellungsraum der Gruppe 81 eröffnete.

Die Besucher der Vernissage betrachteten seine Arbeiten ganz genau, kamen aber zu einem anderen Schluss. Gottfried Müller, im Brotberuf Chirurg, seziert in seinen Cartoons den Krankenhausalltag und die Medizin.

Er zeichnet gegen die romantische Verklärung der Maxhütten-Ära an, protestiert mit einem giftigen Huhn gegen Massentierhaltung und blickt mit spitzem Bleistift hinter die Kulissen des Annabergs.

Skurrile Gestalten


Ähnliche Ausdruckskraft wie die Cartoons haben auch seine Arbeiten aus Ton. Aufgereiht stehen Flaschen edelster Weine, auf denen skurrile Gestalten hocken.

Da gibt es einen "Roten Weingeist" und kleine Teufel, über dem offenen Flaschenhals räkelt sich lustvoll eine nackte Maid, während an einer anderen Flasche gleich zwei kesse Figuren Haschen spielen. In der Vitrine am Eingang warten sehr individuelle Laubsägearbeiten auf Interessenten. Alle Werke von Gottfried Müller sind nämlich gegen eine Spende erhältlich. Wie der Künstler (oder doch Kritzler?) sagte, kommen diese zu 100 Prozent der Gruppe 81 zugute. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, kauften kleine Zeichnungen und auch Müllers Katalog einer früheren Ausstellung, die der Künstler gern signierte.

"Das ist reine Mathematik, nur Formeln", erklärte Bernhard Müller einem Kunstfreund seine großformatigen Bilder. Er berechnet sie am Computer und druckt sie auf Leinwand aus. Das Ergebnis sind abstrakte, aber sehr sinnliche, fast organische Formen, die die Fantasie beflügeln. Roman Friedrich rundet die Ausstellung mit drei Acrylgemälden vom Annaberg ab.

Noch bis Mitte August


Die Ausstellung ist bis Mitte August im Ausstellungsraum der Gruppe 81 in der Frühlingsstraße 10 zu sehen.

Am Freitag, 19. August, wird eine Gemeinschaftsausstellung aller Künstler der Gruppe 81 zur Maxhütte eröffnet. Der Ausstellungsraum ist samstags von 13 Uhr bis 17 Uhr geöffnet, außerdem nach Vereinbarung.
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