Musik, Brauchtum und viel Gaudi
Kirwaglück samt Brunnenbad

Das ist die Rache für den heimtückischen Diebstahl der Schwalben: Rosenberger Kirwaboum landen im Löwenbrunnen, die Woizkirwa-Ehre ist wieder hergestellt. Bilder: bmr (4)
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
21.08.2016
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Zuerst klingelte der Wecker, dann platschte es im Löwenbrunnen: Bei der Woizkirwa gingen Auszeichnung und Strafe Hand in Hand - eine Riesen-Gaudi für die Akteure und Zuschauer. Die Rosenberger kamen nämlich schon mit der Badehose zum Luitpoldplatz.

Mit einem Gottesdienst in der Marienkirche begann der Haupttag der Woizkirwa besinnlich. Gestaltet von den Gesangsgruppen und der Stubenmusik des Stammvereins und der Birgländer, begleitet von Organist Steffen Kordmann. Pfarrer Pater Ignatius aus Indien verglich in seiner Predigt die Woizkirwa mit der schon in der Bibel erwähnten Weizenernte, bei der man sich traf und feierte.

Als zweiter offizieller Programmpunkt stand das "Einsingen" der Boum beim Pamler an. Einer der drei Erstkirwaboum, Tobias Gräf, legte zum Einstand eine souveräne Stripeinlage hin - aber nur ein Ritual, das die "Erstlinge" Tobias Gräf, Dennis Marks und Sven Moser über sich ergehen lassen mussten. Weitere Aufgaben sind Bätzn-Waschen, Bad im Löwenbrunnen und Lieder vorsingen. Die Aufgabe des Bätznführers übernahm in diesem Jahr Florian Kolb allein, da sein Kollege Martin Niebler verhindert war.

Kurz nach 15 Uhr starteten die Kirwa-Boum zum Einholen der Moila. Vorneweg wie immer die beiden Hauptverantwortlichen Manfred Grädler und Johann Gradl von der Birgländer Tanzgruppe, die mit dem Transport des "flüssigen Brotes" vertraut sind.

Die Kirwamoila bemühten sich derweil bei ihrem Einsingen im Bayerischen Hof, Restaurant Korfu und Sperber-Wirt, eine möglichst hohe Zeche zu erreichen. Nach dem "Auslösen der Moila", also dem Bezahlen der Zeche durch die Boum, ging es weiter mit ein paar spontanen Tanzrunden direkt vorm Wirtshaus.

Wieder vereint, wurden die 13 Kirwapaare am Luitpoldplatz mit jubelndem Beifall der Kirwagemeinde begrüßt. Trotz dunkler Regenwolken hielt das Wetter aus, und die 58. Woizkirwa steuerte ihrem Höhepunkt entgegen, dem Austanzen des Kirwabaums. Um 16.11 Uhr klingelte der Wecker, und ein überglücklicher Tobias Gräf umarmte seine Franziska. Als Auszeichnung gab's fürs Moidl ein Schultertuch und für den Boum einen Seidelkrug. Im Anschluss flogen die Rosenberger Kirwaboum als Strafe für das Stehlen der "Schwalben" in den Löwenbrunnen. Zum Auslösen der Schwalben hatten die Sulzbacher ihnen allerdings vorher noch ein 50-Liter-Fass geben müssen, sonst hätten sie den Baum nicht aufstellen können.

Die weiteste Anreise hatten übrigens Margit und Jörg Hack aus Wien, die die Heimat von Schwiegertochter in spe Marion Grädler sehen wollten und vollends begeistert waren. Zur Oberpfälzer Klarinetten- und Blasmusik, traditionell dargeboten vom Trachtenverein Stamm und den Birgländer Musikanten, feierten und tanzten Einheimische und Auswärtige noch lang in die Nacht hinein.
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