Naturschutz- und Hegeschau der Jäger
Wichtig ist, was durchkommt

Den Eichenkranz in Silber verlieh der Bayerische Jagdverband an Jagdberater Harry Vogel (Mitte) für seine großen Verdienste. Kreisgruppen-Vorsitzende Lore Kaiser (links) und Vizepräsident Dr. Günther Baumer (rechts) gratulierten.
 
Wenn beide Seiten sich einig sind, dann geht auch was voran.

Wer das ganze Jahr über hegt und pflegt, der soll auch ernten. Die Jäger der Kreisgruppe Sulzbach-Rosenberg demonstrieren bei ihrer Naturschutz- und Hegeschau jedes Jahr sehr eindrucksvoll ihre Arbeit. Heuer zeichnete sich erstmals ein Umdenken im Wald-Wild-Konflikt ab: Nicht immer ist der Jäger schuld, wenn junge Bäume nicht hochkommen.

Markige Hörnerklänge der Bläsergruppe rufen Jäger und Gäste an ihre Plätze, wenn im Wagner-Saal die Hegeschau beginnt: Kreisgruppen-Chefin Lore Kaiser versicherte den zahlreichen Vertretern von Organisationen, Verbänden und Behörden, dass die waidgerechte Jagd immer über allem stehen sollte.

Bürgermeister Michael Göth bilanzierte reibungslose Zusammenarbeit mit dem BJV, der sich auch bei den Naturschutzprojekten stets mit einbringe. Der neue Chef des Amts für Landwirtschaft, Forstdirektor Wolfhard-Rüdiger Wicht, stellte sich bei den Jägern vor.

Er warb für das neue Projekt seines Amtes, den gemeinsamen Revierbegang, der nicht in Problemfällen, sondern auch dort realisiert werden sollte, wo die Zusammenarbeit zwischen Landwirt, Waldbesitzer und Revierinhaber sehr gut laufe. "Das Amt bleibt dabei selbstverständlich immer neutral", versprach der Behördenleiter.

Einigkeit macht stark


Absicht sei, dass die Revierinhaber die waldbaulichen Vorstellungen und Sorgen der Waldbesitzer kennenlernten und umgekehrt. "Wenn beide Seiten sich einig sind, dann geht auch was voran."

Wer Rehwild wolle, der habe natürlich auch Verbiss. Nur wie viel? Ist die Waldverjüngung beeinflusst, gehen erwünschte Mischbaumarten unter? "War es der Verbiss oder zu wenig Licht, also waldbauliche Gründe, oder eine Kombination?" Wicht bat die Jäger auch darum, die Waldbesitzer dabei zu unterstützen, auf durch den Borkenkäferbefall dezimierten Flächen verstärkt auf Rehwild zu jagen, damit sich der Wald verjüngen könne

Wildschutzzonen wichtig


Bezirks-Chef Dr. Günther Baumer plädierte denn auch nicht für eine Abschaffung des Verbissgutachtens, sondern für eine Verbesserung. Der Wald solle so ausschauen, wie es der Besitzer wolle, nicht irgendein Schreibtisch-Stratege. Und er forderte alle auf, Minister Brunners These zu verinnerlichen: "Entscheidend ist nicht, was verbissen wird, sondern was durchkommt!" Dem Wald gehe es so gut wie nie, habe auch der Waldbesitzer-Präsident geäußert.

Baumer sprach sich unter dem Beifall des Saales aus Tierschutzgründen entschieden gegen eine Ausweitung der Jagdzeiten auf Rehwild aus, wie sie von bestimmter Seite immer gefordert würde. Vielmehr seien Wildschutz-Zonen als Ruheräume angesagt. Abschließend sprach CSU-Landtagsabgeordneter Dr. Harald Schwartz über waffenrechtliche Themen und trat einem Gerücht klar entgegen: "In unserem Landkreis ein Nachtzielgerät auf Ausnahmegenehmigung zu bekommen - vergessen Sie das ganz schnell!"

Jagdberater Harry Vogel diagnostizierte eine Rehwild-Abschusserfüllung von 101 Prozent. Erlegt wurden in den 78 Revieren der Kreisgruppe 1794 Stück, dazu 493 Wildschweine, 11 mehr als im Vorjahr, 47 Muffel, 659 Füchse und 240 Enten.
Wenn beide Seiten sich einig sind, dann geht auch was voran.Forstdirektor Wolfhard-Rüdiger Wicht
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.