Neue Bahnunterführung bei Großalbershof zu niedrig für Busse
Wie ein Korken im Flaschenhals

Da passt in der Höhe keine Hand mehr dazwischen: Im jetzigen Zustand ist die Unterführung für die Linienbusse nicht befahrbar - von einer Einhaltung des vorgeschriebenen Sicherheitsabstandes ganz zu schweigen. Bilder: Gebhardt (3)
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
08.06.2016
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Diskussion am Straßenrand - die Mängel der neuen Anlage wurden gemeinsam unter die Lupe genommen. Zeitnahe Abhilfe ist nun das Gebot.

Zentimeter für Zentimeter rückt der Bus vor. Der Abstand des Dachaufbaus zur Brückendecke schrumpft. Noch geht es, aber äußerst knapp. Nur einige Zentimeter trennen die Klimaanlage vom Beton. Irgendwas ist schief gelaufen beim Neubau der Bahnbrücke in Großalbershof. Nun muss nachgebessert werden.

Die Großalbershofer sind Kummer gewöhnt. Seit September hat man ihnen die Brücke gesperrt. Die Bahn ersetzte das Bauwerk, und in der SRZ stand im September zu lesen: "Es entsteht der gleichwertige Ersatz für die 100 Jahre alte Brücke, es kommt ein Einfeld-Bauwerk aus Betonfertigteilen mit einer lichten Weite von 4,19 und einer Durchfahrthöhe von 3,68 Meter." So der damalige Plan. Die Realität sieht nun leider anders aus.

Fatale Höhe


Bürgermeister und Stadtbaumeisterin besahen sich die neue Brückendurchfahrt, die zur Öffnung ansteht, denn es gab Hinweise auf gravierende Fehler. In der Tat: An der niedrigsten Stelle beträgt die lichte Höhe nur 3,41 Meter. Und das ist fatal.

Denn die Busse der RBO-Linie 57, bedient von der Firma Bruckner, stehen nun vor einem Problem: Die maximale Höhe von Fahrzeugen, die unter der Brücke hindurchfahren dürfen, liegt dank eines behördlich vorgeschriebenen Mindest-Sicherheitsabstands von 20 Zentimetern jetzt künftig also bei nur 3,21 Meter. Das ist für diese Busse zu wenig.

Auch Umfeld schwierig


Ein Test mit dem Linienbus ergab, dass nur mehr wenige Zentimeter Luft zwischen der Klimaanlage auf dem Dach und der Brücken-Unterseite verbleiben. Bei Schnee oder Erde auf der Fahrbahn ginge gar nichts mehr. Dazu komme, wies Peter Bruckner hin, dass die Ein- und Ausläufe der Durchfahrt auch nicht optimal gestaltet seien: auf der Westseite zu hoch in der Kurve, auf der Ostseite mit einem anderen Radius als bisher, was die Durchfahrt zusätzlich erschwere. Kurz gesagt: Wenn die Durchfahrt demnächst geöffnet wird, hängt ein Schild dran mit "3,20 m". Dann wäre für die Busse, die acht Mal am Tag diese Verbindung nutzen, das Tor zu. Denn die sechs modernen, behindertengerechten, Druckluft-stabilisierten 44-Sitzer mit bis zu 40 Stehplätzen, die Bruckner für einen Millionen-Betrag angeschafft hat, sind 3,29 bis 3,32 Meter hoch und können hier nicht fahren.

"Es gäbe wohl die Möglichkeit, das Fahrzeug kurzfristig in Notfällen oder bei Fahrbahnhindernissen abzusenken, aber hier wäre das eine Dauereinrichtung, die gesetzlich nicht zulässig ist", stellt der Unternehmer klar. Er werde keinerlei Risiko eingehen und keine Vorschriften verletzen.

Bürgermeister Michael Göth wies vor Ort auf den Beschluss hin, den der Stadtrat im August 2014 mit 20:0 einstimmig gefasst hatte: Es wurden keine Änderungswünsche am Brückenbauwerk geltend gemacht. "Das heißt: Erneuerung in den bestehenden Dimensionen!" Mindestens 3,5 Meter Gesamt- und 3,3 Meter Durchfahrtshöhe hatte die alte Brücke.

Offizielles Messen


Auch Tobias Falk von der ortsansässigen Baufirma Gnan & Köper übt Kritik: Seine Lkw mit Anhänger haben nun Schwierigkeiten, richtig einzufahren in die Unterführung. Die Stadt hat sich nun um einen offiziellen Termin mit der Bahn bemüht, an dem noch mal nachgemessen werden soll. Sie will aber auf ordnungsgemäßer Herstellung bestehen. Das könnte nur ein Absenken der bereits fertigen Fahrbahn bedeuten. Und dann wieder eine Baustelle. (Angemerkt)
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