Neue Zentrale Patientenaufnahme im St.-Anna-Krankenhaus
Patient in besten Händen

Fünf Schnitte, und die neue Patientenaufnahme ist eröffnet: Von links Oberarzt Dr. Lothar Haidn, Landrat Richard Reisinger, ZPA-Leiter Matthias Bohmann , Vorstand Klaus Emmerich und Oberarzt Thomas Rauner.
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Sulzbach-Rosenberg
13.09.2016
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Hier ist alles in Ordnung - trotzdem probierte Werner Renner, neuer Fördervereins-Vorsitzender, gleich einmal die Behandlung im Schockraum aus. Bilder: Gebhardt (3)
 
Überall großzügig ausgestattete Behandlungsplätze mit Computern: Ihre Zahl ist um acht gestiegen.

"Die Kundschaft kommt hier meist unbeabsichtigt und auch unfreiwillig an": Landrat Richard Reisinger skizzierte humorvoll die Aufgaben der Zentralen Patientenaufnahme. "Hier ist uns ein Update gelungen, komplett unabhängig von den Bauabschnitten der Sanierung."

Bei der Eröffnung der erweiterten Zentralen Patientenaufnahme (ZPA) am Dienstagnachmittag herrschte großer Andrang geladener Gäste. Viele wollten die neu strukturierte Abteilung besichtigen, das Echo auf den Umbau war durchgehend äußerst positiv. Immerhin erhöhte sich die Zahl der Behandlungsplätze in internistischer und chirurgischer Abteilung um acht.

Krankenhaus-Vorstand Klaus Emmerich berichtete, dass das St.-Anna-Krankenhaus vor dem Hintergrund stetig steigender Patientenzahlen jetzt auch in einen der wichtigsten Bereiche strategisch investiert habe. "Die ZPA ist ein Kernelement des Klinikbetriebs, hier werden nicht nur alle Notfälle, sondern auch alle geplant einbestellten Patienten untersucht, behandelt und gegebenenfalls stationär aufgenommen."

Großer Schockraum


Die neue Aufnahmeeinheit erstreckt sich nun über eine Fläche von 450 Quadratmetern und beinhaltet einen sehr großzügigen 45 Quadratmeter großen Schockraum zur Erstbehandlung schwerverletzter Patienten sowie elf weitere, hochmoderne Behandlungsräume mit insgesamt 16 Plätzen. "Die Wartezeiten werden sich drastisch verringern, der Durchlauf wird schneller", versprach der Vorstand, denn nun könne der Patienten-Ansturm auf mehrere Kanäle verteilt werden.

Auch der Empfangsbereich wurde modernisiert, der neue Wartebereich befindet sich in Sichtweite der Schwestern vom Empfang aus. Alle Patienten werden nach medizinischer Dringlichkeit beurteilt und in entsprechender Abfolge behandelt.

Klaus Emmerich dankte dem Team, das so hervorragend mitgearbeitet habe, dass die Patienten überhaupt nichts mitbekommen hätten: "Vor zwei Tagen lief der ganze Betrieb noch zwei Stockwerke höher, jetzt ist er reibungs- und geräuschlos zurückverlagert." Die Qualität, die das St.-Anna-Krankenhaus biete, zahle sich jetzt aus: "Im Zeitraum von Januar bis August hatten wir noch nie ein so hohes Patientenaufkommen wie heuer", bilanzierte der Vorstand. Oberarzt Dr. Lothar Haidn sprach dem Team ebenfalls hohe Anerkennung aus.

Hier finde der Erstkontakt mit dem Patienten statt, erinnerte Landrat Richard Reisinger, hier stoße der Neuankömmling auf professionelle Arbeit. "Die ZPA ist zwar keine Arztpraxis, aber wir weisen natürlich niemand ab, der zur Notfallversorgung kommt." Hier werde kompetent entschieden, wie es mit dem Patienten weitergehe.

Stark beeindruckt


Reisinger dankte auch besonders dem Verwaltungsrat des Krankenhauses, der sich sehr einsetze für die Neuerungen, und natürlich dem Förderverein für seine Unterstützung. Ein Rundgang durch die neuen und neugestalteten Räume schloss sich an, die Gäste zeigten sich stark beeindruckt von der Kapazität und dem Know-how, das hier auf die Patienten wartet.

Kleines Schmankerl am Rande: Der Rettungswagen, der an der Nordseite des Krankenhauses auf der Rampe bis zum Übergaberaum heranfährt, überträgt die Daten des Notfall-Patienten via Bluetooth schon bei der Ankunft drahtlos an den Computer der Notaufnahme - eine einmalige Praxis.

Jetzt gerüstet für die nächsten JahreOberarzt Thomas Rauner und Oberarzt Dr. Lothar Haidn, die beiden Ärztlichen Leiter der ZPA, betonen den großen Vorteil für die Patienten: nur eine zentrale Anlaufstelle, stets eine direkte individuelle Primärdiagnostik. Allerdings sei der logistische und koordinative Aufwand hoch.

Herr Rauner, Sie sind als Facharzt für Allgemeinmedizin und langjähriger Notarzt der Ärztliche Leiter für den internistischen Bereich. Welche übergeordneten Ziele verfolgen Sie?

Rauner: "Unser Team aus Ärzten und Pflegekräften sieht sich als Serviceabteilung für die Stationen und Fachabteilungen, aber auch für den ambulanten Sektor außerhalb. Alle Patienten sollen mit möglichst umfassenden Informationen entlassen beziehungsweise. weitergeleitet werden, nach Erstversorgung mit hoher Qualität.

Ich bin froh, nun Platz für die Überwachung und Behandlung von bis zu sieben internistischen Patienten gleichzeitig zu haben. Bei Bedarf ist es möglich, Patienten auch über mehrere Stunden kontinuierlich und sicher zu überwachen."

Herr Dr. Haidn, als Unfallchirurg und Orthopäde leiten Sie den chirurgischen Teilbereich der ZPA. Welche Verbesserungen bringt der Umbau für Ihren Arbeitsalltag?

Haidn: "In der Chirurgie haben wir täglich nicht nur Notfälle, sondern auch planbare stationäre sowie eine wachsende Zahl von ambulanten Patienten zu behandeln. Ich freue mich deshalb sehr darüber, dass uns ab sofort vier zusätzliche chirurgische Behandlungsräume zur Verfügung stehen. Außerdem kam uns der Umbau für die im November geplante Zertifizierung als lokales Traumazentrum durchaus gelegen.

Wir hatten schon immer vergleichsweise geringe Wartezeiten, mit den neuen Räumlichkeiten können sich diese wohl noch weiter reduzieren. Dringende Fälle haben dabei natürlich Vorrang vor kleinen Bagatellverletzungen. Wir haben aber die Erfahrung gemacht, dass unsere Patienten diese Maßgabe als selbstverständlich annehmen."

Sehen Sie beide sich mit Ihrem Arbeitsbereich und dem Umbau für die nächsten Jahre gerüstet?

Rauner/Haidn: "Was die räumlichen Voraussetzungen anbelangt, auf jeden Fall. Das St.-Anna-Krankenhaus besitzt nun eine Aufnahmeeinheit, wie sie so manche größere Klinik gerne hätte.

Allerdings steht auf unserer Wunschliste noch eine personelle Verstärkung im ärztlichen ZPA-Dienst, aber auch des Pflegedienstes an Nachmittagen und Wochenenden sowie eine moderne Dokumentationssoftware-Lösung für die Notaufnahme.

Die Notfallversorgung an Kliniken ist ein Schwerpunkt der Gesetzgebung, der noch nicht hinreichend konkretisiert wurde. Es ist wohl ein Ziel, die Zahl der Notfall-Krankenhäuser zu reduzieren. Andererseits kehren aber viele Patienten der traditionellen Notfallversorgung den Rücken und rufen immer öfter auch mit medizinischen Kleinigkeiten direkt die Notaufnahmen an." (ge)
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