Neuer Belag zwischen Alfeld und Sulzbach-Rosenberg
Es flüstert von der Autobahn

Die mächtige Fräse befördert tonnenweise den alten Asphalt auf die laufend eintreffenden Sattelzüge - bei der Hitze ein anstrengender Job für die Arbeiter. Bilder: Gebhardt (3)
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Sulzbach-Rosenberg
20.07.2016
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Sie überzeugten sich vom Fortschritt der Arbeiten (von links): Präsident Reinhard Pirner, Bundestagsabgeordneter Alois Karl, Birgland-Bürgermeisterin Brigitte Bachmann, Landrat Richard Reisinger und (von rechts) Dienststellenleiter Andreas Eisgruber sowie der Chef der Autobahn-Meisterei, Hans Schwemmer.

Der Biergartenbesuch hat was gebracht: In Poppberg saß MdB Alois Karl mit dem Chef der Autobahndirektion Nordbayern, Reinhard Pirner. Sie erlebten die Lärmkulisse durch die nahe Autobahn und sannen auf Abhilfe. Die ist jetzt im Gange: Die A 6 erhält fast zwölf Kilometer Flüster-Asphalt. Für das Wirtshaus allerdings kam die Aktion zu spät - es ist inzwischen leider zu.

Sulzbach-Rosenberg/Poppberg. Seit 13. Juni laufen die Arbeiten mit Hochdruck, mittlerweile ist ein Ende abzusehen: In knapp zwei Wochen ist die Baustelle wieder verschwunden, wie die Vertreter der Baufirma Max Bögl, die mit der Strabag Nürnberg dort arbeitet, versicherten. Bei einem Pressetermin in der Autobahn-Meisterei Lauterhofen stellten Präsident Reinhard Pirner und Dienststellenleiter Andreas Eisgruber die Sanierungsaktion vor.

Zwischen den Anschlussstellen Sulzbach-Rosenberg und Alfeld wurde und wird auf insgesamt rund 11,5 Kilometern in beiden Fahrtrichtungen ein sogenannter "lärmmindernder Dünnschicht-Asphaltbelag" aufgebracht. "Dadurch verbessert sich die Lärmsituation in Poppberg deutlich", kündigte Präsident Reinhard Pirner an. Auch die Senkung der Lärmbelastungsgrenze half mit.

Deckschicht versiegelt


Wegen zunehmender Schäden an der alten Fahrbahndecke sei eine Sanierung sowieso nötig gewesen, erklärte Pirner. Rund 20 Jahre ist der bisherige relativ raue Splittmastix-Asphalt nun alt, Risse und andere Schadstellen nahmen zu. Nun holt ihn die Fräse bis auf zwölf Zentimeter Tiefe aus der Fahrbahn, Lastwagen transportieren ihn zum Recycling. Eine neue Asphalt-Binderschicht verbessert die Ebenheit der Fahrbahn, abschließend bekommt sie in Heißbauweise eine zwei Zentimeter dicke Versiegelungs-Deckschicht aus Asphalt. Wie Eisgruber ergänzte, ergebe sich so neben einer dichten, griffigen und ebenen Fahrbahn eine spürbare Reduzierung der Fahrgeräusche um etwa vier Dezibel. "Der Mensch nimmt das in Poppberg so wahr, als wenn sich der Verkehr um etwa die Hälfte reduziert hat", versprach der Experte.

In den sieben Wochen Bauzeit in beiden Richtungen werden gewaltige Massen bewegt: Rund 85 000 Quadratmeter Asphalt fräste das Spezialgerät ab, 20 000 Tonnen Asphaltmischgut ersetzen die Lücke. Das Projekt kostet rund drei Millionen Euro. Ein Sprühfertiger bringt die Bitumen-Emulsion in einem Arbeitsgang mit dem Asphalt-Einbau auf.

Das DSH-V-Mischgut, so erläuterte Projektleiterin Anett Goller, erhöhe wirksam die Griffigkeit der Fahrbahn und mindere eben auch die Geräusche. Das zeigte sich beim anschließenden Besuch auf der Baustelle: Dort, wo der neue Belag schon befahrbar ist, wurde es sogar im Auto spürbar leiser und angenehmer.

Bundestagsabgeordneter Alois Karl dankte der Autobahndirektion und Reinhard Pirner für die rasche Arbeit unter Verwendung der Bundeshaushaltsmittel und freute sich mit den Poppbergern über die spürbare Lärmminderung.

Bedeutung gewonnen


Landrat Richard Reisinger wandte sich in gewohnt augenzwinkernder Weise an die "Autobahnflüsterbelagsgemeinde" mit dem Chef der Autobahn-Meisterei, Hans Schwemmer. Seit dem Lückenschluss mit der A 93 habe die Region stark an Bedeutung gewonnen ("eine infrastrukturelle Aorta"), was sich mit dem vernünftigen Ausbau von B 85/B 299 fortsetze.

Ihren Dank brachte auch Birgland-Bürgermeisterin Brigitte Bachmann zum Ausdruck, sie lobte die sehr gute Zusammenarbeit mit Hans Schwemmer und der Autobahn-Meisterei Lauterhofen: "Jetzt herrscht ein angenehmes Fahrgefühl!"

Dadurch wird sich die Lärmsituation in Poppberg deutlich verbessern.Präsident Reinhard Pirner
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