Neuer Spielplatz am Erlheimer Weg
Selbst ist der Bürger am Platz

Leichte Skepsis am Anfang, aber schon nach wenigen Augenblicken stand für Deborah Schißlbauer fest, dass die Wippe genau das Richtige für sie ist.
 
Die "Raupen-Schwinge" diente als Kulisse: Über den neuen Spielplatz freuten sich (von links) Stadtgärtnermeister Klaus Herbst, Bauhofleiter Erwin Thurner, Gabriel Schißlbauer, Christine Schaller-Kokesch vom Bauamt, Bürgermeister Michael Göth, Moritz Schaller-Kokesch, Deborah und Tanja Schißlbauer. Bilder: Royer (2)

"Es geht nichts übers nicht Nachgeben", lautet eine alte Oberpfälzer Volksweisheit. Und genau auf dieses Art kam nun die nördliche Vorstadt nach dreijähriger Wartezeit zu einem Spielplatz. Ein ganz normaler Vorgang wie es scheint, doch der konkrete Fall ist sicher ein Musterbeispiel.

Das bei den Mühlen von Kommunalpolitik und Verwaltung durchaus auch "Betriebsferien" im Kalender stehen, dürfte allgemein bekannt sein. In so eine Phase rutschte vermutlich auch der aus der Bevölkerung geäußerte Wunsch, im Umgriff der Stadtgärtnerei einen Spielplatz zu schaffen. Der Antrag wurde in einer Bürgerversammlung im Dezember 2013 formuliert, Eigenleistung der Interessenten zugesichert.

Nach damaliger Auffassung von Christine Schaller-Kokesch, Sachbearbeiterin im Bauamt, sei ein Spielplatz im Gebiet Nähe Erlheimer Weg auf jeden Fall eine sinnvolle Investition, wenn man berücksichtigt, dass rund 230 Kinder im Alter von bis zu 15 Jahren im Einzugsgebiet (Radius circa 300 bis 400 Meter) wohnen.

Den Bedarf sahen die Stadtväter schon vor drei Jahren ein, lediglich die Standortfrage führte zu kontroversen Diskussionen und deshalb auch zu Verzögerungen. Zunächst galt das Ansinnen einem Naturspielplatz unter den Eichen der Schießstätte.

Es folgten mehrere Beratungen, in denen auch verschiedene Varianten besprochen wurden. In der Bauausschusssitzung vom Juni 2014 waren folgende drei Vorschläge im Gespräch: Grundstück hinter der Stadtgärtnerei; Grundstück westlich des Seniorenheims "ProCurand" sowie Stadtgraben "An der Allee" unterhalb der Arbeiterwohlfahrt.

Hinter Gärtnerei


In der Oktober-Sitzung kam der gewünschte Spielplatz erneut auf die Tagesordnung. Nach der interfraktionellen Beratung folgte das Nein zum Standort "Unter den Eichen". Knapp ein Jahr später stellten im August 2015 Bündnis 90/Die Grünen wieder einen Antrag für einen Kinderspielplatz im Bereich der Schießstätte und zwar auf dem Grundstück hinter der Stadtgärtnerei.

Am Freitag konnte der Kinderspielplatz "Erlheimer Weg" nun endlich seiner Bestimmung übergeben werden, was Bürgermeister Michael Göth zu der launigen Bemerkung bewog: "Es war eine schwere Geburt, nicht dass die Kinder der Antragsteller selbst schon das Seniorenalter erreichen." Der Rathauschef lobte das Bürgerengagement, das letztlich die Realisierung dieses Projektes möglich machte. Hinzu komme auch noch ein enormer Einsatz an Eigenleistung der Bevölkerung im Umgriff. Dazu zählten der komplette Lärchenlattenzaun, die Fundamente der Bänke und Zaunpfosten sowie die Anfragen bei den Sponsoren. Ein Sonderlob ging an Familie Schißlbauer für unzählige in Eigenregie abgeleistete Arbeitsstunden sowie an Bauhof und Stadtgärtnerei.

Wie Christine Schaller-Kokesch ergänzte, wendete die Stadt für die Anlage rund 20 000 Euro auf. An Spielgeräten stehen Rutsche, Sitzkarussell, Raupen-Schwinge, Balancier-Balken und Wippe zur Verfügung. Zwei Ruhebänke - eine davon seniorengerecht - ergänzen den Bestand am Erlheimer Weg.

Helfer und SponsorenTanja, Martin und Gabriel Schißlbauer, Riaan Erasmus, Stefan Rubenbauer, Johannes Hierl, Daniel Taubmann; Stemp Druck- und Werbetechnik, Waldbesitzervereinigung, Zimmerei Munker.
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