Oldtimer-Schau auf der Hochofen-Plaza
Besonderes vor Stahlkulisse

Ein Goggo-Coupé, das von 1957 bis 1969 unter der Bezeichnung TS angeboten wurde, und (rechts) der blaue DKW F 12 der Auto-Union mit Dreizylinder-Zweitaktmotor, 889 Kubikzentimeter Hubraum, 40 PS, Frischölautomatik, und innenliegenden Scheibenbremsen.
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
03.07.2016
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Siegerehrung nach der Ausfahrt (von links): Nina Schiekofer, Gerlinde Wendl, 3. Bürgermeister Hans-Jürgen Reitzenstein, Werner Schrögel, Bernhard Maurer, Herbert Spiegelhauer und Bernhard Engelhardt.

"Da jagt man keinen Hund vor die Türe", war letztes Jahr die einhellige Meinung beim 32. Jahrestreffen der Freunde besonderer Fahrzeuge auf der "Hochofen-Plaza", denn die Sonne brannte unerbittlich vom Himmel. Am Wochenende wäre der Hund auch lieber drin geblieben, der Grund war ein anderer, es regnete zur Neuauflage ohne Pause.

Die "Freunde besonderer Fahrzeuge und Oldtimer Amberg-Sulzbach e.V." gibt es seit 1982, und den fast 80 Mitglieder starken Verein führt Gerlinde Wendl. Manche der "besonderen Fahrzeuge", die Samstag und Sonntag neben dem Hochofen abgestellt waren, hatten mehr Jahre auf dem Buckel, als ihre Besitzer, aber die Jahre waren nahezu spurlos an den Oldtimern vorübergegangen, denn als sie vor 20, 30 oder noch mehr Jahren vom Fließband rollten, waren sie auch nicht besser in Schuss. Diese Unikate werden gehegt und gepflegt.Manche Ehefrau wäre froh, würde ihr derart Aufmerksamkeit oder Pflege zuteil.

Höhepunkt am Samstag war die Ausfahrt über fast 70 Kilometer in den südlichen Landkreis Amberg-Sulzbach, eine Tour ohne Zeitvorgabe, somit auch mit denjenigen Fahrzeugen zu bewältigen, die vielleicht etwas "schwach auf der Brust" waren und nicht vor PS kaum noch laufen konnten.

Sieben Prüfungen


Sieben Prüfungen haben Werner Hartmann, Daniel Seibert und Hans Roland Bogner zwischen Sulzbach-Rosenberg und Hohenburg eingebaut, gleich beim Start die Gatterprüfung, also möglichst zügig und nahe an ein Gatter. Auf welche Höhe ist die Durchfahrt der Brücke über die Erzhausstraße limitiert, wer rechnet da mit 2.90 Meter? An eine Show mit Rudi Carrell erinnerte der Koffer, dessen Inhalt man kurz checken konnte, dann Deckel zu und aufzählen, was im Koffer drin war. Keiner der Teilnehmer erinnerte sich an die zehn Gegenstände.

Bei Kotzheim lag eine Zielscheibe auf der Straße und strafpunktfrei blieb nur der Teilnehmer, dessen vordere Stoßstange genau über dem Scheiben-Mittelpunkt platziert wurde, meist hieß es "knapp daneben ist auch vorbei". Auf der Hochofen-Plaza wartete die letzte Sonderprüfung: das Zündkerzenzielwerfen über vier Meter.

Nach der Ausfahrt meinte Gerlinde Wendl, die Vorsitzende der Freunde besonderer Fahrzeuge: "Hut ab, die da mitgefahren sind." 3. Bürgermeister Hans-Jürgen Reitzenstein betonte, dass "besondere Fahrzeuge" auf "historischem Ort" schon ein tolles Event seien und überreichte mit Gerlinde Wendl Preise und Pokale. Die Pkw-Wertung gewann Nina Schiekofer mit 99 Strafpunkten, Zweiter wurde Herbert Spiegelhauer (113 Strafpunkte), gefolgt von Bernhard Engelhardt (117) und Werner Schrögel (119). Die geringsten Strafpunkte holte sich Bernhard Maurer, der mit 57 auch die Motorrad-Wertung gewann.

Militärfahrzeuge im Blick


Etwas abseits hatte sich die Militärhistorische Sammlung der Garnison Amberg mit Rad- und Kettenfahrzeugen eingerichtet. Schützenpanzer der NVA und der Sowjetarmee waren aufgefahren, ein ausgemusterter Luchs-Schützenpanzer und der Hotchkiss, ein schnelles und wendiges Gefährt für Aufklärer und Sanitäter. Martialisch stand ein holländischer Laster da - er hatte auch noch den Original-Dreck vom letzten Truppeneinsatz auf dem Blech.
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