Patenkind im Einsatz

Im April 2015 war letztmals eine offizielle Delegation aus Sulzbach-Rosenberg an der schleswig-holsteinischen Küste, um dem in Kiel stationierten Patenboot einen Besuch abzustatten. Archivbild: Sandig
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Sulzbach-Rosenberg
17.05.2016
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Im April 2015 war eine Delegation in Kiel, der Gegenbesuch der Soldaten folgte im Juni zum Altstadtfest. Jetzt wären die Sulzbach-Rosenberger wieder dran gewesen, beim Patenboot vorbeizuschauen. Doch die Marine sagte ab - aus gutem Grund.

Gegenseitige Besuche gehören zur Tradition: Den Kontakt zum Patenboot, das den Namen der Stadt über die Weltmeere trägt, halten neben der Stadt vor allem die Sulzbacher Feuerwehr und die Rosenberger Kirwaleit.

Werft und Seefahrt


Von Mittwoch, 4., bis Samstag, 7. Mai, wäre eigentlich eine Abordnung aus der Oberpfalz nach Kiel gereist, um die Soldaten zu besuchen. Doch die Gastgeber sagten den Besuch ab. Grund dafür waren Einsatzvorbereitungen. Nach Auskunft eines Marine-Sprechers in Kiel war das Patenboot in dieser Zeit in der Instandsetzung, also in der Werft. In der vergangenen Woche erfolgte eine Seefahrt als Erprobungstour. "Jetzt sind die Soldaten dabei, für den Einsatz ausgebildet zu werden."

Wann genau die Besatzung des Minenjagdboots in den Einsatz gehen wird, steht nach Angaben des Marine-Sprechers noch nicht fest. Die Stadt hatte nach Angaben von Hauptamtsleiter Johann Gebhardt bereits im August 2015 die Einladung zum Kiel-Besuch im Mai erhalten. "Das zu organisieren, ist immer recht aufwendig", erklärt Gebhardt. Doch schließlich stand eine Delegation, die in den hohen Norden reisen wollte: Stadträte, Vertreter der Sulzbacher Feuerwehr und der Rosenberger Kirwaleit. Und der Bus war auch schon reserviert, berichtet Gebhardt. Für die Oberpfälzer hätte es im hohen Norden ein absolutes Highlight gegeben: einen Abstecher zum Hamburger Hafengeburtstag.

Schiff im Mittelmeer


Dann aber sagte Kommandeur Michael Montag die Visite ab. Mit der Begründung, dass die Besatzung im August am ständigen Minenabwehrverband der Nato im Mittelmeer teilnehmen werde. Und dafür liefen eben die Vorbereitungen. Der vom Kommandeur vorgeschlagene Alternativ-Termin im Juni passte den Sulzbach-Rosenbergern nicht.

Gleichzeitig aber lud die Stadt die Soldaten ein, in die Oberpfalz zu kommen: entweder zum Altstadtfest oder zur Rosenberger Kirwa. Bislang hat Gebhardt noch keine Rückmeldung aus Kiel bekommen. "Wenn sie im August im Mittelmeer im Einsatz sind, ist sehr fraglich, ob sie dann im September zur Kirwa kommen werden", erklärt er.

MinenjagdbootDas Minenjagdboot Sulzbach-Rosenberg ist Teil des in Kiel stationierten 3. Minensuchgeschwaders. Dieses ist der Einsatzflotille 1, einem Großverband, zugeordnet. Der Flottenstab hat ebenfalls seinen Sitz in der Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein. Die Hauptaufgabe eines Schiffes wie der Sulzbach-Rosenberg liegt darin, Seeminen zu suchen und zu vernichten. Zum Schutz des Bootes vor Minen ist der Schiffsrumpf aus nicht magnetisierbarem Stahl gefertigt. Das Boot kann nach Angaben der deutschen Marine nicht nur Minen zerstören, sondern auch selbst welche legen.

Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Marine und Sulzbach-Rosenberg hatten bereits im Jahre 1964 begonnen. Zunächst hatte die Stadt ein anderes Patenkind, das Minensuchboot "Schütze". Nach dessen Außerdienststellung im Jahr 1992 entschied das Verteidigungsministerium, dem Nachfolger den Namen Sulzbach-Rosenberg zu geben. Die Taufe erfolgte im Mai 1995, die Indienststellung acht Monate später. (san)
Wenn sie im August im Mittelmeer im Einsatz sind, ist sehr fraglich, ob sie dann im September zur Kirwa kommen werden.Hauptamtsleiter Johann Gebhardt
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