Pfadfindergruppe organisiert Drei-Wochen-Trip nach USA und Kanada
Oichkatzln auf großer Fahrt

Die wagemutige und engagierte Oichkatzl-Gruppe mit den Leitern Tobias Gräf (Fünfter von rechts), Pascal Platzer und Katrin Mertel (von links) macht sich auf ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Bild: hfz

Es wird der größte Ausflug, den Sulzbacher Pfadfinder je gemacht haben, es wird Stammesgeschichte geschrieben: Zehn Angehörige der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg sehen Washington, New York und die Niagara-Fälle und treffen die Boy Scouts of America. Aber dieses Abenteuer ist nicht für einen Pappenstiel zu haben.

"Wagt es!", heißt die Leitorientierung in der DPSG-Pfadfinderstufe, und der Trupp "Oichkatzl" stellte das ambitionierte Projekt auf die Beine - das größte Gruppenunternehmen seit der Gründung des Stammes vor 84 Jahren. Die Leiter Tobias Gräf (Stammesvorsitzender) und Pascal Platzer schilderten der SRZ, wie sie sich der Herausforderung stellen.

Raus aus dem Alltag


"Wir wollen aus dem Alltag ausbrechen, die Welt entdecken und den geistigen Horizont erweitern", erklären beide ihre Beweggründe, gemeinsam mit der dritten Leitungsperson Katrin Mertel die sieben Pfadfinder zwischen 15 und 17 Jahren in ihrem Trupp zu motivieren. Ein exklusives Unternehmen mit hohem Stellenwert - so sehen es nicht nur die Initiatoren, die immerhin 14 Monate Vorbereitungszeit investiert haben. Am Anfang sei es nicht leicht gewesen, die Eltern zu überzeugen, aber jetzt "stehen alle wie eine Eins zusammen", freut sich Tobias Gräf.

Drei Wochen, vom 24. Juli bis 13. August, werden die Zehn unterwegs sein (siehe Infokasten "Route"). Land und Leute kennenlernen, unterschiedliche Kulturen erleben, den Kontrast zwischen Metropolen und einsamer Natur genießen und vor allem die amerikanischen und kanadischen Pfadfinder besuchen - das steht auf dem Programm, das sich ausgewogen zwischen Großstadt und Hinterland bewegt.

"Unabhängigkeit und Selbstständigkeit als positive Herausforderung begreifen, wenn wir in der Ferne auf uns allein gestellt sind", das setzt Pascal Platzer als Ziel. Die Verbesserung englischer Sprachkenntnisse, aber auch Spaß und Spiel kommen sicher nicht zu kurz.

Viel Eigenarbeit geleistet


Zehn Leute drei Wochen jenseits des großen Teiches - das kostet einiges. "Wir schätzen den Mindestbedarf auf rund 22 000 Euro", meint Tobias Gräf und rechnet die Finanzierung vor: 13 000 Euro haben die Pfadfinder selbst aufgebracht. Eigenbeiträge, aber auch der Erlös aus vielen Aktionen, die sie extra für diesen Zweck veranstaltet haben: Weihnachtsmarkt, Christbaumsammeln, Verkauf auf sonstigen Märkten und Ferienarbeit - all das floss in die Gemeinschaftskasse. Dazu kamen viele Spenden: Besonders der Pfadfinder-Stamm, aber auch die Pfarreien St. Marien und Herz Jesu, der Landrat und der Bürgermeister, die Sparkasse und die GSG und Stefan Kopp mit der Firma Probatec taten sich hier hervor. "Wir erfuhren so viel Zuspruch von allen Seiten, vom eigene Stamm, den Eltern und der Öffentlichkeit, wir sind sehr dankbar", sind sich Gräf und Platzer einig. Immerhin entfielen noch 1100 Euro Eigenanteil auf jeden Teilnehmer.

Reichlich Natur


Die Gruppe habe sich weiterentwickelt, hoch motiviert, stets das große Ziel vor Augen: "Eine starke Leistung für Jugendliche im Alter zwischen 15 und 17 Jahren", loben die Organisatoren. In Amerika und Kanada sind sie mit zwei Mietfahrzeugen unterwegs. Wenn sie sich New York nähern, wird abends am Atlantikstrand kampiert, die grandiose Skyline vor Augen. Auch sonst ist reichlich Natur enthalten in den Übernachtungen. Man wird sich, natürlich in Kluft, mit den Boy Scouts of America und den Scouts Canada treffen, die jungen Pfadfinder sollen dabei auch ihr feierliches Versprechen als Rover ablegen: ein absoluter Höhepunkt im Pfadfinderleben - alles in den USA.

Rund 3000 Kilometer in Nordamerika liegen jetzt vor ihnen - man möchte gerne mit ihnen ziehen. Aber wenn sie zurückkommen, werden sie nicht nur ihren Eltern, sondern auch den Lesern der SRZ über ihre Abenteuer berichten. Wir sind gespannt!

Die RouteStart ist in Washington , nach drei Tagen und einer Open-Air-Übernachtung am Atlantik geht es weiter nach New York ins YMCA-Hotel. Zwei See-Übernachtungen im Hinterland am Cowanesque Lake bei Lawrenceville in Pennsylvania schließen sich an, bevor die Fahrt nach Norden führt, zu den Niagara-Fällen nach Buffalo und zum Treffen mit den Boy Scouts of America danach in Toronto .

Drei Tage Wildnis folgen im Hinterland, dann lockt Ottawa , wo die Scouts Canada schon auf ihre deutschen "Patenkinder" warten, um sie kennenzulernen.

Montreal ist noch einmal ein Höhepunkt, bevor die Route zurück verläuft über Vermont und die High Peak Mountains im Adirondack Park, dem größten Naturschutzgebiet der USA, bis hin nach Buffalo , dem Endpunkt.

Siebenmal Stadt, dreimal Mischung und neunmal Natur - das ist der Generalplan. (ge)
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