Pfarrer i. R. Lorenz Hägler verstorben

Für die Pfarrei Herz Jesu Rosenberg war Seelsorger Lorenz Hägler die prägende Kraft für fast 40 Jahre. Am Freitag ist er nach schwerer Krankheit verstorben. Bild: rlö
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Sulzbach-Rosenberg
20.09.2016
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NachrufPfarrer i. R. Lorenz Hägler verstorben

Sulzbach-Rosenberg. (oy/rlö) "Ein Leben im Gegenwind" nannte er anlässlich seines 80. Geburtstages vor fast vier Jahren seine irdische Wegstrecke. Jetzt ist diese für den ehemaligen Pfarrer von Herz-Jesu Rosenberg zu Ende gegangen. Nach schwerer Krankheit verstarb Lorenz Hägler im Alter von 83 Jahren am vergangenen Freitag, was vor allem unter den Gläubigen und Weggefährten des beliebten Seelsorgers in Rosenberg für große Bestürzung und Trauer sorgte.

Dennoch sollte trotz des schmerzlichen Ereignisses bei allen Betroffenen bald die Freude in den Vordergrund rücken, da es stets Hägler war, der Glaubens- und Lebensfreude sowie Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe als Ziele ausgab. Dies drückte sich vor allem auch in seiner sozialen Sorge um die Arbeiterschaft der Maxhütte und deren Familien aus. Deshalb war er auch der Überzeugung, dass das "Grundethos Menschlichkeit" ständig neu einzuklagen sei. Geprägt vom tief religiösen Elternhaus auf einem Bauernanwesen in Maierhof bei Weiden, geboren ist er dort am 9. Dezember 1932, studierte Lorenz Hägler nach Volksschule und Knabenseminar in Regensburg Theologie. Nach der Priesterweihe im Jahr 1959 war er als Kaplan zunächst in Kümmersbruck, ab 1964 dann in der Arbeiterpfarrei Rosenberg tätig. Zu seinem ersten wichtigen - und in den Früchten bis jetzt wirksamen - Arbeitsfeld wurde hier die Arbeit mit der Jugend.

Was heute in den verschiedenen Gruppen der Pfarrei an Jugendarbeit blüht bzw. kraftvoll in die Erwachsenenverbände hinein gewachsen ist, hat damals Lorenz Hägler als zartes Pflänzchen umsichtig gehegt. Im Jahr 1969 trat Hägler die Nachfolge des damaligen Stadtpfarrers Franz Bubenik an und übernahm ein schwieriges Erbe.

Die seinerzeit aktuelle Sorge um das Kettelerhaus - Pfarrer Bubenik hatte schon von Abbruch geredet - sollte ihm als eines von vielen Daueranliegen ans Herz wachsen. Das Problem mit dem Gemeindehaus, dessen Finanzierung und Unterhalt sich nicht selten als "Fass ohne Boden" darstellte, meisterte er immer wieder. Genauso entschieden stellte er sich auch allen anderen Aufgaben, die ihm in Rosenberg erwuchsen. Und mit dieser Wesensart, als zupackender, aber auch stets zuhörender Seelsorger, als sozial engagierter und couragierter Geistlicher, als Brückenbauer nicht nur in der Ökumene, ist Lorenz Hägler seinen Rosenbergern immer näher gerückt, ist er einer der ihren geworden. "Don Lorenzo" nannten ihn manche mit liebevollem Respekt.

Als bleibendes äußeres Zeichen für die Tatkraft Lorenz Häglers mag die trefflich gelungene Komplettsanierung der Pfarrkirche stehen, aber viel schwerer wiegen die Denkmäler, die er sich in vielen Herzen gesetzt hat. Zwei Generationen der Gemeinde Herz Jesu sind mit ihm ins Leben hinein gewachsen, kennen ihn als zuverlässigen Wegbegleiter vom Taufbecken bis hin zur letzten Stunde.

Der Seelsorger stellte sich seiner Verantwortung, was auch für die Ökumene galt. Einen guten Partner und Mitstreiter fand Hägler hier zunächst im evangelisch-lutherischen Pfarrer Wurm. Gemeinsam feierten sie 1969 am Buß- und Bettag den ersten ökumenischen Gottesdienst in Rosenberg, der starke öffentliche Beachtung fand. "Wir waren bald wie Brüder", erinnerte sich der Ruhestandsgeistliche vor einigen Jahren an diese Zusammenarbeit, die sich ebenso fruchtbar mit Pfarrer Dr. Roland Gierth fortsetzte. Diesen beiden Geistlichen verlieh die Stadt im Jahr 1999 aufgrund ihrer vielfältigen Verdienste die Bürgermedaille.

Im Sommer 2003 legte er als Bischöflich Geistlicher Rat das Pfarramt in Rosenberg in neue Hände. Seinen Alterssitz behielt er aber in der Kettelerstraße in Rosenberg, das ihm längst Heimat geworden war. Von dort aus kümmerte er sich weiter um die Armen und Schwerstkranken. Auch mit der Kapelle St. Johannes in Stifterslohe und den dortigen Mitstreitern fühlte er sich im Ruhestand in ganz besonderer Weise als guter Hirte verbunden.

Heute wird um 17.30 Uhr ein Sterberosenkranz gebetet. Requiem mit anschließender Beerdigung ist am Samstag, 24. September, um 10 Uhr in seiner Heimatpfarrei Rothenstadt. Für alle, die an der Begräbnisfeier teilnehmen wollen, setzt die Pfarrei einen kostenlosen Bus ein. Abfahrt ist am Samstag um 8.30 Uhr. Dafür ist eine Anmeldung erforderlich durch Eintragung in der in der Kirche ausgelegten Liste oder im Pfarrbüro.
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