Polizei-Gespräch mit fünf Gemeinden
Das Umland ist sicher

Sicherheit wird zu recht großgeschrieben in den Umlandgemeinden (von links): Michael Kernebeck, Dieter Dehling, Brigitte Bachmann, Klaus Erras, Roman Berr, Winfried Franz und Reiner Pickel. Bild: hfz

Eine einzige Party brachte in Etzelwang die Kriminalstatistik gründlich durcheinander: Sie lieferte gleich 17 Anzeigen. Ansonsten brachte das Sicherheitsgespräch der Bürgermeister mit der Polizei beruhigende Erkenntnisse. Die Lage ist überall im Griff. Auch in Etzelwang.

Zum Sicherheitsgespräch für die fünf Umlandgemeinden des westlichen Dienstbereichs hatte die Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg die Bürgermeister Brigitte Bachmann (Birgland), Dieter Dehling (Illschwang), Winfried Franz (Neukirchen), Roman Berr (Etzelwang) und Reiner Pickel (Weigendorf) eingeladen.

Am Bahnknotenpunkt


Der scheidende Inspektionsleiter, Erster Polizeihauptkommissar Klaus Erras, und sein Stellvertreter, Polizeihauptkommissar Michael Kernebeck, stellten den Bürgermeistern die Kriminalstatistik 2015 für ihre jeweiligen Gemeindebereiche vor. In Neukirchen gingen im Vergleich zum Vorjahr die Straftaten von 66 auf 60 zurück. Ein Teil der registrierten Delikte, etwa das Erschleichen von Leistungen, gingen auf den Eisenbahnknotenpunkt zurück, an dem die Identität säumiger Bahnfahrer festgestellt und die Taten statistisch registriert werden, so die Beamten.

In der Gemeinde Etzelwang bescherte alleine eine im März des Vorjahres aus dem Ruder gelaufene Party junger Leute in einem Gasthaus am Rande der Ortschaft einen leichten Anstieg der Fallzahlen von insgesamt 29 auf 33. 17 Straftaten, Körperverletzungs-, Diebstahls- und Sachbeschädigungsdelikte, waren allein hier aufzunehmen und liefen in die Kriminalstatistik ein. Auch von zwei Wohnungseinbrüchen durch bislang unbekannte Täter blieb die Gemeinde nicht verschont.

In Weigendorf, das mit neun Straftaten insgesamt die niedrigste Kriminalitätsbelastung (Vorjahr 23) aufzuweisen hatte, beschäftigte 2015 die Ermittler eine kleine Serie von Sachbeschädigungen in Haunritz. In fünf Fällen wurden dabei Fahrzeuge beschädigt, eine Eingangstür zerkratzt und mehrere Bäume gefällt. Die Vorgänge sind noch nicht aufgeklärt. Die Gemeinde Illschwang hingegen nimmt mit 134 registrierten Taten die Spitzenreiterrolle (Vorjahr 103 Fälle) ein. Dazu merkte der Inspektionsleiter allerdings an, dass die relativ hohen Fallzahlen im Zusammenhang mit der Autobahn-Rastanlage "Oberpfälzer Alb" zu sehen seien.

Illschwang an der Spitze


Allein 82 Straftaten, vom Tankbetrug über Urkundendelikte und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz bis hin zu ausländerrechtlichen Verstößen, seien 2015 dort registriert worden. Die Aufdeckung ginge vielfach aufs Konto der Fahndungskontrollgruppe der Verkehrspolizeiinspektion Amberg. Die Steigerungsrate hänge mit Intensivierung der Kontrollen, auch wegen der Einbrüche, zusammen, hieße es seitens der Polizei weiter. Auch die für das Birgland registrierten 31 Straftaten (Vorjahr 29) haben teils einen Bezug zur Autobahn A 6, schließlich fänden Kontrollen auch abseits der Hauptverkehrsachsen statt. Es gab zwei Wohnungseinbrüchen ohne viel Schaden. In den meisten der fünf Gemeinden lag die Aufklärungsquote knapp unter- oder oberhalb des bayernweiten Durchschnitts von 62,8 Prozent, die Kriminalitätsbelastungszahlen überwiegend weit unter Landesniveau. Von öffentlichen Festivitäten berichtete Hauptkommissar Kernebeck, alle waren diese ohne Auffälligkeit.

Abschließend bescheinigten die Polizisten den Bürgermeistern, dass ihre Gemeinden ein gutes Bild abgäben. Sie lobten die Bürger, die nach dem Motto "wachsamer Nachbar" verdächtige Wahrnehmungen unverzüglich mitgeteilt hatten.
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