Polizei schnappt Sittenstrolch in Sulzbach-Rosenberg
Vor Zehnjähriger entblößt

In der Sing- und Musikschule trat der Exhibitionist einem Mädchen gegenüber. Dank gezielter Beobachtung und Information konnte die Polizei ihn tags darauf festnehmen. Bild: Gebhardt
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Sulzbach-Rosenberg
08.01.2016
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Sulzbach-Rosenberg: Städtische Sing- und Musikschule |

Zuvor zog er schon in Seniorenheimen seine Nummer ab. Dann suchte er sich die Städtische Sing- und Musikschule aus. Die Polizei hat in Sulzbach-Rosenberg offenbar einen notorischen Exhibitionisten gefasst.

Der 27 Jahre alten Mann soll auf dem Gang der Einrichtung im Sulzbacher Schloss vor einem zehnjährigen Mädchen aus dem Landkreis sein Geschlechtsteil entblößt haben. Der Sulzbach-Rosenberger war offenbar in der Vergangenheit bereits auf ähnliche Weise auffällig geworden. Nach seiner Vernehmung setzte ihn die Polizei wieder auf freien Fuß. Die Ermittlungen laufen aber weiter.

Lehrerin erkannte ihn


Der Vorfall an der Musikschule ereignete sich bereits im November. Das Kind vertraute sich noch am selben Abend seinen Eltern an, die daraufhin die Musikschule informierten. Mit Erfolg: Denn als der 27-Jährige am nächsten Tag wieder in der Einrichtung auftauchte, rief eine Musiklehrerin sofort die Polizei. Beamte der Sulzbach-Rosenberger Dienststelle konnten den Mann an Ort und Stelle vorläufig festnehmen. Die Kriminalpolizei Amberg ermittelt nun wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern gegen ihn.

Noch andere Fälle


Laut Polizei kam bei der Vernehmung schnell die Vermutung auf, dass der Sulzbach-Rosenberger auch für andere Fälle von sexuellen Belästigungen verantwortlich sein könnte. Unter anderem bestehe der Verdacht, dass er bereits zwei Mal in Seniorenheimen als Exhibitionist aufgetreten sein könnte. Außerdem soll er eine Frau in der Nähe des Krankenhauses St. Anna auf dem Nachhauseweg verfolgt und unsittlich berührt haben. Die Ermittlungen dauern an.

Musikschule hat sofort reagiertSteffen Weber, der Leiter der Städtischen Sing- und Musikschule, hat noch am Abend reagiert. "Wir habend den Vorfall sofort im Kollegenkreis besprochen und nachgeforscht, ob jemand aus unserem Haus den Mann gesehen hat." Mit Erfolg - ein Schüler und ein Lehrer hätten sich erinnert, den Mann wahrgenommen zu haben. Wie in den allermeisten öffentlichen Einrichtungen sei es auch bei der Sing- und Musikschule so, dass öfter einmal in den Gängen Eltern auf ihre Kinder warten. "Ich habe dann sofort das Kollegium angewiesen, Leute anzusprechen, die sich bei uns aufhalten und die sie nicht kennen." Seitdem würden die Flure und Toiletten entsprechend kontrolliert. Zwei Tage später habe genau diese Vorgehensweise dazu geführt, dass der Verdächtige dingfest gemacht werden konnte. Ein Lehrer habe den 27-Jährigen erkannt, als er sich wieder im Haus herumdrückte, und die Polizei gerufen. "Wir sind heilfroh, dass das funktioniert hat", erklärt Weber. Die Lehrer hätten den Fall noch einmal mit den Schülern besprochen, um Ängste abzubauen. Die Sing- und Musikschule ist eine Einrichtung der Stadt. Nach eigenen Angaben erhalten dort rund 800 Schüler bei 23 Lehrkräften fundierte musikalische Ausbildung. (upl)
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