"Problem-Biber" am Feuerhof
Neuer Siedler nagt am Baum

Rechts am Auslauf scheint der Eindringling sein Domizil aufgeschlagen zu haben - das sieht nach Biberburg aus.
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
13.01.2016
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Wann er kam, ist nicht so genau zu klären. Dass er da war, sieht man jetzt. Ob er noch da ist, kann man nur vermuten: Der Biber hat sich Zutritt verschafft zum Regenklärteich am Feuerhof. Dort fällte er bereits eine Reihe Bäume. Er muss jetzt wohl gestoppt werden, sonst wächst dort bald kein Schattenspender mehr.

Spaziergänger bemerkten die Verwüstung als erste, im Eckgrundstück am Nordost-Ende der Bergknappenstraße, wo der Regenklärteich der Stadt das Oberflächenwasser des Feuerhofs aufnimmt: Die dort seit Jahren wachsenden Bäume, meist Ahorne und Eschen, haben einen Durchmesser zwischen zehn und 30 Zentimetern. Ein gutes Dutzend von ihnen ist inzwischen gefällt, drei erheblich angenagte Stämme stehen noch. Die Stadtgärtner, die bereits eingegriffen haben, müssen nun wohl auch sie fällen. Zunächst aber gilt es, die verbleibenden Bäume zu schützen, und zwar mit einem Mantel aus Biberdraht.

Vermutlich eine Falle


Der Kontakt zum Landkreis-Biberbeauftragten ist hergestellt, er wird sich Maßnahmen überlegen, den Nager aus dem Weiher und von dem Grundstück zu entfernen. Vermutlich wird es auf eine Falle hinauslaufen, das bietet sich in solchen Situationen bei dem streng geschützten Tier an. Er würde dann an einem geeigneten Gewässer freigelassen.

Wo kommt der Biber aber eigentlich her? Aus dem Rosenbach wohl kaum, denn dann hätte er einen gefährlichen Weg durchs Stadtgebiet absolvieren müssen. Ein Blick auf die Landkarte offenbart aber einen Wassergraben, der sich von der Vils bei Hahnbach südlich der B 14 Richtung Feuerhof schlängelt. Den könnte Meister Bockert, wie der Biber in der Fabel heißt, als passablen Weg ins Exil genutzt haben. Denn in der Regel sind solche Wanderer Jungtiere, die von ihren Eltern vertrieben wurden und sich nun selber ein Revier suchen. Man denke nur an den Waldbad-Biber im Mai vergangenen Jahres, der die Feuerwehr in Atem hielt.

Wohnt er schon hier?


Der Feuerhof-Biber hat wohl schon mit dem Bau einer Wohnung begonnen: Am Teich-Auslauf findet sich ein Haufen Äste, der an eine Biberburg erinnert. Ob er tatsächlich drin ist, werden Beobachtungen zeigen.

Eines ist jedenfalls klar: Bleiben kann er hier nicht. Denn er hält keinen Winterschlaf und ist mangels Laub und Mais jetzt auf Baumrinde angewiesen. Und die holt er sich, wenn die Teich-Umgebung plattgemacht ist, irgendwann auch auf anderen Grundstücken. Dann ist Ärger vorprogrammiert. Selbst wenn der Siedlerbund ihn aufnehmen würde.
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