Schönwerth-Realschule überfüllt
Erstmals ein Aufnahmestopp

Neue Fünftklässler aus acht ausgewählten Landkreis-Gemeinden werden künftig in Busse einsteigen, um zur Sulzbach-Rosenberger Realschule zu fahren - nicht mehr zur Amberger an der Fuggerstraße. Bild: Steinbacher

Amberg. (ath) Das gab's in Amberg so noch nie: Eine überfüllte Schule stoppt die Aufnahme neuer Schüler aus acht Amberg-Sulzbacher Gemeinden. Das geht auf eine Entscheidung aller beteiligten Stellen von Stadt und Landkreis zurück, die nicht sämtlichen Eltern gefallen wird. Betroffen ist die Schönwerth-Realschule.

Sie platzt, wie mehrfach berichtet, seit Jahren aus allen Nähten. Das ist neben den noch bis 2017 laufenden Sanierungs- und Umbauarbeiten, die ebenfalls für eingeschränkte Platzverhältnisse sorgen, der Hauptgrund, warum die Behörden jetzt handelten. Genauer gesagt waren es nicht nur die Schulämter, die hier mitredeten, sondern auch "höhere Ebenen" inklusive Oberbürgermeister Michael Cerny, Landrat Richard Reisinger und der Ministerialbeauftragten für die Realschulen in der Oberpfalz, Maria Kinzinger. Sie war es letzten Endes auch, die die jetzt getroffene Lösung guthieß, wie Ambergs Schulreferent Wolfgang Dersch informierte. Er betonte, dass die Entscheidung "nicht radikal, sondern an einem runden Tisch mit allen Beteiligten gefällt wurde" - einschließlich der Spitzen von Franz-Xaver-von-Schönwerth- und Walter-Höllerer-Realschule in Sulzbach-Rosenberg. Letztere ist als Alternative vorgesehen für Kinder, die aus den acht Gemeinden kommen und als "Neulinge" in die fünfte Klasse an eine Realschule wechseln möchten.

Keine freie Wahl mehr

Zunächst befristet für die kommenden drei Schuljahre, können sie laut Dersch nicht frei wählen, ob sie lieber nach Amberg oder Sulzbach-Rosenberg gehen. Für sie komme nur Letzteres infrage, um Franz-Xaver-von-Schönwerth von seinen hohen Schülerzahlen zu entlasten. Wie berichtet, unterrichtet die Staatliche Realschule aktuell rund 1150 Jungen und Mädchen, obwohl ihr Raumprogramm nur für 800 Schüler ausgelegt ist. Die Neuanmeldungen stiegen Jahr um Jahr, was zu einer regelrechten Überfüllung führte, die zusätzlich durch die ebenfalls seit langem laufende Sanierung und Modernisierung der Gebäude verschärft wurde. Vor diesem Hintergrund nun kam der Aufnahmestopp für die acht Gemeinden zustande, die der Landkreis selbst in Absprache mit den jeweiligen Verwaltungsspitzen dort ausgewählt hat. Gegenwärtig gehen sowohl Stadt als auch Andreas Rupprecht, der stellvertretende Leiter der Schönwerth-Realschule, davon aus, dass es damit für Amberg eine fünfte Klasse weniger geben wird. Das klingt auf den ersten Blick nach nicht so viel, wie Rupprecht meint, habe aber den "langfristigen Effekt, dass es eben jedes Jahr eine Klasse weniger sein wird".

Erst mal für drei Jahre gültig

Und nach drei Jahren, für die der Stopp gegenwärtig gilt, wollen Schule und Behörden noch einmal schauen, wie sich die räumliche und zahlenmäßige Situation an der Fuggerstraße und in ihren jetzt schon genutzten Ausweichquartieren Möhlkaserne und Landwirtschaftsschule entwickelt hat. "Wir müssen die Ströme bis dahin beobachten", sagt Wolfgang Dersch. Außerdem seien bis 2017 Umbau und Sanierung abgeschlossen und es werde vielleicht auch dadurch "wieder besser".
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