Schüler schaffen mit Pflanzaktion vorbildlichen Waldsaum
Ein Mantel für den Haselgraben

Das Treffen führte Schulen und verschiedene Interessensgruppen auf einer Waldfläche der Bürgerspitalstiftung Sulzbach-Rosenberg zusammen. Bürgermeister Michael Göth (links) zeigte sich mit den Vertretern aus "einschlägigen" Bereichen begeistert von der nachhaltigen Gemeinschaftsaktion.
 
Beim Revier Sulzbach-Rosenberg liefen die Fäden zusammen. Unter Anleitung von sogenannten Forst-Paten halfen die Schüler bei der Pflanzaktion tatkräftig mit. Als Belohnung gab es Honigbrote und Tee.

Emsiges Treiben im Wald. Kinder halten Baumsetzlinge in den Händen, angeleitet von Waldarbeitern und Förstern helfen sie der Natur. Auf einer Stadtwald-Fläche nahe Sulzbach-Rosenberg erhöhen die Schüler mit einer Pflanzaktion die Lebensraumvielfalt am Waldrand. Bislang ist das Projekt einzigartig, der Nutzen aber vielfältig und vor allem nachhaltig.

Amberg-Sulzbach. Während üblicherweise zu Hause das Mittagessen auf den Tischen steht, versammelten sich am Montag rund 70 Menschen aus verschiedenen Interessensgruppen, um ein Ziel gemeinsam zu verfolgen: Auf einer Waldfläche der Bürgerspitalstiftung Sulzbach-Rosenberg im Haselgraben sollte ein stufiger, struktur- und blütenreicher Waldrand mit Schwerpunkt auf einer hohen Attraktivität für Bienen angelegt werden.

Diesen "Aktionstag Waldnaturschutz" bezeichnete Forstdirektor Richard Schecklmann als Initiator und Vertreter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg als einmaliges Projekt in der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Dabei werde mit Schülern aus den Imkergruppen der Jahn-, Pestalozzi- und Krötenseeschule sowie Probe-Imkern des Bienenzuchtvereins Sulzbach-Rosenberg ein Waldrand als Anschauungsobjekt angelegt. Vertreter verschiedener Interessensgruppen verwiesen dabei auf die Bedeutung eines intakten Waldmantels.

Hohe Wertschätzung


Schecklmann dankte zunächst Bürgermeister Michael Göth als Hausherrn für die Überlassung der rund 1500 Quadratmeter großen Borkenkäferfläche in Waldrandlage, wodurch der Bienenwald am Haselgraben erst möglich gemacht worden sei. Göth erwähnte die vielfältigen Bestrebungen der Stadt, den Bienen und der Natur zu helfen. "Unsere Wälder werden nicht nur wirtschaftlich genutzt. Bei uns genießen Naturschutzmaßnahmen eine hohe Wertschätzung."

Revierleiter Volker Binner verwies zunächst auf die Wichtigkeit der Aktion, die sich nachhaltig bei den Schülern einprägen könnte. Anschaulich ordnete er jedem Beitrag der Beteiligten an gespannten Gurten ein Symbolbild zu. Der Nutzen für Tiere und Pflanzen, attraktiv gestaltet für die Bienen als Motor allen Lebens, werde sich so auch durch die eigene Beteiligung spürbar verankern.

Wie Binner erläuterte, soll der Randbereich den dahinterliegenden Wald schützen, Standort für seltene Baumarten sein, eine Strauchschicht als Lebensraum bieten, das Landschaftsbild bereichern und den Waldnaturschutz im öffentlichen Forst verbessern. Insgesamt pflanzten die Schüler 550 Bäumchen, darunter Arten wie Feldahorn, Salweide, Vogelkirsche, Winterlinde, Elsbeere, Wildapfel, Spitzahorn und verschiedene Heckensträucher.

Nach Angaben des Försters bieten gerade blüten- und deckungsreiche Waldrandstrukturen für Insekten, insbesondere Bienen, sowie für Vögel und Kleintiere ein hervorragendes Habitat. Der Waldrand solle zudem in der Bildung für nachhaltige Entwicklung als praktisches Anschauungs- und Lernobjekt für Imkergruppen der örtlichen Schulen dienen.

Neuer Blühstreifen


Bei den Statements der Schulen und der übrigen Vertreter waren sich alle einig über den hohen Stellenwert der Aktion. Es wurde aber auch darauf verwiesen, dass im Wald meist das Interesse der Holzproduktion im Vordergrund stehe. Eine entsprechende Saumgestaltung sei deshalb im Privatwald nicht überall das Ziel.

Mit einer weiteren guten Nachricht wartete Wildlebensraumberater Balduin Schönberger auf: Nach Rücksprache mit dem an den dortigen Waldrand angrenzenden Landwirt werde dieser zusätzlich entlang der Fläche einen 20 Meter breiten Blühstreifen auf dem Acker anlegen.

BeteiligteBayerische Forstverwaltung

Stadt Sulzbach-Rosenberg

Bienenzuchtverein Sulzbach-Rosenberg

Imkergruppen der Jahn-, Pestalozzi- und Krötenseeschule

Bund Naturschutz

Landesbund für Vogelschutz

Jäger-Kreisgruppe Sulzbach-Rosenberg

Untere Naturschutzbehörde

Waldbesitzervereinigung

Projektleitung: Revierförster Volker Binner (oy)
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