Seit 450 Jahren funktioniert die Zusammenarbeit im Dekanatsbezirk Sulzbach-Rosenberg
Identität in Gemeinden erhalten

Kirchenhistoriker Dr. Adolf Rank (links) und Dekan Karlhermann Schötz (rechts) vor dem Dekanatsgebäude. Hier wohnen und arbeiten die evangelischen Dekane seit 450 Jahren. Bild: cog

"Ecclesia semper reformanda", auf deutsch: "Die Kirche bedarf der ständigen Erneuerung." Und so, wie sich die evangelisch-lutherische Kirche immer wieder erneuert, verändert sich auch der Dekanatsbezirk Sulzbach-Rosenberg - seit nunmehr 450 Jahren.

Eine runde Zahl an Jahren bietet Anlass, zurückzuschauen, aber auch nach vorn zu sehen. So macht sich Dekan Karlhermann Schötz Gedanken darüber, wie es weitergeht.

Enorme Unterschiede


Der Dekanatsbezirk ist eine Verwaltungseinheit, die von der Vielfalt der Gemeinden lebt. "Das Band, das uns eint, ist Schrift und Bekenntnis", betont der Dekan. Nicht zwischen allen Gemeinden gibt es Berührungspunkte. Das liegt einerseits an der enormen Entfernung von Oberviechtach im Osten bis Königstein im Nordwesten. Andererseits sind auch die Gemeindestrukturen sehr unterschiedlich. In den Diasporagebieten an der tschechischen Grenze bekennen sich teilweise nur sechs bis sieben Prozent der Bevölkerung zum evangelischen Glauben. Mit einem Anteil bis zu 75 Prozent stellt er dagegen im westlichen Dekanatsbezirk klare Mehrheiten. Aber auch hier nimmt die Bindung an die Kirchen ab, die Zahl der Gläubigen sinkt.

Trotzdem sind vorerst keine Änderungen an der Grundstruktur geplant, auch wenn es in der jüngeren Vergangenheit Stellenkürzungen gab. "Die Gemeinden müssen stärker kooperieren", sagt Schötz, "Kooperation ist der Weg in die Zukunft." Denn anders als bei einer Fusion werde dadurch die Identität in den Gemeinden erhalten. "Der Dekanatsbezirk dient der Zusammenarbeit", fasst er zusammen. "Zu dieser Zusammenarbeit muss man immer wieder freundlich einladen."

Seit 450 Jahren funktioniert die Zusammenarbeit der Gemeinden im Dekanatsbezirk Sulzbach-Rosenberg. Diese lange Geschichte erforscht Dr. Adolf Rank, der ehrenamtliche Historiker des Dekanatsbezirks. Kürzlich sprach er darüber bei der Dekanatssynode, die im Zeichen des Jubiläums stand (wir berichteten in unserer Ausgabe vom 7./8. Mai). Weitere Höhepunkte werden folgen.

Termine im Jubiläumsjahr


Zum Frühlingsblasen treffen sich die Posaunenchöre des Dekanatsgebiets am Sonntag, 12. Juni, um 14 Uhr in Edelsfeld beim neuen Gemeindehaus. Für die Sänger steht am Sonntag, 6. November, um 19 Uhr der Dekanatschortag in Amberg, Paulanerkirche, im Blickpunkt.

"Auf's Maul gschaud" heißt das Motto am Dienstag, 8. November, um 19 Uhr im Gemeindesaal der Christuskirche. Dahinter verbirgt sich ein musikalisch-literarischer Abend mit dem Liedermacher und Pfarrer Wolfgang Buck sowie dem Schauspieler Stefan Klügel.
Die Gemeinden müssen stärker kooperieren. Kooperation ist der Weg in die Zukunft.Dekan Karlhermann Schötz
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