Sicherheitsgespräch mit Polizei und Bürgermeister
Gewalt auf der Straße nimmt ab

Ist die Polizei zufrieden, gilt das auch für die Stadt: Beim Sicherheitsgespräch zogen Rosalia Wendl, Michael Göth, Klaus Erras und Michael Kernebeck eine positive Bilanz der Kriminalstatistik. Bild: Gebhardt
 
Die Einbrecher waren da: Oft ist Beschaffungskriminalität das Motiv der Täter - sie brauchen Geld, um ihre Drogensucht zu finanzieren. Bild: Polizei

"Eines bleibt festzustellen: Im Vergleich zu anderen Städten haben wir extrem wenig Probleme mit der Flüchtlingswelle". Klaus Erras, Polizei-Chef der Herzogstadt, führt das auch auf die Toleranz und Integration durch die Bevölkerung zurück. Sein Fazit zur Sicherheitslage: Gut, mit Tendenz nach oben.

Das sogenannte Sicherheitsgespräch ist gute Tradition beim Bürgermeister, und der bald scheidende Erste Polizeihauptkommissar nahm zum achten Mal die Chance wahr, Bürgermeister Michael Göth und Ordnungsamts-Leiterin Rosalia Wendl die Statistikzahlen von 2015 zu erläutern.

Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Polizeihauptkommissar Michael Kernebeck durfte er beispielsweise vermelden, dass die Zahl der Straftaten insgesamt um 5,2 Prozent auf 1260 Fälle gesunken sei - eine ähnliche Entwicklung wie im Landkreis. Die Aufklärungsquote liege bei 65,3 Prozent, in der Stadt selbst sogar bei sehr guten 67 Prozent.

Das bedeute rein rechnerisch 44,8 Fälle auf je 1000 Einwohner, gut unter dem Durchschnitt - Amberg liege bei 70, Regensburg gar bei 88. Bei der Gewaltkriminalität hatten sich die Fälle von 19 im Jahr 2014 auf 38 allerdings verdoppelt, die Polizisten führten das auf die gestiegene Zahl von Raufereien im alkoholisierten Zustand oder häusliche Gewalt zurück. 94,7 Prozent sind aufgeklärt.

Ruhige Gesamtlage


Die Straßenkriminalität, zu der auch Sachbeschädigungen und Autoaufbrüche zählen, ging um 24,7 Prozent zurück auf nur mehr 119 Fälle. "Sie sinkt nun schon seit drei Jahren kontinuierlich", freute sich Erras. Bei den Diebstählen sieht es ähnlich aus: 23,5 Prozent weniger. 238 Anzeigen bearbeitete die Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg im Jahr 2015, über 38 Prozent sind aufgeklärt. Bei den Wohnungseinbrüchen blieb es bei zehn Fällen. Hier sprach Klaus Erras ausdrücklich den wachsamen Nachbarn seinen Dank aus, die in vielen Fällen wertvolle Hinweise gegeben hätten. Rauschgiftdelikte spielen glücklicherweise keine große Rolle in unserer Stadt, 87 Fälle, zu 95 Prozent aufgeklärt, liegen durchaus im Durchschnitt. Vor allem Crystal Meth sei hier noch nicht übermäßig angekommen, berichtete Erras. Auch die Gewalt gegen Polizeibeamte sei leicht gesunken auf 12 Fälle. Michael Kernebeck bilanzierte für die Feste und Veranstaltungen im Stadtgebiet eine durchaus ruhige Gesamtlage, von einzelnen Ausreißern durch Schlägereien abgesehen. "Wir sind auf einem guten Weg, die Brennpunkte sind weg", bilanzierten beide Beamte. Bürgermeister Michael Göth dankte für die reibungslose und fruchtbare Zusammenarbeit.

Zum ThemaZur Situation der Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg hatte sich Erster Polizeihauptkommissar Klaus Erras Gedanken gemacht: Er habe alle bayerischen Städte mit rund 20 000 Einwohnern im Hinblick auf die Polizei untersucht. Ergebnis: "Es gibt keine vergleichbare Stadt in Bayern, die eine Inspektion mit nur 36 Stellen hat!" Erras geht mit Ablauf des April in den Ruhestand, für ein halbes Jahr wird dann Polizeihauptkommissarin Stefanie Püttner die Inspektion leiten.(ge)
Wir sind auf einem guten Weg, die Brennpunkte sind weg.Polizisten Klaus Erras und Michael Kernebeck
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