Sozialverband VdK gibt den Anstoß zu einer Gesprächsrunde im Rathaus
Schritte zur Barrierefreiheit

Wer auf einen Rollstuhl angewiesen ist oder nicht sehen kann, nimmt die Stadt anders wahr. Eine Treppe kann zum unüberwindbaren Hindernis werden, und jede Straßenüberquerung ist lebensgefährlich. Dadurch werden viele Menschen mit Behinderung von der gleichberechtigten Teilhabe am Leben ausgeschlossen.

Der Sozialverband VdK setzt sich für Behinderte ein. Er bat die Stadtverwaltung um ein Gespräch über Barrierefreiheit im öffentlichen Raum. Durch den Aufzug, der bei der Sanierung eingebaut wurde, ist das Rathaus auch für Rollstuhlfahrer zugänglich. Dort trafen sich Bürgermeister Michael Göth sowie die städtische Behindertenbeauftragte Adelheid Donhauser, der Seniorenbeauftragte Andreas Knopp, Markus Hofmann vom Bauamt und Rosalia Wendl, die Leiterin des Ordnungsamts, mit Vertretern des VdK und Georg Dietrich, dem Vorsitzenden des Inklusionsbündnisses der Stadt Amberg und des Landkreises Amberg-Sulzbach.

"Der erste Schritt ist, sich das Problem der Barrierefreiheit überhaupt bewusst zu machen", sagte Erika Renner, die stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende des VdK, "dann kann man Schritt für Schritt vorgehen." Göth berichtete, dass bei den Schulen in städtischer Trägerschaft schon viel erreicht sei. So seien in die Pestalozzischule ein Aufzug eingebaut und die Lehrerparkplätze sowie die Sporthalle barrierefrei angebunden worden. Die neue Turnhalle der Jahnschule verfüge über einen Treppenlift, ebenso die Krötenseeschule.

Geschnittenes Pflaster


Beim Straßenbau werde an Menschen mit Handicap gedacht. In der Innenstadt werde auf den Bürgersteigen ein geschnittenes, also ebenes, Pflaster verlegt. Am Kreisel und an der Kreuzung am Stadtturm helfen Riffelsteine Sehbehinderten, die Bordsteinkante zu erfühlen.

Das Rathaus habe einen Aufzug und das Verwaltungsgebäude in der Rathausgasse 1 einen Treppenlift, berichtete der Bürgermeister. Aber einige Sachbearbeiter seien nicht barrierefrei erreichbar. Dafür habe man eine Lösung gefunden: Im Rathaus steht ihnen im Erdgeschoss ein rollstuhlgerechtes Besprechungszimmer zur Verfügung.

"In der Verwaltung sollte die Quote behinderter Mitarbeiter fünf Prozent betragen", erklärte Dietrich und führte aus, dass die Einstellung eines Behinderten oft dazu führe, dass ein Gebäude umgebaut werden müsse. "Das kommt dann auch den Bürgern zugute", stellte er fest.

Ein weiteres Problem, berichtete Marianne Kies-Baldasky, die VdK-Kreisverbandsvorsitzende, gibt es in vielen Gaststätten: Häufig sind die Toiletten im Untergeschoss. Das sei nicht nur für Rollstuhlfahrer ein Problem, sondern auch für Menschen mit Rollator oder Krücken. "Barrierefreiheit kann als Argument in der Werbung genutzt werden", schlug Dietrich den Wirten vor.

Das Leben mit Einschränkungen ist schwierig, kann aber mit umfassenden Informationen leichter werden. Deshalb sei es gut, dass die Stadt mit Donhauser eine Behindertenbeauftragte habe. Außerdem empfahl er, im Internet die Hinweise zur Barrierefreiheit in der Stadt, im Landkreis und den Gemeinden zu verlinken.

"Wir bleiben am Ball"


Donhauser und Knopp erklärten sich offen für Hinweise in Sachen Barrierefreiheit. Die Gesprächsrunde war sich einig, dass man vor allem bei Neu- und Umbauten viel verbessern kann. Kies-Baldasky dankte dem Bürgermeister und der Stadtverwaltung für die Unterstützung und versprach: "Wir bleiben am Ball!"
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