SPD besucht alte Hofapotheke
Nummer 2000 ist ein Genosse

Die SPD-Fraktion war schlichtweg begeistert von den Ausstellungsstücken im Museum Alte Hofapotheke. Bild: ghs

Das kürzlich gefeierte einjährige Bestehen des Museums Alte Hofapotheke nahm die Stadtratsfraktion der SPD zum Anlass für einen Besuch. Und wie der Zufall es wollte, bescherten die Sozialdemokraten in Person von Fraktions-Chef Joachim Bender dem Museum gleich noch den 2000. Besucher.

Inhaber und Museumsleiter Markus Lommer gratulierte mit einem Fläschchen Eisenbarth-Elixier, gemeinsam stieß man auf den 2000. Besucher und auch auf das Wohl von Bruni Lommer an, die an diesem Tag Geburtstag feierte. Bei der anschließenden Führung mit dem Fachmann eröffnete sich den Besuchern eine faszinierende über 500-jährige örtliche Medizin- und Pharmazie-, aber auch Bau- und Stadtgeschichte.

Gründung 1451


Die Gründung der Hofapotheke geht auf das Jahr 1451 zurück, im Rathaus existierte ab etwa 1540 noch eine Stadtapotheke. Beide Apotheken wurden um 1660 am heutigen Standort zusammengeführt, wobei der Aufbau nach dem großen Stadtbrand 1822 der Häuserzeile das heutige Gesicht gab. Lommers Großvater erwarb 1918 die Schießl'sche Stadt- und Hofapotheke. Sein Vater betrieb die Hof-Apotheke dann bis 1992. Markus Lommer und seine Frau entschlossen sich 2000, das Haus zu sanieren und ein privat geführtes Apotheker-Museum einzurichten. 15 Jahre dauerte diese Herkulesaufgabe bis zur Eröffnung im Vorjahr.

Mit 120 Quadratmetern, verteilt auf zwölf Räume, ist die Alte Hofapotheke das größte der vier Apotheker-Museen in Bayern. Dazu gehört noch ein Kräutergarten, bepflanzt nach dem im Haus erhaltenen Herbarium. In einer Nische beherbergt der Garten eine Statue des letzten Apothekers, Lothar Lommer. Die Arzneiherstellung war früher Hauptbestandteil des Apothekerberufs, er galt bis vor einigen hundert Jahren als reiner Handwerksberuf. In Labor, Arzneikeller und Drogenkammer sind neben unzähligen Gefäßen mit Kräutern und sonstigen Grundstoffen die Geräte zur Arzneiherstellung zu bestaunen: Tablettenpresse, Zäpfchengießformen oder Gelatinekapseln, originalverpackt aus dem Jahr 1900. Homöopathie und Tiermedizin waren Schwerpunkte in der jüngeren Geschichte der Hofapotheke. Sein Vater, so erzählte Lommer weiter, sei als Apotheker auch viel auf dem Land bei den Bauern unterwegs gewesen. So gab es neben Bettnässertropfen auch ein Stärkungsmittel für Ferkel mit der verlockenden Bezeichnung "Ferkelschnaps".

Zahlreiche Exponate


Im Eingangsbereich des Museums sind zahlreiche, oft nur bruchstückhaft erhaltene Exponate ausgestellt, die Markus Lommer bei den Restaurierungsarbeiten aus Fehlböden, Dachschrägen oder Sickergruben eigenhändig barg. So die Scherbe eines barocken Apotheker-Gefäßes aus der damaligen Fayence-Manufaktur in der Hammerphilippsburg zu Rosenberg. Oder Dachziegel, die noch Rußspuren des Brandes von 1822 tragen.

Es finden sich auch Handschriften für Rezepturen, Drucke und medizinische Bücher. 1683 erschien mit "Aufgang der Arzneikunst" das bedeutendste medizinische Buch der Barockzeit. Oder ein ganz kleines Büchlein dieser Zeit mit dem pikanten Titel "Der Beischlaf - aus medizinischer, historischer und philosophischer Sicht", verfasst 1798 von einem Berliner Arzt. Beide Werke wurden in der benachbarten Seidel'schen Druckerei hergestellt. Nach dem Rundgang waren sich die SPD-Stadträte einig, dass die Alte Hofapotheke mit ihrem ganz besonderen Ausstellungskonzept eine echte, auch touristische Bereicherung für Sulzbach-Rosenberg ist.
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