St.-Anna-Wallfahrt-Jahr am Weißen Sonntag eröffnet
„Barmherzig wie der Vater“

In einer feierlichen Prozession zogen die Gläubigen zur Wallfahrtskirche hinauf.
 
Generalvikar Michael Fuchs pochte symbolisch an die Pforte der St.-Anna-Kirche. Bilder: thl (2)

Seit 8. Dezember 2015 und noch bis 20. November läuft das von Papst Franziskus ausgerufene Heilige Jahr der Barmherzigkeit. Es steht unter dem Motto "Barmherzig wie der Vater". Erstmals in der Geschichte der Heiligen Jahre dürfen in den Diözesen Heilige Pforten geöffnet werden. Für die Festwoche auf dem Annaberg hat Bischof Rudolf Voderholzer den Zugang zur Wallfahrtskirche zur Heiligen Pforte erklärt.

Ein herausragendes Ereignis der Pfarrei St. Marien Sulzbach ist immer der Beginn des St.-Anna-Wallfahrt-Jahres am Weißen Sonntag mit Öffnung der Wallfahrtpforte. Dass der Annaberg besondere Anziehungskraft besitzt, das zeigten die vielen Gläubigen, die am Festgottesdienst zur Eröffnung des Wallfahrtsjahres mit Generalvikar Michael Fuchs in der St.-Anna-Kirche teilnahmen.

In einer feierlichen Prozession pilgerten zahlreiche Gläubige mit Kaplan Franz Becher, begleitet von Banner- und Fahnenabordnungen der kirchlichen Verbände und Vereine, betend zur Wallfahrtskirche St. Anna, wo sie Generalvikar Fuchs und Dekan Walter Hellauer erwarteten.

Starkes Zeichen


Zur feierlichen Öffnung der Wallfahrtspforte pochte Fuchs dreimal ans Portal und sang: "Öffnet eure Tore, denn einziehen will der König der Herrlichkeit." Nach dem Antwortgesang: "Wer ist dieser König der Herrlichkeit?" antwortete der Geistliche: "Der Herr der Heerscharen ist der König der Herrlichkeit." Dann wurde das Kirchentor geöffnet.

"Liebe Wallfahrer", fuhr Fuchs fort, "ganz beeindruckt von unserer Diözesanwallfahrt nach Rom in dieser Woche bin ich heute nach Sulzbach-Rosenberg gekommen, um mit ihnen die Anna-Wallfahrt zu eröffnen. Sie steht heuer besonders im Zeichen des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit. Zeichen dieser großen Barmherzigkeit ist die Heilige Pforte."

Sie deute auf das offene Herz des Vaters im Himmel. Und deswegen gebe es auch hier am Annaberg für die Zeit der Festwoche dieses starke Zeichen einer Heiligen Pforte mit offizieller Genehmigung durch Bischof Rudolf Voderholzer. "Treten wir nun ein in diese gnadenreiche Woche." Fuchs, Dekan Hellauer und Kaplan Franz Becher zelebrierten die Festmesse, die vom Chor St. Marien unter Leitung von Kirchenmusiker Steffen Kordmann (Orgel) musikalisch gestaltet wurde.

In der Bergpredigt


In seiner Festpredigt setzte sich der Generalvikar damit auseinander , wie schwer es uns falle, mit vergangenem Unrecht umzugehen. Das beginne in der Familie und reiche bis in die große Politik. Bei alldem merkten wir, wie begrenzt unsere Mittel seien. Wut isoliere, Schmerz verbinde. In diesem Heiligen Jahr der Barmherzigkeit würden wir ganz besonders auf ein großes Geschenk hingewiesen. Schuld beginne von unten, aber Vergebung fange von oben her an. Im Gleichnis vom verlorenen Sohn sei es der Vater, der schon auf den Sohn gewartet habe.

Ein anderes Zeichen der Barmherzigkeit soll im Heiligen Jahr die Heilige Pforte sein: "Klopft an, dann wird euch geöffnet; denn wer anklopft, dem wird geöffnet", rufe uns Jesus in der Bergpredigt zu. Die schönste Stelle in der Bibel sei in diesem Zusammenhang im Buch der Offenbarung zu finden: "Ich habe vor dir eine Tür geöffnet, die niemand mehr schließen kann." Jetzt liege es an uns, sie zu durchschreiten und einzutreten in das Haus des Vaters.

Reich beschenkt


Für die Wallfahrtswoche habe Bischof Rudolf das Portal der Wallfahrtskirche zur Heiligen Pforte erklärt. Wer durch sie gehe, sie betend und aufmerksam durchschreite, werde reich beschenkt. Zu diesem Geschenk gehöre auch etwas, was uns etwas fremd geworden sei: der Ablass. Die Beichte helfe uns, wiederaufzustehen, der Ablass, die Schürfwunden und Beulen zu kurieren. Das Durchschreiten der Heiligen Pforte sei eine Möglichkeit, nach der Beichte einen solchen Ablass zu gewinnen.

Am Ende der Eucharistie dankte Dekan Hellauer Generalvikar Fuchs für sein Kommen: "Wir sind dankbar, dass unser Bischof unsere Wallfahrtspforte während der Annabergfestwoche offiziell zur Heiligen Pforte der Barmherzigkeit erklärt hat. Wir wollen dieses Geschenk wirklich nützen und die Barmherzigkeit Gottes im Sakrament der Versöhnung und den Ablass neu fruchtbar machen."

Sein Dank ging auch an den Kirchenchor, den Chorleiter, Steffen Kordmann, die Ministranten und Fahnenabordnungen und an alle, die zum Gelingen dieser Feier beigetragen hatten.
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