St.-Georgs-Pfadfinder Sulzbach auf großer Nordamerika-Tour
Versprechen am Wasserfall

Sie haben es geschafft: Das nächtliche Versprechen am Wasserfall in den Adirondacks krönt das langersehnte rote Rover-Tuch.
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
02.09.2016
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Ein touristisches Muss: das Washington Monument in der Hauptstadt.

Mücken, Schwarzbären, Wassermassen, extreme Hitze, aber auch "extrem freundliche Menschen": Das größte und teuerste Gruppenunternehmen in der Stammesgeschichte der St.-Georgs-Pfadfinder Sulzbach ist abgeschlossen. Zehn erschöpfte, aber glückliche Reisende stiegen in München aus dem Flugzeug. Drei Wochen USA und Kanada endeten stilgerecht: in einer echten bayerischen Brotzeit.

Viele Monate Vorbereitung, Arbeit und Engagement steckte der Rovertrupp "Oichkatzl" in die Vorbereitung, bis das Budget von rund 22 000 Euro stand - auch dank einiger großzügiger Sponsoren. Die Begegnung mit nordamerikanischen Pfadfindern rückte in greifbare Nähe. Vom Bürgermeister verabschiedet, ging es zwölf Stunden von München über Paris nach Washington - das Abenteuer konnte beginnen.

Washington Monument, Weißes Haus, Lincoln Memorial, Kongress, Museen - all das in drei Tagen zu absolvieren, stellte schon die erste Herausforderung dar. Vier Tage in New York mit all seinen Attraktionen mündeten in eine unerwartete Begegnung auf dem Empire State Building: Ein Trupp Pfadfinder aus Florida staunte nicht schlecht über die Kollegen aus Übersee.

Unvergesslich bleiben den Herzogstädtern auch die Niagara-Fälle: Per Schiff und zu Fuß erkundeten sie das Weltwunder bei Buffalo. Sie trafen auch einen Alt-Pfadfinder, mit dem sie schon übers Internet Kontakt geknüpft hatten: Harry DeBan, der internationale Repräsentant des Bezirks der Boyscouts of America an der Grenze zu Kanada, freute sich sehr über den einmaligen Besuch. Father Sam, ehemaliger Pfadfinder und jetzt der örtliche Priester, ließ die Gruppe in seiner Kirche übernachten und versorgte sie mit Pizza.

Ein ganzes altes Fort bei Buffalo, malerisch gelegen am Ontario-See, hatten die Sulzbach-Rosenberger dann für sich allein. Das Old Fort Niagara aus dem 17. Jahrhundert bot Platz für eine einsame Open-Air-Übernachtung mit herrlichem Blick auf die 80 Kilometer entfernte Skyline von Toronto über den Niagara River. Zwei Tage in der kanadischen Großstadt brachten jede Menge Erlebnisse.

See wie ein Meer


Raus aus dem Großstadtdschungel und auf ins kanadische Hinterland bei Ottawa, lautete die neue Devise. Übernachtung auf Campingplätzen am meeresähnlichen Lake Ontario (so groß wie Rheinland-Pfalz) und im Fitzroy Provincial Park machten den Pfadfindern die Weite und Unberührtheit der kanadischen Wildnis bewusst. Zwei Abstecher nach Ottawa und Montreal beschlossen den Kanada-Aufenthalt, die Adirondack Mountains im Bundesstaat New York lockten die Gruppe zu einem viertägigen Camping-Abstecher.

Baden in kristallklaren Seen, Wandern in den riesigen Wäldern um die High Peak Mountains und mehrfacher Kontakt mit letztlich doch recht friedlichen Schwarzbären bereiteten die Reisenden auf den Höhepunkt des Trips vor: Das feierliche Pfadfinderversprechen, abgelegt im nächtlichen Wald im Fackelschein an einem Wasserfall, machte die Pfadfindergruppe allesamt zu Rovern - das werden sie ihr Leben lang nicht vergessen.

Die örtlichen Pfadfinder in Buffalo setzten mit einem Barbecue und einer Pool-Party den gastfreundlichen Schlusspunkt. Gegenseitiger Austausch von Informationen über Kluft und Aufgaben mündete in die Übergabe des Gastgeschenks, der vom Bürgermeister mitgegebenen Stadtwimpel. Von Buffalo führte der Rückflug über den größten Flughafen der Welt in Atlanta nach München - dort warteten die Eltern und machten mit einer bayerischen Brotzeit den drei Wochen Fastfood das ersehnte Ende.

Extrem gastfreundlich


Tobias Gräf, Vorsitzender des Stammes, erläuterte unserer Zeitung die Besonderheiten des Trips. "Das Pfadfinderwesen ist in Amerika weiter verbreitet als bei uns und genießt hohen Stellenwert", erklärt er die "extreme Gastfreundschaft".

Total beeindruckt habe die Gruppe die enorme Weite und unendliche Natur ohne jegliche Besiedlung, stundenlange Fahrten über die Highways vorbei an Wäldern und Seen. Aber auch das Bekenntnis zu den Werten der Pfadfinder beim Erhalt der roten Halstücher im nächtlichen Versprechen - Reflexion über eigenen Werdegang vom Wölfling über Jungpfadfinder und Pfadfinder bis zum Rover.

Aggressive Mücken waren nur mit amerikanischen Chemie-Keulen abzuwehren, extreme Hitze bis zu 40 Grad ließ sich am besten in den beiden klimatisierten Mietwagen ertragen, mit denen die Gruppe rund 3700 Kilometer zurücklegte durch Washington D.C., Maryland, New Jersey, New York, Pennsylvania sowie Ontario und Quebec in Kanada.

"Fast Food, Shakes und Süßigkeiten sind unglaublich billig, Gemüse aber sehr teuer", erläutert Tobias Gräf den Nahrungsmittel-Sektor. Burger und Sandwiches, kein Schwarzbrot weit und breit: "Wir haben bayerisches Essen sehr vermisst!" Trotzdem habe kaum jemand zugenommen, schließlich gab es jede Menge lange Wegstrecken zu bewältigen.

Fazit: ein herrliches, prägendes Erlebnis für die Gruppe, einmalig, rekordverdächtig und in echter Pfadfindertradition perfekt vorbereitet und absolviert. Im Oktober werden die Sponsoren und Gönner zu einem Grill- und Fotoabend ins Pfadfinderheim eingeladen, dann dürfen alle Anteil haben an diesem Ereignis. Erfüllt hat sich auf jeden Fall der Wunsch, den ihnen alle Daheimgebliebenen mitgegeben haben auf die lange Reise: Gut Pfad!

OichkatzlDas ist die USA-Kanada-Truppe der DPSG Sulzbach:

Leiter: Tobias Gräf (Vorsitzender); Pascal Platzer, Katrin Mertel.

Pfadfinder: Korbinian Wirth, René Zimmermann, Paul Wolfsteiner, Max Pilhofer, Luca Henselmann, Tobias Hermann, Alexander Kopp. (ge)


Das Pfadfinderwesen ist in Amerika weiter verbreitet als bei uns und genießt hohen StellenwertLeiter Tobias Gräf
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