Staatliches Bauamt hegt mehrere Verbesserungsgedanken
Frischzellenkur für B 85

Das Wasserschutzgebiet an beiden Seiten der B 85 erfordert eine bessere Ausstattung der Bundesstraße in diesem Bereich. Bilder: Gebhardt (2)
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
23.02.2016
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Hier an der Einmündung nach Grund soll eine Linksabbiegespur für mehr Sicherheit sorgen.

Ein Straßenplaner denkt in größeren Zeit- und Geld-Einheiten. "Demnächst" kann da auch mal zehn Jahre bedeuten, "nicht ganz billig" meint unter Umständen ein paar Millionen Euro. Im Staatlichen Bauamt sind derzeit eine Menge Vorhaben in Arbeit. Die SRZ ließ sich von Bauoberrat Stefan Noll durch die Projekte führen.

Hauptziel der Aktivitäten ist die Bundesstraße 85, eine der wichtigsten Verkehrsadern der Oberpfalz. Zwischen dem Brückenbauwerk bei Siebeneichen und der Kreuzung mit der Staatsstraße 2164, dem Autobahnzubringer, gibt es einige wichtige planerische Überlegungen.

Wasser ableiten


"Es war schon immer unser Wunsch, die Bundesstraße im Wassereinzugsgebiet der Stadt so auszubauen, wie es zum Schutz des Grundwassers wünschenswert wäre", erklärt der Straßenplaner und markiert einen gut einen Kilometer langen Abschnitt auf der Karte. Ein paar Hundert Meter nach der BePo beginnt das Schutzgebiet und zieht sich bis zur Straßenkuppe nach der Brücke in der Wolfsgrube hin. Es komme immer wieder vor, dass historisch gewachsene Straßen nachträglich mit solchen Schutzzonen überlagert werden.

Ziel des Ausbaues im Trinkwasser-Schutzgebiet wird sein, möglichst kein Oberflächenwasser von der Straße versickern zu lassen. Deswegen soll die Fahrbahn eine seitliche Abdichtung erhalten und mit Borden gefasst werden. Das Oberflächenwasser wird geführt, gesammelt und schließlich in eine Rohrtrasse geleitet, die von der B 85 durch den Wald Richtung Breitenbrunn verläuft - heraus aus dem Schutzgebiet.

Leitplanken sollen dafür sorgen, dass Fahrzeuge bei Unfällen nicht von der Straße abkommen. Für die ganze Maßnahme zum Schutz des Grundwassers ist laut Noll rund eine Million Euro einzuplanen.

Bereits einem Planungsbüro übergeben hat das Bauamt die angedachte Anbindung der neuen AS 35 an die alte Kreisstraße nach Illschwang: Es bräuchte nur eine rund 600 Meter lange Weiterführung vom Brückenbauwerk nach Südwesten, und die Sicherheit wäre gewährleistet. Die Einfahrt in die B 85 beim Happy Rock könnte dann dichtgemacht werden. "Hier müssen wir uns mit Landkreis und Gemeinde zusammensetzen", kündigt der Bauoberrat an - eine komplette Finanzierung durch den Bund liege aber im Bereich des Möglichen.

Sicheres Abbiegen


Linksabbiegespuren sollen auf der B 85 die Einfahrt bei Grund/Stifterslohe auf rund 250 Meter Länge sicherer machen - hier läuft der Grunderwerb. Dieses Projekt könnte schon 2017 verwirklicht werden.

Etwas länger dauern wird ein anderes Vorhaben - der dreistreifige Ausbau, der ja mit all den anderen Projekten irgendwie zusammenhängt. Aufgrund der Topographie wäre es wohl schwierig, auf gesamter Länge dreistreifig auszubauen, meint Stefan Noll. Am leichtesten könnte aber auf der B 85 die jetzige Einfädelspur an der Bereitschaftspolizei in Richtung der Wolfsgrube verlängert werden. (Angemerkt)

Projektauswahl des Staatlichen BauamtesLinksabbiegespur bei Grund

Anbindung AS 35 alt an AS 35 neu

abschnittsweiser dreistreifiger Ausbau der B 85 zwischen Kropfersricht und BePo

Ertüchtigung der B 85 im Bereich des Wasserschutzgebietes

Bau einer Rohrleitung für das Oberflächenwasser von der B 85 nach Breitenbrunn

Radweg an der B 85 von Kropfersricht bis zur BePo bzw. zum Autobahnzubringer

Neubau der B 85-Brücke in der Wolfsgrube über dem Weg von Breitenbrunn nach Haar

Erneuerung der Fahrbahn der B 14 von Weigendorf bis Kauerhof

Bau eines Radweges bei Illschwang und Schwend

Neugestaltung der Kreuzung auf der Staatsstraße 2164 bei Neuöd mit Verkehrsinseln. (ge)

Rein in die Pantoffeln

Von Joachim Gebhardt

Manchmal genügt ein kleiner Stupser, um etwas Großes ins Rollen zu bringen. Beim Staatlichen Bauamt, dem Haupt-Straßenbauer in unserem Gebiet, stapeln sich zwar die Ideen für viele Verbesserungen. Aber unsere Kommune muss sich da schon selbst etwas bewegen, will sie teilhaben am Geldsegen für ihre Vorhaben.

Der Stadtrat sollte jetzt endlich einmal einen Beschluss zuwege bringen, den dreistreifigen Ausbau der B 85 auch offiziell zu fordern. Das würde für die Stadt ja keinerlei Kosten verursachen, es bräuchte nur diesen Anstoß. Gleiches gilt für Storg-Kreuzung, Querungshilfe Liliencenter und andere langgehegte Pläne. Aber da bewegt sich halt nichts zurzeit.

"Mitm Redn macht mas aus", weiß der Volksmund. Und da hat er Recht. Dialog heißt das Zauberwort, auch zwischen Behörden. Wenn nur einer auf den anderen wartet, dauert es Generationen, bis sich was bewegt. Also: Rein in die Pantoffeln, aufeinander zugehen, gemeinsam Möglichkeiten ausloten. Ein bisschen mehr Mut, ein bisschen weniger Zaudern, dann finden sich auch Lösungen. Sonst wird der Winterschlaf zur Gewohnheit.

joachim.gebhardt@zeitung.org

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