Stadt unterzeichnet Vertrag mit Telekom
Mit Breitband durchs Netz

Das ist der Schlüssel zum schnellen Internet: Glasfaserkabel halten auch im Stadtbereich Einzug und ermöglichen flächendeckend höhere Geschwindigkeiten. Bilder: Gebhardt (2)
Vermischtes
Sulzbach-Rosenberg
08.09.2016
176
0
 
Der Breitband-Vertrag ist unterschriftsreif (von links): Wirtschaftsförderer Hans-Jürgen Winter, Bürgermeister Michael Göth und die beiden Telekom-Vertreter Enrico Delfino und Josef Markl.

Internet-Surfen, Videos gucken, Fernsehen schauen und telefonieren: Rund 1100 Haushalte im Stadtgebiet können ab Herbst 2017 schnellere Anschlüsse fürs Internet nutzen. Stadt und Telekom schlossen jetzt den Kooperationsvertrag. Aber nach außen tut sich erst mal nichts.

Mehr Surfgeschwindigkeit für die Stadt, das war und ist das Ziel der Arbeit am Breitband-Netz überall in Bayern. Die Deutsche Telekom erhielt im Stadtrat den Zuschlag für den Netzausbau. Gemeinsam mit Freistaat und Kommune sorgt sie nun für Fortschritt - im geförderten, aber auch eigenwirtschaftlichen Bereich.

Sehr leistungsfähig


43 Kilometer Glasfaser- und Mikrorohre will die Telekom in den neun Ausbau-Gebieten verlegen und insgesamt 18 Multifunktionsgehäuse und Glasfasernetzverteiler aufstellen - mit neuester Technik ausgestattet. "Das neue Netz", erklärten die Telekom-Vertreter bei der Vertragsunterzeichnung, "wird so leistungsstark sein, dass nicht nur Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich sind, sondern auch Musik- und Video-Streaming oder das Speichern in der Cloud." Breitband sei eben heute so wichtig wie Gas, Wasser und Strom, erklärte Bürgermeister Michael Göth. "Die Ansprüche der Bürger an ihren Internet-Anschluss steigen ständig."

Und damit diese Anforderungen auch erfüllt würden, versicherte Enrico Delfino, Verantwortlicher für den Breitbandausbau in der Region: "Wir legen heute den Grundstein für die digitale Zukunft in Sulzbach-Rosenberg. Das Netz wird immer auf dem neuesten Stand sein, dafür werden wir sorgen." Zügige Umsetzung versprach auch Josef Markl, kommunaler Ansprechpartner Deutsche Telekom Technik.

Zwölf Monate als Ziel


Der Ausbau läuft folgendermaßen: Die Telekom steigt jetzt in die Feinplanung ein. Parallel werden eine Tiefbau-Firma ausgewählt, Material bestellt und entsprechende Baugenehmigungen eingeholt - das dauert wohl bis zum Frühjahr. Bis dahin ist nach außen also keine Bau-Aktivität erkennbar. Sobald dann aber alle Leitungen verlegt und alle Verteiler aufgestellt sind, erfolgt die Anbindung ans Netz der Telekom. Dieser Ausbau dauert insgesamt zwölf Monate - ab Vertragsunterzeichnung.

Die flächendeckende Breitbandversorgung sei nicht nur für die Stadt seit langem ein wichtiges Thema, erklärte Bürgermeister Michael Göth bei dem Treffen. Der Freistaat habe 2014 ein neues Breitbandförderprogramm aufgelegt, in dem gegenüber der Grundversorgung höhere Geschwindigkeiten von mindestens 30 bis 50 Mbit/s gefordert wurden.

Die Stadt sei bereits 2014 ins Verfahren eingestiegen und habe die Höchstförderung erreicht - etwa 740 000 Euro insgesamt, der städtische Eigenanteil liege bei rund 75 000 Euro.

Im sogenannten Markterkundungsverfahren hätten also zwei Anbieter einen Ausbau mit den geforderten Spannen von 30 bis 50 Mbit/s angekündigt, erklärte Hans-Jürgen Winter vom Amt für Wirtschaftsförderung: Die Firma Jobst DSL aus Amberg habe bereits die Versorgung der Stadtteile Forsthof und Großalbershof mittels Richtfunkantenne gesichert und die Kunden vom Kabelverzweiger der Telekom über die bisherigen Telefonkabel mit schnellem Internet versorgt - mit Angaben des Anbieters von bis zu 100 Mbit/s.

Ungeahnte Höhen


Die Telekom Deutschland wolle nun im Innenstadtbereich alle Kabelverzweiger mit Glasfaser anbinden. Über die neue Vectoring-Technik seien dann Bandbreiten bis zu 100 Mbit/s möglich. Auf der sogenannten "letzten Meile" würden weiter die vorhandenen Telefonleitungen genutzt. Angekündigt sei bereits der Breitbandausbau für das Neubaugebiet "Siebeneichen Nord", betonte Winter. Dort stehen nach dem Ausbau Breitbandanschlüsse mit bis zu 200 Mbit/s im Download und bis zu 100 Mbit/s im Upload zur Verfügung.

Der Förderantrag wurde bei der Regierung der Oberpfalz eingereicht, die Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmebeginn ist bereits erteilt. Es kann also bald losgehen.

___



Weitere Informationen:

www.su-ro.city/leben-in-der-stadt/wichtige-informationen/breitbandversorgung/

Je näher, desto schnellerUnd so kommt das schnelle Netz ins Haus: Auf der Strecke zwischen der örtlichen Vermittlungsstelle und dem Verteiler wird das Kupfer- durch ein hochmodernes Glasfaserkabel ersetzt. Das sorgt für erheblich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten. Die Verteiler werden zu Multifunktionsgehäusen (MFG) umgebaut. Diese großen grauen Kästen am Straßenrand sind dann Mini-Vermittlungsstellen. 18 neue Exemplare kommen hinzu. In deren Inneren wird das Lichtsignal von der Glasfaser in ein elektrisches Signal umgewandelt und von dort über das bestehende Kupferkabel zum Anschluss des Kunden übertragen. Es gilt die Faustformel: Je näher der Kunde am MFG wohnt, desto höher ist seine mögliche Geschwindigkeit. Für 109 Gebäude im Stadtgebiet sei sogar eine Sonderlösung vereinbart, kündigt die Telekom an: "Hier wird das Glasfaserkabel bis in die Häuser gezogen." (ge)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.