Stadträte und Mitglieder der FDP/Freien Wählerschaft wollen wissen, "wo der Schuh drückt"
Steigende Zahl von Airbags für die Feuerwehr lebensgefährlich

3. Bürgermeister Hans-Jürgen Reitzenstein (Dritter von links), Stadtrat Karl-Heinz Kreiner (vorne, Mitte) und Mitglieder der FDP und Freien Wählerschaft mit dem neuen Einsatzleiterfahrzeug der Feuerwehr Rosenberg. Bild: gac
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Sulzbach-Rosenberg
17.03.2016
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Er steht da wie eine Eins, der nagelneue Audi Q5 für den Einsatzleiter der Rosenberger Feuerwehr. "Und er war tatsächlich das billigste Fahrzeug", bestätigt Kommandant Jürgen Schloß. Der Hersteller habe die notwendigen Umbauten im Werk vorgenommen und außerdem einen hohen Rabatt gewährt.

Stadträte und Mitglieder der FDP und der Freien Wählerschaft wollten sich aus erster Hand informieren, wo bei der Rosenberger Feuerwehr der Schuh drückt. Zunächst wurde aber das neue Fahrzeug besichtigt, mit dem in Zukunft der Einsatzleiter vorab zum Einsatzort fährt und sich einen ersten Eindruck verschafft. Dadurch können im Zweifelsfall wertvolle Minuten eingespart werden, weil die anrückende Wehr sich nicht mehr erst mit den Örtlichkeiten vertraut machen muss. Das Fahrzeug ist im Übrigen aus Vereinsmitteln angeschafft worden, lediglich Blaulicht und Funk musste die Stadt bezahlen.

Schloß erläuterte die Einsatzstatistik. Im vergangenen Jahr absolvierte die Rosenberger Feuerwehr 185 Einsätze - deutlich mehr als die 150 pro Jahr, die allgemein als Grenze für eine freiwillige Feuerwehr gelten. "80 Prozent dieser Einsätze sind inzwischen technische Hilfeleistungen, zum Beispiel bei Unfällen oder auch Türöffnungen", erläuterte der Kommandant.

"Stichsichere Westen"


Bedauerlicherweise komme es bei solchen Einsätzen gelegentlich zu lebensgefährlichen Situationen - etwa wenn die zu öffnende Garage mit Abgasen gefüllt ist oder bei einer Wohnungsöffnung ein Verwirrter mit dem Messer auf die Feuerwehrleute losgeht. "Man hat uns geraten, uns für solche Fälle stichsichere Westen zu besorgen, aber es kann doch eigentlich nicht sein, dass man Freizeit-Feuerwehrleute solchen Gefahren aussetzt", gab Schloß zu bedenken.

Manche Probleme hätten Ursachen, die sich eigentlich einfach beseitigen ließen. An vielen Gebäuden fehlen die Hausnummern oder sind von der Straße aus nicht zu sehen. Schloß plädierte auch für Straßennamen in Neubaugebieten, weil dies die Orientierung der Einsatzkräfte wesentlich erleichtern würde. In Skandinavien seien darüberhinaus Rettungskarten in Autos vorgeschrieben, die den Feuerwehrleuten zeigen, wo sie bei Unfällen gefahrlos Werkzeuge ansetzen können.

"Insbesondere bei Elektroautos kann ein falscher Schnitt zu einem tödlichen Stromschlag führen", erklärte der Kommandant. Aber auch die Steigende Zahl von Airbags sei für die Feuerwehr lebensgefährlich. Er bat alle Fahrzeughalter, die Rettungskarten beim ADAC herunterzuladen und im Auto auszulegen.

"Müssen dankbar sein"


3. Bürgermeister Hans-Jürgen Reitzenstein stellte fest: "Eine Berufsfeuerwehr würde landkreisweit 36 Millionen Euro jährlich kosten. Wir müssen also sehr dankbar sein, dass so viele Feuerwehrleute für Einsätze, Bereitschaft und Schulungen ihre Freizeit opfern und manchmal sogar ihr Leben riskieren."
Insbesondere bei Elektroautos kann ein falscher Schnitt zu einem tödlichen Stromschlag führen.Kommandant Jürgen Schloß
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