Stadtrat bringt Kempfenhof-Ost auf den Weg
Baugebiet nur mit Anbindung

Nach rechts in Richtung Osten soll das bestehende Neubaugebiet in Kempfenhof um über 40 Bauplätze erweitert werden. Über die Frage der künftigen Anbindung gab es jetzt im Stadtrat heftige Diskussionen. Bilder: Gebhardt (2)
 
"Anlieger frei" heißt es offiziell auf dem Kempfenhofer Weg. Ihm wird wohl eine Schlüsselrolle zukommen bei der Erschließung des neuen Baugebietes.

Das wäre um ein Haar schiefgegangen: Der Flächennutzungsplan für das neue Baugebiet in Kempfenhof drohte zu scheitern, denn die Mehrheit im Stadtrat wollte zuerst eine alternative Verkehrsanbindung in Auftrag geben. Doch dann fand sich ein Kompromiss: Beides läuft jetzt parallel und sofort.

Hintergrund der Aktion: Der Antrag auf Einstellung von Finanzmitteln für eine Verkehrsplanung und einen Anschluss an den Autobahnzubringer bzw. die B 85, den CSU und FWU schon Anfang des Jahres auf den Weg gebracht hatten, war bisher noch nicht im Stadtrat behandelt worden.

Deswegen beantragte Peter Bruckner (FWU), zuerst die Verkehrsplanung zu realisieren und dann erst das Baugebiet mit seinen rund 40 Parzellen zu überplanen.

"Das würde das Baugebiet um viele Jahre verzögern", hielt Bürgermeister Michael Göth dagegen. Bei einer Anbindung in die gewünschte Richtung sei mit rund 15 Grundstückseigentümern zu verhandeln, das könne sich stark in die Länge ziehen. Zudem seien wohl SV Loderhof-Gelände und Naherholungsgebiet betroffen. "Wie wollen Sie das alles der Bevölkerung erklären?" Rund zwei Kilometer Straße würden vermutlich Millionen kosten. Eine Parallel-Behandlung könne er sich aber vorstellen.

"Vernünftiges Konzept"


Peter Bruckner beteuerte, kein Wohngebiet blockieren zu wollen, aber der zu erwartende Verkehrszuwachs müsse vorgesehen und langfristig mit der Planung verknüpft werden. "Wir brauchen ein vernünftiges Anbindungskonzept." Joachim Bender (SPD) warnte davor, den Flächennutzungsplan zu zerpflücken, sonst werde eine Bebauung in Kempfenhof verhindert. Er sah als einzige Möglichkeit, den Kempfenhofer Weg auszubauen. "Wir wollen ein Baugebiet, aber auch eine vernünftige Anbindung", verteidigte Dr. Stefan Morgenschweis (CSU) den Antrag. "Das sind wir allen schuldig, die dort wohnen", sagte er.

"Ich kenne die Situation in Kempfenhof", schaltete sich Karl-Heinz Herbst (Grüne) ein: Der sehr gute Ausbau zur B 14 werde angenommen. Die Strecke sei zwar ein bisschen weiter, aber schneller, um zur B 85 oder zum Zubringer zu gelangen. Er sah als größtes Problem eine mögliche stark frequentierte Abkürzung für Autofahrer, die durch eine Anbindung Richtung Krötensee entstehen würde. Das wollten die Bürger nicht.

Christian Steger (CSU) appellierte: "Es muss doch möglich sein, für die Zukunft ein vernünftiges Konzept und einen Planer zu finden." Auch Hubert Jungbauer (CSU) bestärkte ihn: "Vor einem Bebauungsplan müssen wir wissen, wie wir da hin kommen." Eine sinnvolle Anbindung wollte auch Hans-Jürgen Reitzenstein (FDP/FWS). Dr. Thomas Steiner (SPD) konnte sich für paralleles Entwickeln erwärmen.

Wald erhalten


Nach einem flammenden Appell von Umweltschutz-Beauftragtem Peter Zahn, den Wald dort nicht abzuholzen, sondern zu erhalten, beantragte Morgenschweis die Bereitstellung von 40 000 Euro aus dem laufenden Haushalt für eine allgemeine Verkehrsplanung zur übergeordneten Anbindung von Kempfenhof, die sofort beginnen solle, parallel zum Ausweisungsverfahren.

Das ging einstimmig durch, dann ebenso die Fortschreibung und Aufstellung von Flächennutzungs- und Bebauungsplan Kempfenhof-Ost. Lediglich der Passus der "Abschließung der Entwicklung" des Baugebietes wurde aus beiden Plänen gestrichen.
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