Stadtrat schmiedet Pläne für Niederricht
Alte Streuobstwiesen erfahren besonderen Schutz

Niederricht ist geprägt von seinen Streuobstbeständen. Sie rahmen den Ort ein und sind nach Meinung des Naturschutzes unverzichtbar. Bild: hfz
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Sulzbach-Rosenberg
03.02.2016
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Im Norden (oben) und im Westen (links) werden die Obstbäume besonders geschützt. Im Osten (rechts) liegt der dritte Änderungsbereich, hier entsteht ein kleines Gewerbegebiet.

Was ist ein Dorf? Die Baunutzungsverordnung in unserem durchplantem System weiß es genau und definiert, was im Dorf zulässig ist und was nicht. In Niederricht gab es jetzt eine Änderung im Flächennutzungs- und Landschaftsplan: Die alten Streuobstwiesen im Norden und Westen des Dorfes erfahren besonderen Schutz.

Beschlossen worden war schon im Juli 2015, den Flächennutzungsplan für Niederricht in drei Bereichen zu ändern. Die Öffentlichkeit, die Behörden und Träger öffentlicher Belange gaben teils Stellungnahmen ab. Diese behandelte der Stadtrat im Oktober und billigte den Entwurfsplan, der daraufhin erneut auslag.

Diesmal kamen zwei Einwände: Zum einen schlug die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes vor, die Streuobstwiesen im nördlichen und westlichen Änderungsbereich auf Dauer zu erhalten. Deswegen sollten sie im neuen Plan nicht als Dorfgebiet (MD), sondern als "Flächen für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Boden, Landschaft und Natur" dargestellt werden.

Eingrünung unverzichtbar


Die an den Ortsrändern liegenden Streuobstbestände sorgten nämlich für eine hervorragende Eingrünung von Niederricht. Ein genereller Schutz bestehe zwar nicht, aber bei einem baurechtlichen Außenbereichs-Vorhaben könnte die Untere Naturschutzbehörde dann Einfluss nehmen: "Der Charakter des Stadtteils Niederricht lebt vom Erhalt dieser traditionellen Streuobstbestände im Ortsrandbereich!"

Bäume erhalten


Umweltschutzbeauftragter Peter Zahn forderte dies ebenfalls und zusätzlich, dass im Plan die Formulierung "erhaltenswerter Baumbestand" geändert werde in "vorhandene, zu erhaltende Bäume". Der Stadtrat diskutierte in der Dezember-Sitzung noch einmal darüber und einigte sich schließlich auf einen Kompromiss. Den Vorschlägen werde teilweise entsprochen und die Gebiets-Darstellung im nördlichen und westlichen Ortsrand geändert. Im Norden wird auf eine MD-Fläche verzichtet und die gewünschte Schutzfläche dargestellt, im Westen solle wegen der Ortseingrünung das Gleiche geschehen. Die Verwaltung hat nun die Bauleitplanung entsprechend geändert, der Beschluss liegt wiederum aus. Der Wirksamkeitsbeschluss ist bis dahin zurückgestellt. Dann dürfte das Planungs-Kapitel Niederricht vorerst beendet sein. (Zum Thema)

Zum ThemaGeänderte Planung liegt erneut aus

Sulzbach-Rosenberg. (ge) Der Stadtrat hat die zur 20. Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplans Dorf- und Gewerbegebiet Niederricht eingegangenen Stellungnahmen der Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung behandelt und abgewogen. Das Gremium beschloss eine Änderung der Entwurfsplanung. Diese billigte der Stadtrat in der jüngsten Sitzung und beschloss die erneute öffentliche Auslegung.

Die Entwurfsplanung wird mit allen Unterlagen und den umweltbezogenen Stellungnahmen von heute bis 18. Februar (verkürzte Frist) im Bauamt der Stadt, Rathausgasse 2, 1. OG, ausgelegt. Stellungnahmen dürfen jedoch nur noch zu den geänderten Teilen des Entwurfs vorgebracht werden - diese sind kenntlich gemacht. Während der Auslegungsfrist können - schriftlich oder mündlich zur Niederschrift - Stellungnahmen im Bauamt, Rathausgasse 2, auf Zimmer 14, Dachgeschoss, abgegeben werden. Terminvereinbarung unter 09661/510-152 wird empfohlen.
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