Stadtrat will dreistreifige B 85
Grünes Licht für den Straßenbau

Die Kropfersrichter Kreuzung ist immer noch ein Unfallschwerpunkt. Kommt die Verlängerung der AS 35, wird sie aber aufgelassen, zumindest aus Richtung Illschwang. Ab hier soll der dreistreifige Ausbau der B 85 beginnen. Bilder: Gebhardt (2).
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Sulzbach-Rosenberg
24.03.2016
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Von Siebeneichen kommend (rechts unten) könnten Autofahrer das Brückenbauwerk geradeaus überqueren und dann halbrechts durch den Wald Richtung Illschwang weiterfahren. Der Stadtrat ist für die Planung.

Es tut sich nun doch etwas in Sachen Straßenbau: Der Stadtrat stellte die Weichen für eine Verlegung der AS 35 gegenüber von Kropfersricht und auch für einen dreistreifigen Ausbau der B 85 Richtung Westen. Aber ganz unumstritten sind beide Projekte nicht.

Der Umwelt-, Bau- und Planungsausschuss hatte die Stelle schon besichtigt: Die Europastraße soll nach Querung der B 85 über das Brückenbauwerk bei Siebeneichen weitergeführt werden, bis sie auf die alte AS 35 trifft, die von Illschwang kommt. Nützlicher Effekt des Ganzen: Die unfallträchtige Kreuzung bei Kropfersricht könnte aufgelassen werden, und der Bau dürfte die Stadt nichts kosten, weil Bund und Kreis in der Pflicht stehen.

Umweltschutz-Bedenken


Das sah auch Dr. Thomas Steiner (SPD) so, und Dr. Stefan Morgenschweis (CSU) schloss sich ebenso an wie Karl-Heinz Herbst, der die Verkehrssicherheit voranstellte. Umweltschutzbeauftragter Peter Zahn aber hielt dagegen: Bevor hier hektarweise wertvoller Lebensraum geopfert werde, solle man erst einmal prüfen, ob schon alle verkehrstechnischen Möglichkeiten wie Einfädel- oder Abbiegespur, Leitsysteme, Schilder etc. ausgeschöpft worden seien. Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn wies darauf hin, dass es für die Definierung von Ausgleichsmaßnahmen noch viel zu früh sei und es jetzt nur um einen Grundsatzbeschluss pro oder contra gehe. Diesen fasste der Stadtrat denn auch einstimmig und sprach sich für die Weiterführung aus.

Nicht einheitlich sei dagegen die Meinungsbildung in seiner Fraktion zum dreistreifigen Ausbau der B 85, meinte Dr. Thomas Steiner für die SPD zum nächsten Punkt. Antragsteller Dr. Stefan Morgenschweis von der CSU rief den Stadtrat zur Willensbekundung auf, nun endlich den weiteren Ausbau zu fordern.

Aber hier verweigerten sich die Grünen: Karl-Heinz Herbst verwies auf die "ungeeignete Topographie" dieses Bereiches zwischen Kropfersricht und Zubringer. Die vom Staatlichen Bauamt geplante Oberflächensanierung der Bundesstraße im Bereich des Trinkwasserschutzgebietes sei natürlich zu begrüßen, auf einen Radweg könne man aber wegen der Steigungen hier auch verzichten. Für die FWU begrüßte Peter Bruckner die Pläne, äußerte aber Zweifel, ob eine Abbiegespur bei Grund wirklich Sicherheit brächte. Er plädierte für eine andere Anbindung von Stifterslohe etc. an die B 85.

Mehrheitlich dafür


"Es geht nicht um Einzelmaßnahmen, sondern um eine generelle Mobilitätsplanung für die Stadt!", appellierte Umweltschutzbeauftragter Peter Zahn und übergab dem Bürgermeister ein Papier mit entsprechender Grundlagenplanung. "Niemand hat diesen Bundesstraßen-Ausbau bisher gefordert, es besteht kein öffentlicher Bedarf, die Verkehrszahlen sind alt oder geschätzt." Der Bau neuer Straßen sei keine Lösung im Kampf gegen zunehmenden Verkehr, ebenso müsse der Flächenverbrauch dringend gesenkt werden. "Wir stehen alle in der Verantwortung, auch beim CO2-Ausstoß!"

Der Stadtrat zeigte sich denn auch nicht vollständig überzeugt, verabschiedete den Antrag aber trotzdem deutlich mit 21:7 Stimmen. Die Verwaltung wird nun beauftragt, beim Staatlichen Bauamt die Fortsetzung des dreistreifigen Ausbaus der B 85 von Siebeneichen bis zum Autobahnzubringer Staatsstraße 2164 zu fordern.

Es geht nicht um Einzelmaßnahmen, sondern um eine generelle Mobilitätsplanung für die Stadt!Umweltschutzbeauftragter Peter Zahn
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