Stadtwerke erneuern 2200 Meter Wasserleitung
Sisyphus im Untergrund

Stadtwerkeleiter Roland Kraus (links) überzeugt sich fast täglich vom Fortschritt der Arbeiten zur Erneuerung der 60 Jahre alten Wasserleitung im Bereich Schlesier-, Vollmar- und Oberschwaigstraße.

Es ist zwar nicht ganz wie beim berühmten Sisyphus, aber der Unterhalt des städtischen Wasserleitungsnetzes ist für Stadtwerkeleiter Roland Kraus schon eine Daueraufgabe. Für die Qualität des Wassers wendet die Kommune alljährlich viel Geld auf, wie zurzeit im Bereich Oberschwaig. Doch es geht noch um viel mehr.

Seit vier Wochen buddeln und graben sich die Maschinen und Werkzeuge der Firma Arbogast in der Schlesier-, Vollmar- und Oberschwaigstraße in die Tiefe. Das marode Leitungsnetz wird in diesen Bereich in einer Gesamtlänge von rund 2200 Metern erneuert. Dazu kommen noch etliche Hausanschlüsse. Für die Stadtwerke ist diese Maßnahme 2016 mit circa 250 000 Euro das kostenintensivste Projekt.

Wie Roland Kraus beim Pressegespräch informiert, kämen im laufenden Jahr in Sulzbach-Rosenberg für Netzunterhalt und -erneuerung rund 450 000 Euro zusammen. "Diese Investitionen haben direkten Einfluss auf die Qualität und Quantität und demnach auf den sehr guten Zustand unseres Wassers." Ganz aktuell sind bis zu 60 Jahre alte Grauguss-Leitungen betroffen, an denen verstärkt Rohrbrüche auftraten - Intervalluntersuchungen geben darüber alljährlich Aufschluss.

Danach arbeiten die Stadtwerke eine Prioritätenliste mit den intensivsten Problembereichen aus - beispielsweise Stellen mit extremen Wasserverlusten oder gehäuften Schäden. Einhergeht die Überprüfung der Schieber und Hydranten, um die betroffenen Rohrstrecken und Straßenzüge genau einzugrenzen - und jetzt dient die Oberschwaig als aktuelles Beispiel dafür.

Während in reinen Wohnsiedlungen dem Stand der Technik nach überwiegend auf HDPE-Kunststoffrohre DA 125 - 180 Millimeter zurückgegriffen wird, verwendet man beispielsweise innerstädtisch duktile Gussrohre, die gegen Beschädigungen noch resistenter sind. "Die richtige Dimensionierung ist auch aus Gründen des Feuerschutzes unumgänglich, da im Brandfall die Feuerwehr auf das städtische Leitungsnetz über die Hydranten zugreift.

Auf Sand gebettet


Eine Maxime sei für die Stadtwerke das konzertierte Vorgehen in ganzen Straßenzügen, um effektiv handeln zu können: "Nicht dass wir beim nächsten Problem in der Nähe gleich wieder aufgraben müssen", erklärt Roland Kraus. Zum Schutz werden die Polyethylen-Rohre auf Sand gebettet, darauf kommt nochmals eine Sandschicht, dann folgen Mineralbeton und Schotter. Das ganze Unternehmen spiele sich in einer Tiefe zwischen 1,3 und 1,4 Metern ab.

"Einige Anlieger erneuern gleich ihre Hausanschlüsse auf eigene Kosten mit, um wieder auf dem neuesten Stand zu sein. Bis zur Grundstücksgrenze läuft alles auf Kosten der Stadt, die auch die Leitungen selbst verlegt." Abschließend lobte der Werksleiter das gute Auskommen mit den Anwohnern trotz Baulärms und Verkehrsbehinderungen. Und bis Ende August will "Sisyphus" in diesem Bereich seine Arbeit dann komplett geschafft haben.
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