Städtischer Bauhof bereitet sich auf Winterdienst vor
Oft zu viel Laub im Tank

Zwei der sieben Räum- und Streugeräte, im Hintergrund der Sole-Tank: Der Bauhof ist für den Winter bestens gerüstet.
 
Mit dem dicken, schwarzen Schlauch kann die große Kehrmaschine auch Laub aufsaugen. Hier hilft übrigens ein Praktikant aus der Integrationsklasse für unbegleitete Flüchtlinge des Beruflichen Schulzentrums. Bilder: Gebhardt (2)

Räumer und Streuer stehen bereit, der Winter kann kommen. Das ist die gute Nachricht am Annabergweg. Doch einige Bürger entsorgen ihr Herbstlaub jetzt über die städtische Kehrmaschine. Das gefällt dem Bauhof gar nicht. Denn es kostet zusätzlich viel kommunales Geld.

In den Hallen des städtischen Bauhofes blickt man dem nahenden Winter gelassen entgegen. Salz ist genügend eingelagert, die Funktionsprüfung der Gerätschaften abgeschlossen. Sogar das Anlegen der Schneeketten übten die Männer schon, und es ging flott von der Hand. Das ist wichtig bei Blitzeis-Ereignissen.

Gebiet erweitert


In der Winterdienstbesprechung ging es um die neuen Aufgaben für den Räum- und Streudienst: Die Strecken wurden um die Neubaugebiete ergänzt, jetzt sind auch Kropfersricht, Siebeneichen, Kauerhof und der Radweg nach Kempfenhof aufgenommen.

Die Armada gegen die weiße Herausforderung steht bereit, erläuterte Bauhof-Chef Erwin Thurner unserer Zeitung: drei Räum- und Streu-Lkw mit 18, 16 und 10 Tonnen, zwei Schmalspur-Fahrzeuge für die Gassen der Altstadt und andere enge Straßen, ein Schlepper und der neue Unimog.

Sieben Fahrzeuge mal drei Schichten, das macht 21 Mann für den Winterdienst. Doch die einstige Überstunden-Fabrik hat sich ins Gegenteil verkehrt: Seit fünf Jahren fällt nur mehr ein Drittel der früher geleisteten Arbeitszeit an. Es schneit nicht mehr so viel und so oft. "Und alleine beim Salz haben wir schon enorm viel Geld eingespart", bilanziert Thurner, der auch für diese Saison keine großen Schneekatastrophen erwartet.

Nach wie vor sind es in der Räumstufe 1 die neuralgischen Punkte wie Kreuzungen, Hauptverkehrsstraßen und Schulbuslinien, die zuerst angefahren werden. Besonderes Augenmerk gilt dem Krankenhaus-Berg. Die Wohngebiete kommen dann in Stufe 2 dran. "Wir machen sowieso viel mehr, als wir laut Gesetz müssten", erläutert der Bauhof-Chef die Einsätze.

Mehr Verständnis


Deswegen wünscht er sich, dass die Arbeit seiner Leute auch besser ankommt bei den Bürgern. "Überall zugleich geht halt nicht", meint er im Hinblick auf die Anrufe, die immer pünktlich mit dem ersten Schnee beim Bauhof auflaufen.

Doch zurzeit treibt ihn noch etwas anderes um: Das Herbstlaub macht die Straßen rutschig und verstopft die Sinkkästen. Hier steuern die beiden Kehrmaschinen dagegen - sie säubern die Fahrbahn und können auch Laub direkt vom Straßenrand aufsaugen. "Aber einige Bürger entsorgen so ihre Blätter oder sogar ihren Heckenschnitt, indem sie das Zeug einfach auf die Fahrbahn werfen", kritisiert Erwin Thurner - das ist eigentlich Straßenverschmutzung und eine Ordnungswidrigkeit.

Zweige bleiben liegen


Die Kehrmaschine müsste dann unverhältnismäßig viel Laub oder sogar Zweige aufnehmen, was als Gemisch mit dem Straßenkehricht teuer zu entsorgen ist. Die Jahresrechnung hierfür liegt normalerweise bei rund 20 000 Euro. "Deswegen wird so etwas nun liegengelassen!"

Dazu komme: In manchen Straßen hängen die Hecken so weit über, dass die Kehrmaschine gar nicht bis an den Rand heranfahren kann. "Das muss doch alles nicht sein, mit ein bisschen Rücksicht ginge es doch anders", appelliert Thurner, der hier schon die tollsten Geschichten erlebt hat. Aber in den allermeisten Fällen laufe alles problemlos.

Jetzt ist die Kehrmaschine bald auch zur Reinigung der Sinkkästen eingesetzt, deswegen wird der Kehrplan nun einige Zeit nicht buchstabengemäß eingehalten. "Aber wir fahren alles zeitnah nach", verspricht der Leiter. Und er bittet am Schluss des Gespräches die Menschen, nicht gleich die Nerven zu verlieren, wenn mal über Nacht fünf Zentimeter Schnee fallen. "Wir haben alles im Griff - allerdings nur gemeinsam mit dem Bürger und dessen Unterstützung."
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