Stahlgruber-Lieferverkehr will Stadtfahrten vermeiden
Wenn's geht, dann drum herum

Senior-Standort-Koordinator Herbert Mückl (links) und Transport-Logistik-Leiter Marc Brütting bevorzugen ganz klar die Europastraße als Anbindung für die Lastwagen. Bilder: Gebhardt (2)
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Sulzbach-Rosenberg
22.06.2016
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"Leidenschaft für Lösungen", steht drauf, sie sind riesig und auffällig: Die Lastzüge mit dem Stahlgruber-Logo auf den Containern gehören seit über 20 Jahren zum täglichen Erscheinungsbild. Sie sorgen für Aus- und Eingang der Waren im Logistikzentrum im Industriepark Ost. Aber manchmal fahren sie auch durch die Stadt. Warum?

Die Beschwerde taucht regelmäßig auf in Diskussionen, bei Bürgerversammlungen oder bei Veranstaltungen der Initiative gegen die Nordumgehung: Warum müssen die schweren Sattelzüge oder Lkw mit Hänger, die Stahlgruber-Container transportieren, über den Autobahnzubringer zur Meister-Kreuzung fahren und von da aus Richtung Rosenberg? Wieso nutzen sie nicht die extra deswegen ausgebaute Europastraße über die B 85?

Täglich 200 Fahrten


Die SRZ sprach mit den verantwortlichen Managern in der Ludwig-Erhard-Straße. Dort, im Logistikzentrum, hat die Reichhart-Gruppe ihre Zweigniederlassung, eine von über 20 in Deutschland und Europa. Seit vielen Jahren wickelt sie als Stahlgruber-Partner den Warenausgang ab. Reichhart Transport-Logistik, die Spedition, sorgt für den reibungslosen Ablauf der Zustellung an die Stahlgruber-Verkaufshäuser. Gearbeitet wird fünf Tage pro Woche in zwei Schichten, bei Bedarf auch eine Samstagsschicht eingeschoben. Die Beladung der Lastwagen erfolgt täglich zwischen 19 und 22.30 Uhr auf insgesamt rund 55 komplette Lkw-Züge, damit die einzelnen Verkaufshäuser am Morgen des nächsten Tages über alle bestellten Artikel verfügen können. Dazu kommen täglich rund 40 Züge der Anlieferer. Das gibt dann etwa 200 Lkw-Bewegungen in beide Richtungen an jedem Werktag - ordentlich Kilometer auf den Tacho.

Wie aber verläuft die Route? "Erreichbar sind wir für die Lastzüge nur aus einer Richtung", macht Herbert Mückl, der Senior-Standortkoordinator von Reichhart Logistik, klar. Denn die Straße zwischen Hahnbach und dem Industriegebiet ist auf 7,5 Tonnen beschränkt. Die Hauptzufahrt führt also über die B 85 und die Europastraße.

"Unsere Fahrer sind ganz klar angewiesen, nicht die Hofgarten- und Rosenberger Straße zu benutzen, sondern die Lohe-Unterführung", erklärt Marc Brütting, Leiter der Reichhart Transport-Logistik. Sprit gibt es bei der Spedition übrigens ausschließlich am Lkw-Tankpunkt von Bergler zwischen Rohrwerk und Janesville Acoustics in der Eisenhämmerstraße. Und getankt wird mit so einem Langstreckler fast täglich.

Navis lotsen ungünstig


Und jetzt kommt das angesprochene Problem ins Spiel: Reichhart besorgt nur 60 Prozent der Fahrten selber und bindet lokale Unternehmen mit ein, als sogenannten Leistungspartner. Diese Speditionen, die ebenfalls die Stahlgruber-Container befördern, tanken aber meistens an der BayWa neben dem Dultplatz. Deswegen fahren einige von ihnen von der Autobahn kommend weiter durch die Hofgartenstraße und über die Meister-Kreuzung.

Dazu komme noch, dass die Navigationsgeräte diese Route durch die Stadt empfehlen und nicht die Europastraße - ausschlaggebend bei Ortsunkundigen. Wohl gebe es dringende Empfehlungen, es werde auch ständig darauf hingewiesen und darum gebeten, die Europastraße zu benutzen - und die meisten Partner hielten sich auch daran. "Aber wie er fährt, das ist letztlich die Entscheidung jedes einzelnen Unternehmers."

Höchstens zehn Züge


Die eigenen Lastzüge sind mit GPS ausgestattet, also stets ortbar. "Wir haben die Meister-Kreuzung in unserer Software als telemetrischen Messpunkt eingefügt", erklärt Marc Brütting. So kann jeder Fahrer, der diese Stelle passiert, später befragt werden, warum er diese Route gewählt hat.

Allerdings gibt es auch für Reichhart ein echtes Manko mit der Anbindung: "Wie wollen Sie mit dem Lkw nach Norden gelangen, Richtung Weiden etwa?", fragt Mückl. Direkt nach Hahnbach hinüber geht es nicht wegen der Beschränkung, eine Vilsauen-Traverse existiert immer noch nicht, also bleibt nur der Weg über die Storg-Kreuzung auf die B 14.

"Aber das sind ja am Tag höchstens um die zehn Züge", relativiert der Logistik-Leiter. Über die Europastraße und B 85 bis Krötensee zu fahren und dann wieder durch die Stadt, das wäre ja Unsinn. Außerdem seien die Angestellten auch angewiesen, vernünftig zu fahren, also nicht zu schnell. Fazit: Reichhart tut alles, um Stadtfahrten zu vermeiden. Bleibt also nur, an einige Vertragspartner zu appellieren. Das würde Hofgarten- und Rosenberger Straße sicher gut tun.

Kennzeichen wichtigEventuellen Beschwerden gehe man selbstverständlich sofort nach, versichert Herbert Mückl, allerdings seien Zeitpunkt und vor allem Kennzeichen des beanstandeten Fahrzeugs wichtig. "Allgemeine Kritik hilft uns da leider nicht weiter!" (ge)


Wie wollen Sie mit dem Lkw nach Norden gelangen, Richtung Weiden etwa?Standort-Koordinator Herbert Mückl


Unsere Fahrer sind ganz klar angewiesen, nicht die Hofgarten- und Rosenberger Straße zu benutzen, sondern die Lohe-Unterführung.Logistik-Leiter Marc Brütting
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