Stamm-Trachtler bringen „Petri Heil und Waidmanns Dank“ auf die Bühne
Überraschung unter der Perücke

Schwiegermonster Rosalinde (links) stellt den Öko-Harald, hier mit seiner Freundin Tina, auf Bauernseufzer um.

Zwei absolute Machos werden im Schwank "Petri Heil und Waidmanns Dank" drei Akte lang an der Nase herumgeführt. Zum Schluss werden sie ziemlich handsam, als sie merken, wer sich wirklich hinter den heißblütigen Italienerinnen verbirgt, die sie ungeniert angebaggert haben.

Der Heimat- und Trachtenverein Stamm erzählt in seinem neuen Theaterstück die Leidensgeschichte der Gerda (Bettine Schmalzl). Seit 28 Jahren ist sie mit ihrem Rudi (Markus Stauber) verheiratet. Zum Hochzeitstag, der mit dem Muttertag zusammenfällt, hofft sie auf eine Überraschung. Der Rudi, der nur das Angeln im Kopf hat, klatscht ihr sechs fangfrische Forellen auf den Küchentisch. Zum Mittagessen kommen die Anglerkollegen mit ihren Frauen, von denen eine keinen Fisch mag. Deshalb soll Gerda auch noch einen Schweinsbraten in den Ofen schieben.

Aber nicht nur der Rudi kommandiert die Gerda herum, sondern auch der Schwager Hermann (Stefan Fuchs); ein passionierter Jäger, der den ganzen Tag in langen Unterhosen herumschlurft, nur ans Essen und seinen Jägerstammtisch denkt. Sohn Simon (Julian Donath) bringt dann noch die Trikots seiner Fußballmannschaft zum Waschen vorbei, und Tochter Tina (Ines Speckner) überrascht mit der Nachricht, dass sie ihr Studium abgebrochen hat und künftig bei Harald (Wolfgang Übler) wohnt, der auf Öko abfährt und einen Yin-und-Yang-Laden führt.

"Mir reicht's", sagt die Gerda. Mit ihrer Freundin Susi (Marion Steger, die auch Regie führt) gönnt sie sich eine Auszeit. Diese Gelegenheit nutzen Rudi und Hermann, um in einem einschlägigen Etablissement zwei rassige Italienrinnen anzubaggern und einzuladen. Bei der Gelegenheit könnten sie auch gleich noch die Wohnung putzen.

Allerdings rollt dann unerwartet "Schwiegermonster" Rosalinde (Karin Niebler) an. Der Rudi ahnt schon, dass es Probleme geben könnte, wenn die Italienerinnen kommen. Aber dann stehen nicht nur die beiden Damen in knappen Röcken vor der Tür. Tina kreuzt auch auf und bringt ihren Harald mit, der einen Tofu-Kochkurs für Männer plant und die ganze Wohnung nach Feng Shui umgestaltet.

Rudi überlegt krampfhaft, wie er die Störenfriede loswerden kann. Schweißperlen treten ihm auf die Stirn, als für ihn das Lustspiel zur Tragödie wird. Den Öko-Harald polt das Schwiegermonster auf Bauernseufzer um, und die zwei rassigen Weiber aus dem Nachtlokal nehmen die Perücken ab. Vor dem Rudi stehen Gerda und Susi. Dem Hermann schenken sie noch eine ein: Es habe viel Überwindung gekostet, mit ihm zu flirten, auch wenn es nur zum Schein war.

Termine und KartenWeitere Aufführungen von "Petri Heil und Waidmanns Dank" im Kettelerhaus jeweils um 19.30 Uhr am Samstag, 5. November; Sonntag, 6. November, und Samstag, 12. November. Kartenreservierung jeweils zwischen 18 und 20 Uhr unter 09661/812729 oder an der Abendkasse. (gfr)
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