Sulzbach-Rosenberg hilft setzt auf Patenschaften
Gesellschaft nicht spalten

Ein positives Klima in der Gesellschaft liegt (von links) Hans Lauterbach, Michael Kernl und Peter Geiger am Herzen. Bild: Royer

Ihre Arbeit ist wertvoll, sie ebnet der Integration von Flüchtlingen den Weg: Die Initiative Sulzbach-Rosenberg hilft (SRH) zeigt seit Jahren Engagement auf verschiedenen Ebenen. Die Palette reichte hier von der Betreuung der neu angekommenen Asylbewerber über Orientierungshilfen bis hin zur Vermittlung von Wohnraum.

Wie die Vertreter der Helferorganisation - Hans Lauterbach, Michael Kernl und Peter Geiger - beim Pressegespräch informierten, hätten sich für ihre Organisation nun aber die Strukturen geändert, neue Aufgaben seien zu meistern. Nachdem die Notunterkunft aufgelöst ist, wird sich die Initiative mehr auf Patenschaften konzentrieren. Parallel laufe zudem das Kleiderlager auf sehr hohem Niveau. Geöffnet ist das Lager in der Berufsschule künftig immer mittwochs von 15.30 bis 18 Uhr.

Die Verantwortlichen versprechen sich von den Patenschaften eine noch effizientere Umsetzung der Integrationsmaßnahmen. Flankierend würde aber auch die Unterstützung bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche, Vermittlung von Kindergartenplätzen oder die Hausaufgabenhilfe beibehalten. Von der Betreuung der Einzelpersonen über die Patenschaften verspricht sich SRH weitere Erfolge, um den Flüchtlingen ein niveauvolles Leben in unserer Gesellschaft zu ermöglichen.

Wie Hans Lauterbach angibt, leben laut Kreis-Sozialamt zur Zeit insgesamt 165 Asylbewerber, Flüchtlinge und Anerkannte in Sulzbach-Rosenberg. Darunter seien auch 48 sogenannte Fehlbeleger. Damit sind anerkannte Flüchtlinge gemeint, die noch in den vom Landratsamt gemieteten Gemeinschafts- und dezentralen Unterkünften wohnen, sich aber eine eigene Bleibe suchen müssten.

Hier steige die Tendenz an. Deshalb suche das Sozialamt weiteren Wohnraum. Ansprechpartner für freie Wohnungen ist das Diakonische Werk Sulzbach-Rosenberg, 09661/87770-0, Mail info@diakoniesuro.de.

"Wir halten nichts von Ghettobildung, sondern favorisieren eine Integration in ein bestehendes Wohnumfeld. Dabei ist es auch wichtig, dass man der Bevölkerung Ängste vor Flüchtlingen nimmt", merkt Lauterbach weiter an, der hier vor allem auf Aufklärung und Informationen setzt. Bei einem Flüchtlingsanteil von 1 Prozent an der Landkreisbevölkerung könne nicht von einer problematischen Lage gesprochen werden.

Treffen geplant


Zunächst wird SRH ein Treffen für alle Paten und Ehrenamtlichen sowie Bekannte und Verwandte ausrichten, um zu ermitteln, wo es Schwierigkeiten gibt oder wo konkret durch Hilfsmaßnahmen bei Job, Wohnung Hausaufgaben oder Sprache eingegriffen werden kann.

HintergrundWie Geiger, Kernl und Lauterbach übereinstimmend anmerkten, werde die Initiative auch weiterhin die Diskussion suchen, über alles reden, um etwaige Ängste und Bedenken zu nehmen. SRH will ein positives Klima erzeugen, sich aber auch mit anderen Meinungen im Internet ausführlich auseinandersetzen, um nicht die Spaltung der Gesellschaft zu befeuern. "Wir setzen natürlich auch bei den Flüchtlingen auf ein gewisses Normenverständnis, zu dem unter anderem auch Gewaltverzicht in Familie und Öffentlichkeit gehört." (oy)
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